Rat & Tat: Tipps für die Ahnenforschung
Was will ich erforschen?
Wer mit der Erforschung seiner Familie beginnen will, sollte sich zunächst überlegen, was genau er erforschen will: Geht es darum, die Vorfahren mit ihrer Biografie näher kennen zu lernen? Oder will man die Namen möglichst weit zurückverfolgen und eine lange Ahnentafel basteln?
Erste Informationsquellen
Erste Anlaufstellen sind in jedem Fall Verwandte, um sie nach Namen und interessanten Geschichten zu befragen. Nicht immer stößt man dort mit seinem Hobby auf Gegenliebe: Die einen finden es großartig gefragt zu werden, die anderen blockieren, zum Beispiel weil es Streit über eine Erbschaft gibt. Hat man Glück, sind Verwandte eine hervorragende Informationsquelle. Oft geht dann die Suche auf dem Dachboden weiter, um nach alten Fotos oder Urkunden zu stöbern.
Für jede Person, die erforscht wird, sollte übrigens von Anfang an ein Ordner angelegt werden, damit kein Chaos entsteht. Alles was an Notizen, Fotos, Briefen oder Unterlagen auftaucht, wird dort abgeheftet. Wer sich entschieden hat, möglichst viel über eine einzelne Person zu erfahren, kann auf ein paar Seiten ein Lebensbild über sie schreiben. Diesen Text kann man wiederum einem Verwandten vorlegen, der die Person gekannt hat. Auf diese Weise bekommt man jede Menge interessanten Stoff zusammen.
Standesämter
Als erste offizielle Quelle der Familienforschung dienen die Standesämter. Jede Familie hat dort ein eigenes Stammbuch, das bei einer Heirat vom Standesamt angelegt wird. Ist man selbst nicht verheiratet, nimmt man das Stammbuch der Eltern. Darin sind wiederum die Namen der Eltern des Ehepaars verzeichnet. Auf diese Weise kann man einige Generationen zurück erforschen. Die Stammbücher geben Auskunft über Namen, Geburtsdatum, standesamtliche Trauung und Todestag. Im besten Fall gehen die Eintragungen zurück bis zum Jahr 1830, ab 1876 wurden sogar alle Einwohner im Deutschen Reich registriert. Vorteil dieser Eintragungen: Alle Geburten, Hochzeiten und Sterbefälle einer Gemeinde sind ungeachtet der Konfession aufgezeichnet.
Kirchenbücher
Weiter zurück reichen die Eintragungen in Kirchenbüchern. Da früher fast alle Menschen getauft wurden, sind sie eine sehr gute Informationsquelle. Man muss allerdings die Konfession der betreffenden Person beachten. Festgehalten sind darin die Daten von Taufe, kirchlicher Trauung und Beerdigung. Die ältesten Kirchenbücher in deutscher Sprache sind aus dem Jahr 1490, allerdings sind viele dieser Bücher durch Brand oder Kriege zerstört worden. Um Einblick in Kirchenbücher zu bekommen, muss man sich an das entsprechende Pfarramt wenden. Wenn es am Heimatort des gesuchten Vorfahren kein Pfarramt gibt, kann man sich an das bischöfliche Ordinariat wenden.
Tote Punkte
Wenn Ahnenforscher an ihre Grenzen stoßen, gelangen sie an einen so genannten "toten Punkt". Und der will überwunden werden. Oft ist ein Grund dafür, dass man bei den Forschungen nicht mehr weiter kommt, dass die gesuchten Menschen ihren Wohnort gewechselt haben. In einem solchen Fall ist Glück nötig, um die Nadel im Heuhaufen zu finden. Manchmal helfen Archive von Zeitungen aus dem Heimatort weiter, zum Beispiel wenn es um Verwandte aus Ostpreußen geht. Auch ist es wichtig, für jede Zeit die richtige Quellengruppe zu nutzen. Wenn die standesamtlichen Aufzeichnungen enden und die Kirchenbücher nicht weiter zurück reichen oder zerstört wurden, gibt es immer noch Rechtsquellen, Ratsprotokolle oder auch Steuerkataster. Zu finden sind solche Quellen in Staatsarchiven.
Claudia Heidenfelder, Stand vom 01.06.2009







