Wie ein Schlaganfall entsteht
Wenn der Druck zu hoch wird
In rund einem Fünftel aller Fälle entsteht ein Schlaganfall, wenn ein Blutgefäß im Gehirn platzt. Hierfür kann es verschiedene Gründe geben. Ein möglicher Grund ist eine genetische Schwäche des Blutgefäßes, welches dem Druck des durchfließenden Blutes irgendwann einmal nachgibt. Meist jedoch sind die Blutgefäße durch Arterienverkalkung vorgeschädigt, beziehungsweise schwer durchgängig. Kommt nun noch hoher Blutdruck hinzu, kann so ein Gefäß platzen. Das Blut tritt entweder in das Hirngewebe ein oder zwischen Gehirn und Hirnhaut. In beiden Fällen wird die Durchblutung eines Areals unterbrochen und erste Ausfälle treten ein. Die Voraussetzungen hierfür bestehen oft schon über Jahrzehnte: zum Beispiel hoher Blutdruck, ungesunde Ernährung, wenig Bewegung.
Ein Stopfen bildet sich
Bei den meisten Schlaganfällen platzt jedoch kein Blutgefäß, sondern es wird eines verstopft. Der Ursprung des verursachenden Stopfens aus Blutplättchen, Thrombus genannt, muss noch nicht einmal direkt im Gehirn sein. Selbst im Herzen oder in den auf das Gehirn zuführenden Arterien können sich Blutpfropfen bilden, ablösen und ins Gehirn treiben. Dort verstopfen sie ein Gefäß und sorgen so für einen Durchblutungsmangel.
Auch für diese Form des Schlaganfalles sind normalerweise ungesunde Lebensweise und die damit verbundenen Folgen die Ursache. Dadurch bilden sich arteriosklerotische Ablagerungen aus Cholesterin, Blutzellen, Kalksalzen und Bindegewebe. Diese verengen das Blutgefäß zunehmend. Vor allem jedoch entstehen in den Verwirbelungen an solchen Stellen häufig Blutklümpchen, die sich wieder ablösen und an anderer Stelle Unheil stiften können. Die Vorbeugung gegen einen Schlaganfall muss daher bei der Arteriosklerose ansetzen.
Ein Gefäß verschließt sich
Einen Spezialfall bilden Gefäßverkalkungen, die sich in Blutgefäßen bilden, welche das Gehirn direkt versorgen. Diese können sich jederzeit schließen und für Durchblutungsprobleme sorgen. Achtet man auf warnende Symptome, dann lässt sich oft noch vor einem Schlaganfall medikamentös eingreifen und einem Schaden vorbeugen.
Notfall im Krankenhaus
Die Notfallbehandlung erfolgt zumeist durch blutdrucksenkende Mittel, Flüssigkeitszufuhr und Sauerstoffversorgung. Auch blutverdünnende Mittel und gegebenenfalls Blutgerinnsel auflösende Mittel kommen zum Einsatz. Dies sind alles Versuche die Durchblutung des Gehirns schnellstmöglich zu verbessern. Nur in sehr schweren und umfassenden Fällen wird sogar versucht, einen Verschluss operativ zu beseitigen. Dazu muss der Verschluss aber erreichbar sein.
Im Krankenhaus muss zur Absicherung der Behandlung schnellstens festgestellt werden, ob es sich überhaupt um einen Schlaganfall handelt, und wenn ja, um welche Form. Dazu stehen den Neurologen heutzutage viele Hilfsmittel zur Verfügung:
- Mit einer Computertomographie-Röntgenaufnahme des Kopfes kann festgestellt werden, ob es sich um eine Blutung oder eine Verstopfung handelt
- Die Doppler-Sonographie hilft bei der Suche nach Durchblutungsstörungen
- Mit Hilfe des Elektrokardiogramms (EKG) wird nach möglichen Herzrhythmusstörungen gesucht
Nach diesen einleitenden Untersuchungen fahndet man nach speziellen Ursachen. Mit unterschiedlichsten Methoden wird letztlich der Weg der optimalen Behandlung festgelegt und der entstandene Schaden überprüft.
Noch im Krankenhaus beginnt die Rehabilitation. Je nach Schädigung des Gehirns werden unter Anleitung von Therapeuten Übungen durchgeführt, die die Leistungsfähigkeit erhalten sollen.
Vladimir Rydl, Stand vom 10.01.2006







