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Warum ist die Peperoni scharf?

Neben den vier Geschmacksrichtungen, die der Mensch wahrnehmen kann, gibt es ein weiteres sonderbares Phänomen, das indirekt mit unserem Geschmackssinn, zusammenhängt: die Schärfe. Pfeffer, Peperoni, Chili – für die einen eine kulinarische Herausforderung, für die anderen Terror in der Mundhöhle. Doch warum schmeckt und spürt der Mensch Schärfe, warum finden wir die Peperoni pikant?

Frische Peperoni. (Rechte: WDR)

Pikantes Gewürz

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Scharfes Kapsaizin

Es ist der chemische Wirkstoff Kapsaizin, der der Chilischote die klassische Schärfe verleiht. Kapsaizin, ein Alkaloid, befindet sich vor allem in den Samen und Scheidewänden der Frucht. Was wir beim Verzehr als brennenden Schmerz in Mund, Rachen und auf den Lippen empfinden, ist die Wirkung dieser chemischen Substanz auf Nervenenden, die normalerweise Wärme, also thermische Reize, verarbeiten. Diese Schmerzrezeptoren melden dem Gehirn bei Berührung mit Kapsaizin eine Verbrennung, wir spüren folglich "brennenden" Schmerz.

Schärfe wirkt sich mit einigen Eigenschaften aber auch positiv auf den Körper aus. Schärfe desinfiziert, sie löst Verschleimungen in den Atemwegen, fördert die Durchblutung und wirkt anregend auf den Kreislauf. Kapsaizin regt außerdem die Verdauungssäfte an und löst beim Kontakt mit der Mundschleimhaut auch die Ausschüttung von Endorphinen aus, wirkt also auch euphorisierend. Vermutlich essen viele deshalb gerne scharf.

Eine aufgeschnittene Chilischote. (Rechte: WDR)

Schärfe steckt vor allem in den Samen und Scheidewänden

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Schärfe – eine Abwehrwaffe

Nur Säugetiere und der Mensch empfinden das Pfefferkorn oder die Chilischote als scharf. Sie sollten eigentlich naturgemäß die Finger von diesen Früchten lassen. Denn verbreitet werden deren Samen von Vögeln. Sie scheiden die Samen unversehrt wieder aus und sichern so die Verbreitung der Pflanzen. Vögel verdauen also nicht wie wir Menschen die Samen und haben deshalb auch kein Problem mit dem Kapsaizin. Sie spüren die Schärfe nicht. Die Schärfe ist also nichts weiter als ein naturgegebener Mechanismus der Gewächse, um Säugetiere und Menschen von den Samen fernzuhalten.

Milchprodukte. (Rechte: Mauritius)

Fette beruhigen die Mundschleimhaut

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Fette lösen Kapsaizin

Übrigens: Haben Sie sich hin und wieder schon gefragt, wie man das scharfe Brennen im Mund wieder los wird? Wasser bringt nichts, weil Wasser das Kapsaizin nicht lösen und wegspülen kann. Aber Fette binden es. Bei der nächsten Schärfeattacke einfach mal fetthaltige Produkte bereithalten – gut wirkt zum Beispiel Joghurt – das beruhigt die irritierte Mundschleimhaut. Deswegen reichen Inder bei scharfen Mahlzeiten auch so gerne das Joghurtgetränk Lassi.

Gregor Delvaux de Fenffe, Stand vom 27.01.2012

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Bildcollage zum Thema Lebensmittel (Rechte: WDR)

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