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Salat

Was bei einigen noch immer als Hasenfutter verschrien ist, lässt mehr und mehr Deutschen das Wasser im Munde zusammenfließen: Sechs Kilo Salat im Jahr verspeisen die Bundesbürger im Durchschnitt - und der Appetit auf das Grünzeug wächst. Denn sein Reichtum an Vitaminen und seine knackigen grünen Blätter lassen ihn auf unserem Speisezettel immer weiter nach oben klettern.

Salat auf einem Marktstand. (Rechte: picture-alliance/dpa)

Salat wird immer beliebter

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Schöner Salat

Doch was versteht man überhaupt unter Salat? Im Grunde ist Salat keine botanische Bezeichnung, sondern ein Begriff aus der kalten Küche. Schließlich gibt es auch Wurst- und Nudelsalat oder Zusammenstellungen verschiedener roher Gemüse mit einem Dressing. Genauer betrachtet gilt Salat jedoch als Sammelbegriff für verschiedene Gemüsepflanzen, deren Blätter meist roh gegessen werden. Die meisten unserer Blattsalate lassen sich in die Lactuca- (Lattich-) oder die Zichoriengewächse unterteilen, dazu kommen Feldsalat und Salatrauke. Zu den Latticharten gehören etwa Kopf- und Eichblattsalat, zu den Zichorien Chicorée und Endivien. Der Begriff "Salat" stammt übrigens vom lateinischen Wort "salus" für "gesalzen".

Portulak (Rechte: mauritius images)

Der Portulak findet sogar in "Parzival" Erwähnung

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Das Grünzeug im Wandel der Geschichte

Im Lauf seiner Geschichte war dem Salat eher wechselhafter Erfolg beschieden. In der griechischen Antike galt das Mischen und Würzen eines guten Salates als hohe Kunst. Zusammen mit Kohl oder Mangold stellte er einen wichtigen Teil der griechischen Ernährung dar. Gezielte Züchtung begann in Mitteleuropa um die Zeit Karls des Großen. In Klostergärten wurde er angepflanzt und fand von dort aus Verbreitung an den Höfen. Erwähnt wird er beispielsweise im "Parzival" von Wolfram von Eschenbach: "Dann brachte ein Sohn des Wirtes Portulak und Blattsalat, gebrochen im Essig ...."

Feld mit Salat (Rechte: imago)

Die Äbtissin Hildegard von Bingen war gegenüber dem Salat äußerst kritisch

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"Zu nichts tauglicher Saft"

Die Äbtissin Hildegard von Bingen (1098-1179), für ihre medizinischen Erkenntnisse und Schriften bekannt, äußerte sich mit gemischten Gefühlen gegenüber dem grünen Salat. Der entsprach in seinem Rohzustand ganz und gar nicht ihrem Geschmack: "Unzubereitet gegessen, macht sein zu nichts tauglicher Saft das menschliche Gehirn leer und erfüllt den Magen und den Darm mit Krankheitsmaterien." Erst mit dem richtigen Dressing aus Essig und Kräutern fand das Blattgemüse in den Augen der Benediktinerin Gnade.

Kalorienbomben gefragt

Bis hinein ins 20. Jahrhundert wurde Salat als Nahrungsmittel oft nur nebenbei wahrgenommen oder galt als "Arme-Leute-Essen". Ein gutes Stück Fleisch war den Menschen meist lieber, denn das machte satt und galt als Indikator für Wohlstand. Vor allem nach Kriegs- und Hungerszeiten war Süßes und Fettiges besonders gefragt - so war auf der Speisekarte ein Schmalztöpfchen das Teuerste. Und als ideales Körperbild galten lange Zeit eher rundliche Formen.

Koch schneidet auf einer Wiese Löwenzahn (Rechte: imago)

Mittlerweile ist der Salat ein beliebtes Hauptgericht

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Von der Beilage zum Hauptgericht

Erst später wurde Salat als vollwertiges Nahrungsmittel anerkannt und beliebt. Noch Mitte des 20. Jahrhunderts ausschließlich als Beilage serviert, kann er sich mittlerweile seiner Existenz als Hauptgang erfreuen. Einen Großteil seiner Beliebtheit verdankt er dabei gerade der Tatsache, dass er wenige Kalorien besitzt und nicht dick macht. Denn unser Körperbild hat sich gewandelt, man liebt es heute rank und schlank. Auch unser Lebensstil sollte sich ändern, vor allem beruflich: Für eine sitzende Tätigkeit am Schreibtisch braucht es im Gegensatz zu harter körperlicher Arbeit keine Energiebomben mehr. Zudem isst man Salat - im Gegensatz zu vielen bearbeiteten Lebensmitteln und Fertiggerichten - roh. Damit ist er zum Symbol für eine gesunde, naturnahe Ernährung geworden.

Bunte Salatblätter (Rechte: mauritius images)

Der Salat der Zukunft: Klein, handlich und bunt

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Salanova & Co.

Mit seiner Beliebtheit wuchs das Salat-Angebot. Rund 15 Sorten bietet inzwischen jeder gewöhnliche Supermarkt an. Neben wiederentdeckten alten Sorten wie Rucola oder Portulak kreiert die Nahrungsmittelindustrie neue Sorten: Salanova und andere Züchtungen sollen den Anforderungen von Anbauern und Händlern entsprechen. Und sie sollen den Geschmacksnerv des Verbrauchers treffen: So kommen farbige Salate gut an, denn sie geben Salatmischungen ein attraktiveres Aussehen. Wenn sich die Blätter leicht und in mundgerechten Stücken vom Strunk ablösen lassen, umso besser. Und weil bei uns die Haushalte immer kleiner werden, schrumpfen auch die Salatköpfe: Bunt, klein und handlich wird er also sein, der Salat der Zukunft!

Claudia Heidenfelder, Stand vom 15.09.2011
Sendung: Eine kleine Geschichte des Salats - Vom "Hasenfutter" zur Sterneküche, 15.09.2011

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Bildcollage zum Thema Lebensmittel (Rechte: WDR)

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