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Bezeichnet das Wort "Kanake" die nach Deutschland eingewanderten Türken?

Ursprünglich ist das Wort "Kanake" die Bezeichnung für die melanesischen Eingeborenen in Neukaledonien, einer Inselgruppe im Südwestpazifik. Fast die Hälfte der Einwohner dieser Inselgruppe sind Kanaken. Das Wort entstammt vermutlich der hawaiianischen Bezeichnung für "Mensch" (kana).

Im späten 19. Jahrhundert war "Kannakermann" oder "Kannaker" noch positiv besetzt. Deutsche Seemänner nannten ihre Kameraden aus der Südsee so, die in der Regel als sehr zuverlässig und treu galten. Um 1900 tauchte "Kanake" dann im Berliner Wortschatz (im Gaunerjargon) auf und wurde dort gleichbedeutend wie "Hanake" gebraucht. Unter einem "Hanaken" verstand man einen groben, plumpen oder sogar niederträchtigen Menschen. Eigentlich war "Hanake" aber die Bezeichnung für die in Mähren (Tschechische Republik) angesiedelten Slawonen, und diese Bezeichnung ist wegen des Abwehrkampfes der deutschsprachigen Böhmen gegen die Minderheiten der slawischen Volksstämme negativ besetzt. Vermutlich stammt daher die Verbindung zwischen "Kanake" und "Hanake" und die parallele negative Besetzung des Wortes "Kanake".

Mehrere Männer und eine Frau sitzen mit gepackten Koffern in einer Wartehalle. Einer der Männer hält ein Schild mit der Aufschrift 'Istanbul'. (Rechte: dpa)

Türkische Gastarbeiter Anfang der 70er Jahre

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Erst in den 1970er Jahren bekam das Wort eine neue, extrem abwertende Bedeutung. Mit der ersten Anwerbephase von Gastarbeitern tauchte auch das Wort "Kanake" wieder im deutschen Sprachschatz auf. Meist wurden alle Ausländer aus dem arabischen oder süd- und südosteuropäischen Raum so bezeichnet. In erster Linie wurde "Kanake" - und wird immer noch - als Schimpfwort für junge männliche Türken benutzt. Erst in den letzten Jahren ist ein Umschwung im Gebrauch von "Kanake" festzustellen. Junge Türken haben einfach den Spieß umgedreht und nennen sich jetzt - in Anlehnung an schwarze Rapper aus den USA, die sich selbst als "Nigger" bezeichnen - selbstbewusst "Kanake".

Gabriele Trost, Stand vom 31.10.2011

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