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Das Hotdog

22. Juli 1969, an Bord der Raumkapsel Apollo 11: Der Astronaut Neil Armstrong beißt genüsslich in sein Hotdog, das er kurz zuvor aus der luftdichten Verpackung befreit hat. So ähnlich könnte es sich zugetragen haben. Das Schnellgericht hatte die US-Raumfahrtbehörde NASA überzeugt und galt als vollwertige Mahlzeit. Doch wie ist das Würstchen im weichen Brötchen entstanden? Eine kurze Geschichte über den Siegeszug des Hotdogs.

Ein Hotdog mit Belag (Rechte: Imago)

Ein beliebter Snack in Amerika: das Hotdog

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Warum eigentlich Hotdog?

Wie das Hotdog zu seinem Namen kam, lässt sich heute nicht mehr ohne Weiteres rekonstruieren. Der Begriff entwickelte sich scheinbar im amerikanischen Alltagssprachgebrauch und lässt sich etwa auf den Anfang des 20. Jahrhunderts datieren: Die Menschen bezeichneten die Würstchen als Dog (deutsch: Hund), was auf eine vage Ähnlichkeit der Würstchen mit bestimmten Hunderassen wie dem Dackel zurückzuführen ist. Hotdog heißt demnach so viel wie heißer Hund, gemeint ist heißes Würstchen. Zudem wird vermutet, dass die Fleischer zu jener Zeit nicht bloß Schweine- und Rindfleisch verarbeiteten, sondern auch Hundefleisch.

Schild mit der Aufschrift: Frankfurter (Rechte: Interfoto)

Ein Imbiss in Amerika bietet Frankfurter Würstchen an

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Über die Wurst

In dem weichen Hotdog-Brötchen steckt eine fein gemahlene Brühwurst, die bereits vorgegart ist. Der Verkäufer vom Imbiss legt die Wurst nur noch auf den Grill, um diese zu erwärmen. Die Länge des Hotdog-Würstchens ist genormt, sodass es sich perfekt in das Brötchen einpasst, das ebenfalls immer gleich lang ist. Die Würstchen in den Hotdogs heute bestehen entweder aus Rind, Schwein oder einer Mischung aus beidem. Es gibt sogar Hotdogs für Vegetarier, in denen das Fleisch durch Soja ersetzt wurde.

Das Hotdog-Würstchen könnte vom Frankfurter Würstchen abstammen. Seit Jahrhunderten isst der Rheinhesse "Weck, Worscht un Woi": Brötchen, Wurst und Apfelwein. Deutsche Emigranten könnten dieses Rezept nach Amerika mitgebracht haben.

Ein garniertes Hotdog (Rechte: WDR/Mauritius)

Der Belag macht den Unterschied

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Über das Brötchen und die Beilagen

Das weiche Brötchen (englisch: bun), in dem die Wurst liegt, besteht in der Regel aus Weizenmehl und hat einen leicht süßlichen Geschmack, ähnlich dem Hamburger-Brötchen. Das Hotdog-Brötchen gibt es je nach Region mit und ohne Sesamkörner. Es bietet sich für den ganztägigen Verkauf an, weil es wie Toastbrot lange nicht hart wird. Der Imbisskoch erhitzt es kurz vor dem Verkauf und macht es dadurch knusprig. Da das Hotdog-Brötchen so weich ist, nimmt es die Soße besonders gut auf, mit der das Würstchen übergossen wird.

Der Geschmack des Hotdogs lässt sich durch die verschiedenen Beilagen, das Topping (deutsch: Garnierung), nach eigenem Gusto variieren. Eines der wichtigsten Toppings ist die Würzsoße aus eingekochtem Gemüse, das Relish. In New York hat die Soße oft Ketchup und Zwiebeln als Basis. Sie wird vorgekocht und am Hotdogstand für den Verzehr warmgehalten. Weitere Toppings sind: Röstzwiebeln, Gurken, Senf, Mayonnaise und Chilis, Schmelzkäse sowie gelegentlich Sauerkraut und Hackfleisch. Es gilt: Alles was schmeckt, ist erlaubt. Die meisten Stände in New York verkaufen ihre Hotdogs allerdings nur mit den klassischen Zutaten: Senf, Würzsoße und Sauerkraut.

