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Spielsucht
Der Spieler Hans P.
Porträt
Ursachen und Therapie
Interview
Wissensfrage

Stimmt es, dass Spielsüchtige ein persönliches Verhältnis zu Spielautomaten aufbauen?

Zwischen einem Spielsüchtigen und seinem Spielgerät kann durchaus eine enge und gefährliche Beziehung aufgebaut werden. Manche Spieler sprechen nicht nur mit dem Automaten, sondern bedrohen oder schlagen ihn, wenn er kein Geld ausspuckt. Dass Spieler ein Problem mit der zwischenmenschlichen Kommunikation haben, tritt dabei besonders deutlich hervor: Spielsüchtige bekommen schnell das Gefühl, dass der Apparat keine Widerworte gibt, sondern das tut, was man will, wenn man ihn mit Münzen füttert. Manchmal geht es so weit, dass selbst Spieler, die bereits länger in Therapie sind, in ihrem Kopf die Geräusche des Automaten hören und regelrecht das Gefühl haben, der Automat würde sie rufen.

Glücksspielautomat der Art Einarmiger Bandit. Rechts am Gerät befindet sich der Hebel, der die Walzen in Gang setzt. (Rechte: Mauritius)

Einarmiger Bandit

Vergrößern

Können sich Spieler vor sich selber schützen?

Zumindest in Kasinos können Spielsüchtige freiwillig eine Selbstsperre verhängen lassen und sich damit sozusagen selbst aussperren. Bei der Passkontrolle am Eingang sollten sie dann abgewiesen werden. Schwierig ist die Selbstsperre in den Automatensälen der Spielbanken, in denen die Besucher in der Regel nicht kontrolliert werden. In der Spielbank Bad Homburg erkennt inzwischen ein biometrisches System die Gesichter von gesperrten Spielern und schlägt Alarm, sobald jemand verbotenerweise die Räume betritt.

Lange waren sich die Gerichte uneinig, was passiert, wenn ein Spielsüchtiger trotz Selbstsperre im Kasino Geld gewinnt oder verliert. 1996 hatte der Bundesgerichtshof (BGH) nämlich festgestellt, dass Kasinos durch die Sperre keinerlei Pflichten entstehen: Sie mussten Süchtigen also verzocktes Geld nicht zurückzahlen, gleichzeitig konnten sie aber wegen der vertraglichen Sperre den Spielern die Auszahlung von Gewinnen verweigern. Inzwischen hat der BGH seine Position geändert und entschied im Dezember 2005 zugunsten zweier Frauen, deren Ehemänner trotz Selbstsperre mehrere Tausend Euro verspielt hatten. Der BGH vertrat damit die Ansicht, dass Spielbanken verpflichtet sind, Spieler in Zukunft wirksamer zu schützen.

Hilke Janssen, Stand vom 01.06.2009

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