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Fadenstudie im Selbstversuch

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Fadenstudie

Fadenstudien werden seit den 1920er Jahren benutzt, um zu ermitteln, ob eine Küche ergonomisch eingerichtet ist. Das Prinzip ist einfach: Es soll gemessen werden, welche Wege eine Person in ihrer Küche an einem Tag oder bei einem bestimmten Arbeitsablauf zurücklegt. Dazu wurde ursprünglich ein Faden um den Fuß der Versuchsperson gebunden, der sich beim Gehen abwickelte. An der Länge des abgewickelten Bandes konnte man ablesen, welche Strecke die Person zurückgelegt hatte. Ähnliche Studien werden immer noch durchgeführt, allerdings ohne Faden. Planet Wissen macht den Selbstversuch.

Eine junge Frau stellt zwei Kaffeetassen auf den Küchentisch. (Rechte: Tina Heinz)

Selbstversuch in der eigenen Küche

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Der Selbstversuch

Auch wenn man gerade keinen Küchenumbau plant, kann eine selbst durchgeführte Fadenstudie sinnvoll sein. Dazu reicht es, einen ungefähren Grundriss der Küche mit Möbeln aufzuzeichnen und sich einen netten Helfer zu suchen, der die Wege, die man zurücklegt, notiert. Dass so ein Selbstversuch durchaus nützlich sein kann, hat Planet Wissen-Autorin Tina Heinz beim Sonntagsfrühstück festgestellt: "Der Tisch ist gedeckt und ich blicke nicht mehr durch. Mein Grundrissplan ist voll mit sich kreuzenden Linien, die mein Helfer pflichtbewusst eingetragen hat. Dass ich für die Vorbereitung eines durchschnittlichen Sonntagsfrühstücks mit Toast, Rührei und Kaffee für zwei Personen 50 Mal hin- und herlaufen würde, hatte ich nicht erwartet.

Grundrissplan einer Küche, in den kreuz und quer rote Linien eingezeichnet sind. (Rechte: Tina Heinz)

Nicht gerade übersichtlich: das Ergebnis unseres Selbstversuchs

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Ich versuche herauszufinden, wer oder was für meinen Chaosplan verantwortlich ist. Einen Übeltäter habe ich schnell ausfindig gemacht: die Espressomaschine. Bisher sieht das Kaffeemachen bei mir in etwa so aus: Ich schalte die Maschine an und gehe, um den Wassertank aufzufüllen, quer durch den Raum zur Spüle. Und zurück. Dann noch mal den gleichen Weg zum Mülleimer, um das Filtersieb zu leeren. Und wieder zurück zur Maschine. Effizient ist das nicht. Die Kaffeemaschine muss näher an Spüle und Mülleimer. Verbesserungswürdig ist auch die Position des Toasters. Momentan muss man während des Frühstücks aufstehen, um neuen Toast zu machen. Oder man toastet vor und isst ihn kalt. Praktischer wäre es, den Toaster auf den Küchentisch zu stellen, wenigstens während des Frühstücks. Bei meinem Frühstück hätten diese beiden Veränderungen immerhin zehn Wege gespart. Viel übersichtlicher wird mein Plan dadurch nicht, aber die ein oder andere Minute hätte ich wohl gespart."

Grundrissplan einer Küche, in den kreuz und quer rote Linien eingezeichnet sind. (Rechte: Tina Heinz)

Etwas besser: nach den Veränderungen

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Nicht der Härtetest

Beim Frühstückmachen läuft man zwar viel hin und her, der Ergonomie-Härtetest für eine Küche ist das aber nicht. Da wird es beim Spülmaschine Ausräumen schon interessanter, denn dabei rotiert man bekanntlich besonders. Deshalb wird in der modernen Küchenplanung darauf geachtet, dass die Geschirrschränke möglichst neben der Spülmaschine stehen. Die ideale Position für alle Küchenmöbel, -geräte und -utensilien zu finden, ist in den wenigsten Fällen möglich. Eine Fadenstudie im Selbstversuch kann aber helfen, auf Probleme aufmerksam zu werden. Und wenn man Glück hat, lassen sich einige schon mit ein paar Handgriffen lösen.

Tina Heinz, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Die Küche - Das warme Herz des Hauses, 05.02.2009

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