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Auslandsadoption - Die Ware Kind

Sie wollen den Kindern ein besseres Zuhause geben oder sie wollen ganz einfach ein Kind, egal, woher es kommt: Die Gründe, Kinder aus dem Ausland zu adoptieren, mögen vielfältig sein. Die Probleme, die dies Adoptionen mit sich bringen, sind es auch. Denn mit der Anzahl der aus fremden Ländern adoptierten Kindern wächst auch die Gefahr, dass das Kind zur Ware wird.

Vier Babys sitzen vor einer gekachelten Wand. (Rechte: dpa)

Auslandsadoptionen bergen viele Probleme

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Dubiose Vermittler

Von den 4762 Kindern, die laut Statistischem Bundesamt 2005 in Deutschland adoptiert wurden, besaßen 1453 nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. 560 der adoptierten Kinder und Jugendlichen waren extra aus Anlass der Adoption nach Deutschland gekommen. Kinder also, die ihren Kulturkreis verließen, um in Deutschland ein - vermeintlich - besseres Heim zu bekommen.

Die Kinderhilfsorganisation "terre des hommes" stellte schon Mitte der 90er Jahre fest, dass der Anteil der Auslandsadoptionen in den letzten Jahren stetig anstieg. Dass Paare in Deutschland - aus unterschiedlichsten Gründen - oft Jahre oder vergeblich auf die Vermittlung eines Kindes warten, lässt viele ihr Kinderglück im Ausland suchen.

Das Problem: Um das Verfahren zu vereinfachen, werden dubiose Agenturen oder Privatleute beauftragt, die meist an den staatlichen Stellen des Herkunftslandes vorbei die Adoptionen durchführen. Die Kinder, die dabei vermittelt werden, werden häufig "beschafft" - die soziale Notlage der Mütter wird ausgenutzt, manche Kinder werden gar entführt, damit die Nachfrage auf dem deutschen Markt befriedigt werden kann. Für "terre des hommes" ist dies eindeutig eine Form von Kinderhandel.

Eine hellhäutige Frau hält ein fernöstliches und ein indisches Kind im Arm. (Rechte: WDR/Jürgen Christ)

Ausweg Auslandsadoption?

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Differenzen im Adoptionsrecht

Das bedeutet natürlich längst nicht in allen Fällen, dass Kinder, die aus dem Ausland adoptiert wurden, auf dubiosen Wegen "beschafft" wurden. Meist wissen viele Eltern auch gar nicht, dass es bei der Agentur, an die sie sich wenden, nicht mit rechten Dingen zugeht.

Staatliche Stellen dagegen prüfen vor der Freigabe eines Kindes zur Auslandsadoption erst einmal, ob sich für das Kind keine Perspektive im Herkunftsland ergibt. Erst wenn sich die Auslandsadoption als die bessere Möglichkeit zum Wohle des Kindes herausstellt, werden die entsprechenden Papiere ausgestellt. Und: Dann müssen auch von deutscher Seite alle in Deutschland für Adoptionen geltenden Formalitäten eingehalten werden.

Denn auch hier liegt ein Grund, warum kinderlose Paare sich auf anderen Wegen ein Kind aus dem Ausland besorgen. Das Adoptionsverfahren ist kompliziert, psychologisch belastend und meist langwierig. Wer gewisse Voraussetzungen nicht erfüllt, zu alt ist, zu wenig verdient oder in Verhältnissen lebt, die dem Jugendamt missfallen, bekommt nie ein inländisches Kind zugesprochen. Wer dennoch auf seinem Kinderwunsch beharrt, dem bietet sich inzwischen sogar über das Internet eine Möglichkeit, an ein Kind zu kommen.

Integration als Lebensaufgabe

Nur: Auch wenn das Kind nach rechtlicher Lage im Herkunftsland als adoptiert gilt, heißt das noch lange nicht, dass auch die deutschen Behörden dem Kind die deutsche Staatsbürgerschaft verleihen. Wer also ein Kind aus dem Ausland adoptieren will, sollte sich immer an eine staatliche Vermittlungsstelle wenden.

Und was Eltern, die ein Kind aus einem anderen Land adoptieren, ebenfalls nicht vergessen sollten: Der Integrationsprozess kann unter Umständen eine Lebensaufgabe sein. Denn selbst wer nicht in einer besonders fremdenfeindlichen Gegend wohnt - es wird dennoch immer sichtbar sein, dass das Kind nicht leiblich, sondern adoptiert ist.

Melanie Wieland, Stand vom 01.06.2009

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