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Physikalische Therapien bei Rheuma und Arthrose

Es gibt eine ganze Palette begleitender Therapien bei Rheuma und bei Arthrose. Dazu gehören Krankengymnastik, Bewegungstherapie, Ergotherapien, Massagen, Wärme- und Kältebehandlungen, um nur einige zu nennen. Ziel dieser Therapieformen ist es, die Beweglichkeit der Gelenke zu verbessern, die Muskeln zu kräftigen und zu entspannen, Fehlstellungen vorzubeugen und Schmerzen zu lindern.

Blick von oben auf eine Gruppe, die Wassergymnastik in einem Pool macht. (Rechte: dpa)

Mit Bewegung gegen die Versteifung

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Bewegung erhält die Beweglichkeit

Wenn die kranken Gelenke geschont und nicht beansprucht werden, verlieren sie mit der Zeit ihre Funktionstüchtigkeit. Deshalb ist Gymnastik wichtig, um der zunehmenden Versteifung entgegen zu wirken, auch wenn dies zunächst Schmerzen bereiten kann. Durch die Bewegung wird der Knorpel besser mit Nährstoffen versorgt. Knorpel und Knochen werden so vor weiterer Zerstörung geschützt. Egal ob in der Gruppe oder zu Hause, wichtig ist, die Bewegungsübungen regelmäßig zu machen. Dies kann zum Beispiel auch Wassergymnastik im warmen Wasser sein. Auch Massagen können sinnvoll sein. Allerdings nur, wenn die Gelenke nicht entzündet sind.
Sportarten wie Schwimmen, Wandern, Rad fahren, Langlauf, Laufen und Tanzen können je nach Krankheitsbild sinnvoll sein. Im Sinne der Bewegungstherapie sollten die Gelenke bewegt, gleichzeitig aber nur gering belastet werden. Sport stärkt die allgemeine Fitness und führt im Körper zu vielen positiven Effekten.

Wärmetherapie

Wärme kann Schmerzen lindern, regt Durchblutung, Stoffwechsel und die Organfunktionen an, stimuliert auch das Immunsystem. Mit Bädern, Güssen, Wickeln und Packungen, sowie Infrarot-, Rotlicht- oder Ultraschallbehandlungen wird die Wärmetherapie zum Beispiel bei Arthrosen angewendet. Vorsicht ist allerdings bei Entzündungen geboten; sie können sich durch die Wärmeeinwirkung verstärken.

Eine Frau mit Mundschutz, weißen Handschuhen und Stirnband steht im Badeanzug vor einer Tür, auf der 'Kältekammer' und 'minus 110 Grad Celsius' steht. (Rechte: dpa)

Kälte lindert die Schmerzen

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Kältetherapie

Die Kältetherapie spielt mittlerweile auch eine Rolle in der Schmerzbehandlung. Sie kann lokal oder als Ganzkörpertherapie angewandt werden. Eispackungen werden bei Rheuma auf die entzündeten Gelenke gelegt. Rheuma in den Fingergelenken kann zum Beispiel mit dem Kneten tiefgekühlter Steinchen, Bohnen oder ähnlichem auch zu Hause gelindert werden.
Viele Rheuma-Fachkliniken haben spezielle Kältekammern, in denen sich die Patienten bei minus 110 Grad Celsius in Badebekleidung einige Minuten lang bewegen. Diese Behandlung wird während des Klinikaufenthalts mehrfach wiederholt. Dabei werden zunächst die Schmerzrezeptoren der Haut blockiert. Die Kälte dringt aber auch tief ins Gewebe ein, hemmt die Wirkung von Entzündungsstoffen und unterdrückt kann so die Rheumaschmerzen für mehrere Stunden unterdrücken. Während dieser Zeit ist die Beweglichkeit der Gelenke deutlich höher und der Patient kann mit gymnastischen Übungen seine Beweglichkeit verbessern.

Ergotherapie

Bei schweren Krankheitsverläufen muss man seine Lebensführung an die Erkrankung anpassen. Die angegriffenen Gelenke dürfen nicht weiter überlastet werden. Bei Ergotherapie und Rehabilitation werden die Aktivitäten des alltäglichen Lebens trainiert - im Haushalt, im Beruf und in der Freizeit. Der Patient lernt bei der Ergotherapie die für sein Wohlbefinden richtigen Verhaltensweisen, mit dem Ziel, möglichst weitgehend die eigene Selbständigkeit zu erhalten.

Ulrike Wilhelm, Stand vom 01.06.2009

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