Kinderwerkstatt und "Akademie Eigen-Sinn"
Entwicklung der eigenen Begabungen
Zum Angebot gehört neben zwei stationären Wohneinrichtungen vor allem die wöchentliche Gruppenarbeit. Hier werden Kinder unterschiedlicher Nationalität, straffällig gewordene Jugendliche, Kinder aus Trennungs- und Scheidungsfamilien oder Kinder aus Familien mit Drogen- und Suchtproblemen in kleinen Gruppen über Jahre betreut. Mit unterschiedlichen pädagogischen Schwerpunkten werden in den Arbeitsgruppen folgende Ziele erarbeitet: Die Kinder und Jugendlichen sollen ihre eigene Gefühlswelt kennen und erleben lernen. Sie sollen und dürfen eigenverantwortliches Denken, Kritikfähigkeit und Entscheidungsfähigkeiten erlernen; sie werden gefördert, um eigene Begabungen und Interessen zu entwickeln.
Durch das Herstellen von Kontakten mit anderen Kindern und Jugendlichen, die Ähnliches erlebt haben, soll das Gefühl, ein Einzelschicksal zu erleiden, durchbrochen werden - nur so können Kontakte und Freundschaften entstehen. Und nur so erfahren sie, dass in der Gemeinschaft gewisse Regeln und Verhaltensweisen unerlässlich sind. Bei all diesen Maßnahmen wird großen Wert darauf gelegt, dass auch Schule, Jugendamt und vor allem auch die Herkunftsfamilie in die Arbeit mit einbezogen werden.
Harte Arbeit, die sich lohnt
Die Kinderwerkstatt und "Akademie Eigen-Sinn" haben vor zehn Jahren mit zwei Arbeitsgruppen begonnen. Mittlerweile bieten hier acht hauptamtliche Mitarbeiter neun verschiedene Gruppen an. Sie haben in den letzten fünf Jahren deutschlandweit etwa 50 Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt, mehr als 250 Coolness-Trainings an Schulen und zirka zehn Anti-Gewalt-Trainings. Für ihre Arbeit und ihr Engagement haben sie bereits mehrere Preise erhalten.
Einer unserer Studiogäste, der Diplom-Sozialpädagoge Alexander Fix, ist Leiter der "Akademie Eigen-Sinn" und Trainer für Anti-Gewalt und Coolness. Er leitet eine Gruppe in der Kinder- und Jugendwerkstatt. Außerdem arbeitet er mit jugendlichen sexuellen Misshandlern. Er hat sich ganz bewusst für die aktive Arbeit mit schwierigen Jugendlichen entschieden und seinen Schreibtischstuhl dagegen eingetauscht. Seine Arbeit ist zwar nicht immer einfach oder erfreulich, dennoch motiviert sie: "Es gibt neue Kraft, wenn man sieht, wie schnell sich Kinder und Jugendliche entwickeln können, wenn man klar und eindeutig ist, Grenzen setzt, sie aber auch immer wieder wertschätzt und ihnen zeigt, dass man sie trotz ihres oft nicht guten Verhaltens dennoch mag. Die Arbeit die wir machen, zeigt mir jeden Tag, dass man was tun kann und dass es sich lohnt was zu tun"
Kerstin Zeter, Stand vom 18.02.2010