Finale eines Hotdog Esswettbewerbs. (Rechte: picture allience/ dpa)

Die Fastfoodkette "Nathan's" veranstaltet ein Hotdog-Wettessen

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Zur Geschichte des Snacks

Woher das Hotdog genau stammt, ist nicht eindeutig belegt. Es wird vermutet, dass Menschen aus der Umgebung der Stadt New York es erfunden haben. Dass das Hotdog es zu Weltruhm gebracht hat, ist vor allem dem findigen Einwanderer Nathan Handwerker zu verdanken, der im Stadtteil Brooklyn als Kellner arbeitete. 1916 eröffnete Nathan einen Imbissstand: Seine Hotdogs waren billig und die Werbestrategien raffiniert.

Noch im selben Jahr veranstaltete er einen Wettbewerb, bei dem die Teilnehmer um die Wette aßen. Mit Erfolg: Neun Jahre später eröffnete er den ersten festen Imbiss. Der Unternehmer vergab Lizenzen nach dem Franchisekonzept, damit andere mit seinen Rezepten und seinem Logo eine Filiale eröffnen konnten. Die "Nathan's Famous"-Fastfoodkette ist sicherlich ein Grund dafür, dass das Hotdog in Amerika - und später auch in Übersee - so populär wurde. Den Wettbewerb veranstaltet die Kette bis heute.

 (Rechte: Mauritius)

In New York gibt es fast an jeder Ecke einen Hotdog-Stand

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Hotdogs essen in New York

Das Hotdog gehört heute zur Leibspeise der New Yorker. Um den Appetit der vielen hungrigen Mäuler zu stillen, gibt es neben den Filialen von "Nathan's Famous" und ähnlichen Schnellrestaurants an jeder Ecke einen mobilen Imbissstand. Diese sind meist aus Edelstahl, haben einen bunten Schirm und Räder, um damit von Straße zu Straße ziehen zu können. Das Hotdog gibt es bereits ab einem Dollar. Der Verkäufer garniert es je nach Wunsch und reicht es üblicherweise in einer Serviette oder auf einer Pappunterlage. Messer und Gabel braucht man für den Verzehr nicht: Hotdogs isst man von der Hand! Die Amerikaner lieben sie als Snack zwischendurch und essen sie besonders gerne an nationalen Feiertagen sowie zu Baseballspielen.

Der Siegeszug eines einfachen Würstchens

Auch in anderen Ländern ist das Hotdog ein beliebter Imbiss - in leicht abgewandelter Form. So lieben die Skandinavier ihre Würstchen rötlich gefärbt, gebraten, gekocht, garniert mit Röstzwiebeln, süßsauren Gurken, Remoulade und auf den Färöer Inseln sogar mit Rotkohl. In Österreich verstecken die Hotdogköche das Würstchen in einem geschlossenen - und nicht wie sonst in einem aufgeschnittenen - Brötchen. Oft ersetzen sie das weiche Brot sogar durch Baguette. Auch im Ursprungsland selbst gibt es eigenwillige Variationen des Hotdogs, darunter das Corndog aus Texas. Es besteht aus einem auf einen Stock gespießten Würstchen, das in Maisteig gebacken wird.

Wie unterschiedlich das Hotdog auch zubereitet wird, ein gemeinsamer Nenner bleibt: Im Kern steckt meist ein saftiges Brühwürstchen mit feiner Konsistenz und knackiger Hülle. Und so hat das Hotdog nach der Erde auch noch den Orbit erobert.

Laura Niebling, Stand vom 15.05.2012

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