Wissensfrage
Kann man einem Schlaganfall vorbeugen?
Natürlich kann man vielen Faktoren wie dem Alter oder einer genetischen Veranlagung nicht entgegenwirken. Aber es gibt Möglichkeiten das Schlaganfallrisiko zu verringern: durch Bewegung und Ernährung. Die Ernährung beeinflusst mit Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes gleich drei wichtige Risikofaktoren. Was liegt näher als sich gesünder und figurbewusster zu ernähren? Entsprechende Diäten oder Rezepte finden sich in unzähligen Büchern und Zeitschriften.
Wenn Abnehmen wirklich so einfach wäre, gäbe es keine Übergewichtigen mehr. Nahrungsaufnahme ist ein Urtrieb, dem sich viele in unserer Überflussgesellschaft kaum entziehen können. Ein Fehlverhalten wird antrainiert. Ist die Nahrungsaufnahme einmal gründlich durcheinander gekommen, reichen einfache, vorübergehende Reduktionen der Portionen nicht mehr. Diäten führen oft zum so genannten Jo-Jo-Effekt, der weitere Gewichtszunahme durch immer bessere Verwertung der Nahrung hervorruft.
Abhilfe schafft in solchen Fällen oft nur noch eine komplette Umstellung des Lebens. Damit verbunden ist die Suche nach den Ursachen des Fehlverhaltens, nach Sucht- und Gewöhnungsmustern, die auch beim Essen vorkommen. Dies ist oft nicht mehr alleine zu bewältigen, man muss seriösen Rat suchen. Der Hausarzt sollte eigentlich weiter helfen können oder gegebenenfalls die Krankenkasse. Aber auch Organisationen wie "Weight Watchers" oder ähnliche können einem zur Seite stehen. Gemeinsam lässt es sich leichter gegen Pfunde ankämpfen.
Der zweite positive Ansatz besteht in gesunder Bewegung. Vor allem Ausdauersportarten wie Wandern, Radfahren oder Schwimmen fördern die Vorbeugung. Diese Sportarten wirken sich nicht nur auf das Übergewicht aus, sondern verbessern auch andere Faktoren wie Blutzucker, Blutdruck und den Fettstoffwechsel. Auch hier ist oft nicht der eigentliche Sport das Problem. Man muss sich sein Leben meist anders einteilen, andere Prioritäten setzen. Hilfreich kann hier sein, möglichst viel Spaß aus der Bewegung zu ziehen. Beim Rad fahren in der Gruppe kann man sich unterhalten, Schwimmen kann man auch in Form wilder Wasserballspiele oder in Form von Schnorcheltraining für den Sommerurlaub praktizieren. Selbst Laufen muss man nicht alleine, Fußball zum Beispiel spielte man früher an jeder Ecke. Wichtig ist vor allem der Wille etwas zu verändern. Es gibt unzählige Möglichkeiten über Vereine oder freie Treffs sich gemeinsame Aktivität zu verschaffen. Nutzen Sie den positiven "Gruppenzwang" gegen Ihren "inneren Schweinehund".
Wenn Sie dann auch noch das Rauchen und den Alkoholgenuss einschränken, haben Sie schon fast alles getan um nicht nur dem Schlaganfall vorzubeugen, sondern auch den meisten anderen so genannten Zivilisationskrankheiten.
Vladimir Rydl, Stand vom 10.01.2006






