Literatur & Co.
Bücher
La deutsche Vita
Die Journalistin Antonella Romeo kam Anfang der 90er Jahre nach Deutschland – der Liebe wegen zog sie von Mailand nach Hamburg. Die Autorin beschreibt in diesem Buch ihre Eindrücke von einem fremden Land, das das ihre werden sollte. Sie wundert sich über Erwachsene, die an roten Fußgängerampeln stehen bleiben, obwohl kein Auto in Sicht ist. Sie erzählt von freundlichen Begegnungen. Und sie denkt nach über die Beschwerlichkeiten der deutschen Traditionen, in denen die Zeit des Dritten Reichs immer noch fühlbar ist.
Ganz unten
"Ganz unten" ist ein nicht ganz unumstrittener Klassiker: In den 80er Jahren verkleidet sich Günter Wallraff als Türke. Mit schwarzer Perücke und unter dem Namen Ali Levent erlebt er bundesdeutsche Wirklichkeit aus türkischer Sicht. Arbeitgeber, Kirchen und sogar Ärzte kommen bei dieser Reportage nicht besonders gut weg. Kritiker haben Wallraf vorgeworfen, Teile seiner Reportage übertrieben zu haben – lesenswert ist der Bericht dennoch allemal.
Migration und Integration: Testfall für unsere Gesellschaft
Die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth beschreibt das Migrationsphänomen vor dem Hintergrund der Globalisierung sowie des demografischen Wandels und nimmt dabei vor allem Deutschland in den Blick. Sie analysiert die alten und neuen Antworten der Politik auf Migrationsfragen und setzt sich mit den bisherigen Erfolgen und Misserfolgen auseinander.
Enzyklopädie. Migration in Europa. Vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart
Die über 1000 Seiten umfassende Enzyklopädie beschäftigt sich mit den verschiedenen Wanderungsbewegungen innerhalb Europas, die schon seit jeher Teil seiner Geschichte sind. So zeigen die Autoren, dass wir heute keineswegs in einer historischen Ausnahmesituation leben. Im ersten Teil beschreiben die Experten in ausführlichen Überblicksartikeln die Migrationsgeschichten aller europäischen Großregionen und Länder; im zweiten Teil folgen mehr als 220 Lexikonartikel.
zweiheimisch. Bikulturell leben in Deutschland
Zwölf Porträts über junge Menschen, die mit zwei Kulturen leben: Sie sind zwar in Deutschland aufgewachsen, aber ihre Eltern sind Einwanderer. Da ist zum Beispiel Mehmet, der mit zehn Jahren erreichte, dass er aufs Gymnasium gehen konnte. Oder Abdullah, der Schauspieler werden will. Entstanden sind zwölf einfühlsame Texte, die viele Vorurteile widerlegen und zeigen, welche Chancen es in einer Einwanderungsgesellschaft gibt.
DVDs
Solino
Der Film von Fatih Akin erzählt die Geschichte einer italienischen Einwandererfamilie, die in den 60er Jahren aus Süditalien ins Ruhrgebiet kommt und mühsam versucht, sich an das Leben in Deutschland zu gewöhnen. Schließlich eröffnet die Familie die erste Pizzeria im Ruhrgebiet. Der Film ist melancholisch und unterhaltsam zugleich. Die Hauptrollen spielen Moritz Bleibtreu und Barnaby Metschurat.
Malte Linde, Stand vom 28.07.2011





