Wissensfrage
Stimmt es, dass Intelligente länger leben?
Eine schwer zu beantwortende Frage, aber schottische Wissenschaftler haben es versucht und ihre Erkenntnisse im renommierten "British Medical Journal" veröffentlicht. In Schottland wurden IQ-Tests gemacht und der Lebenslauf der Probanden über Jahre weiter verfolgt. Zusammengefasst kamen die Forscher zum Schluss, dass ein hoher IQ nicht per se zu längerem Leben führt, sondern über "Umwege". Vermutlich haben intelligente Menschen eine bessere Einsicht in krankheits- und gesundheitsfördernde Mechanismen und achten mehr auf eine gesunde Lebensweise. Hinzu kommt, dass intelligentere Menschen oft auch weniger gefährliche Berufe ausüben. Unfälle und berufsbedingte Krankheiten treten daher seltener auf.
Stimmt es, dass Frauen dümmer sind als Männer?
Nein! Beide Geschlechter sind unter dem Strich gleich intelligent. Nachteile auf einem Gebiet werden durch Vorteile auf einem anderen ausgeglichen. Interessanterweise gibt es nach IQ-Tests bei Männern häufiger extrem hohe IQ-Werte aber auch häufiger extrem niedrige IQ-Werte. Bei Frauen sind solche Schwankungen nicht so stark ausgeprägt. Im Mittel erreichen beide Geschlechter in Tests ähnliche IQ-Werte.
Frauen besitzen zwar ein kleineres Gehirn, dafür sind ihre Nervenzellen aber dichter gepackt und wesentlich stärker untereinander verschaltet. Also auch hier haben Männer keinen Vorteil. Es gibt aber einige Unterschiede in den intellektuellen Fähigkeiten: Frauen übertreffen Männer bei verbalen Fähigkeiten, vor allem im Sprachausdruck. Männer haben einen Vorsprung beim räumlichen Vorstellungsvermögen und in der Orientierung. Hormone können die Intelligenzleistungen scheinbar in beiden Geschlechtern beeinflussen. Männer bringen morgens unter dem Einfluss des Geschlechtshormons Testosteron die besten Intelligenzleistungen, Frauen während des Eisprungs.
Stimmt es, dass Kinder stillender Mütter intelligenter werden?
Dafür gibt es noch keinen Beweis aber einige Hypothesen von Neurowissenschaftlern. Schnelles Denken und effektive Problemlösungen verlangen eine schnelle Reizleitung im Gehirn. Die Geschwindigkeit der Reizleitung hängt vom Grad der "Myelinisierung" der Nervenzellen ab, das heißt: von der isolierenden Wandschützhülle der Nervenzellen, an der die elektrischen Impulse entlang laufen. Die Wand der Nervenzellen benötigt zum Aufbau bestimmte Fettsäuren, und die sind in hohem Maße in der Muttermilch enthalten - im Gegensatz zur künstlichen Säuglingsmilch. Je ausdauernder und länger Kinder gestillt werden, desto intelligenter werden sie zumindest bis zum 5. Lebensjahr, wurde in einer australischen Studie berichtet. In der Muttermilch sollen auch weitere wichtige essentielle Bestandteile vorhanden sein. Aber - wie gesagt - bisher sind das noch Hypothesen.
Jochen Zielke, Stand vom 01.06.2009







