• Zum Inhalt springen
  • Zur Hauptnavigation springen
  • Zur Themennavigation springen
  • Zum Suchfeld springen
Logo von Planet Wissen

Planet Wissen
Rat & Tat: Verdacht auf Tourette

  • Hilfe
  • Kontakt
  • WDR
  • SWR
  • BR Alpha

Themennavigation

  • Natur Technik
  • Politik Geschichte
  • Kultur Medien
  • Länder Leute
  • Sport Freizeit
  • Alltag Gesundheit

Suche

Hauptnavigation

  • Startseite
  • Sendungskalender
  • Wissen interaktiv
  • Bildergalerien
  • Podcast
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Hilfe
  • Impressum

Navigationspfad

Sie befinden sich hier:

  • Planet Wissen
  • Alltag & Gesundheit
  • Krankheiten
  • Tourette-Syndrom
  • Rat & Tat: Verdacht auf Tourette

Rat & Tat: Verdacht auf Tourette

Plötzlich steht es im Raum: Vielleicht hat das Kind das Tourette-Syndrom, die Krankheit der Tics? Die meisten Angehörigen wissen nicht, wie sie mit so einem Verdacht umgehen sollen. Können Kinder mit Tourette überhaupt zur Schule gehen? Und ist die Krankheit am Ende vererbbar? Eltern, Freunde und Bekannte stellen sich die unterschiedlichsten Fragen.

Auf dem Bild sieht man eine Mutter, die ihre weinende Tochter tröstet. (Rechte: Mauritius)

Verdacht auf Tourette - für viele Familien ein schwerer Schlag

Vergrößern

Mehr zum Artikel

Tourette-Syndrom
Georges de la Tourette
Tourette-Patient
Interview
Rat & Tat
Verdacht auf Tourette
Literatur & Co

Wie kommt der Arzt zur Diagnose?

Die Diagnose des Tourette-Syndroms ist nicht einfach. Und deshalb dauert es vom ersten Arztbesuch bis zur endgültigen Diagnose im Durchschnitt sieben Jahre. Für die Betroffenen ist das schlimm. Denn solange die Krankheit keinen Namen hat, können Arzt und Patient sie auch nicht behandeln. Weder Bluttest noch andere technische Untersuchungen helfen dem Arzt bei seiner Diagnose. Stattdessen ist er darauf angewiesen, dass der Betroffene seine Leiden genau beschreibt. Nur wenn die Krankheit vor dem 18. Lebensjahr aufgetreten ist und der Patient dauerhaft an mehreren unterschiedlichen Tics leidet, kann der Arzt eindeutig das Tourette-Syndrom identifizieren.

Auf dem Foto sitzen mehrere Mitglieder einer Selbsthilfegruppe im Stuhlkreis. (Rechte: Mauritius)

Selbsthilfegruppen machen Patienten Mut

Vergrößern

Das Resultat steht fest. Und nun?

Sobald die Krankheit einen Namen hat, kann endlich etwas getan werden. Und das ist gut. Denn gerade für junge Patienten ist schnelle Hilfe wichtig. Kinder mit Tourette-Syndrom werden in der Schule oft gehänselt und von ihren Altersgenossen zurückgewiesen. Auch viele Eltern sind mit den Tics ihrer Kinder überfordert, wissen nicht, wie sie mit dem merkwürdigen Verhalten umgehen sollen. Je länger dieser Zustand anhält, umso eher schlägt er sich auf den Gesundheitszustand der jungen Tourette-Patienten nieder: Viele Kinder ziehen sich zurück, verfallen in Depressionen. Professionelle Hilfe kann das verhindern. Und so ist es für Tourette-Patienten und ihre Familien wichtig, sich möglichst schnell an psychologische Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen zu wenden.

Mehrere Erstklässler beim ersten Schultag in ihrem neuen Klassenzimmer. Alle tragen eine Schultüte. (Rechte: WDR)

Tourette-Patienten haben es in der Schule oft schwer

Vergrößern

Schule mit Tourette-Syndrom?

Kinder mit Tourette-Syndrom sind in der Regel genauso intelligent wie ihre Klassenkameraden. Sie sollten deshalb eine ganz normale Schule besuchen und versuchen, dem Unterricht so gut es geht zu folgen. Das ist nicht immer einfach - und leider haben viele Tourette-Patienten in der Schule Probleme. Daran sind nicht nur ihre Tics schuld. Denn etwa die Hälfte der jungen Tourette-Betroffenen leidet zusätzlich an einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung. Konzentriertes Arbeiten ist für sie extrem schwierig und längeres Stillsitzen ein glatter Albtraum.

Medikamente helfen in so einem Fall kaum weiter. Denn die üblichen Stoffe führen bei Tourette-Patienten zu einer Verstärkung der Tics. Doch was ausweglos scheint, ist mit viel Geduld und gutem Willen in den Griff zu bekommen: Manchmal hilft ein Sitzplatz in der ersten Reihe, um die Aufmerksamkeit des Kindes zu bündeln und es vor allzu großer Ablenkung zu schützen. Ein paar Schritte durchs Klassenzimmer können Wunder wirken, wenn das Stillsitzen nicht mehr klappen will. Die meisten Tourette-Patienten schließen die Schule erfolgreich ab. Und sie üben dann die unterschiedlichsten Berufe aus.

Können die Tics verschwinden?

Der Verlauf des Tourette-Syndroms variiert von Patient zu Patient. Es ist daher sehr schwer, allgemeine Prognosen über den Krankheitsverlauf zu stellen. In aller Regel treten die Symptome um das siebte Lebensjahr auf und verstärken sich bis zum 13. Lebensjahr. Zwischen dem 16. und dem 30. Geburtstag nehmen die Tics bei vielen Patienten stark ab - bei einigen verschwinden sie sogar ganz. Andere müssen ein Leben lang mit ihrer Krankheit zurechtkommen. Mal in stärkerer, mal in schwächerer Form. Die Tics plagen Betroffene vor allem dann, wenn das Leben ohnehin turbulent wird. Oft sind es schwere Lebenskrisen wie der Tod der Eltern oder die Trennung vom Partner, die die verschwunden geglaubten Tics plötzlich wieder aufleben lassen.

Auf dem Bild sieht man ein Elternpaar mit seinen zwei Kindern. Beide tragen ein Kind auf dem Arm. (Rechte: WDR)

Das Tourette-Syndrom ist vererbbar

Vergrößern

Ist das Tourette-Syndrom vererbbar?

Wissenschaftler sind sich mittlerweile einig, dass eine erbliche Form des Tourette-Syndroms existiert. Die Gene, die das Syndrom auslösen, sind bisher nicht bekannt - und sie scheinen auch nicht im Alleingang für den Ausbruch der Krankheit verantwortlich zu sein. Vielmehr vermuten die Spezialisten, dass unter anderem Probleme während der Schwangerschaft und spätere Infektionen (zum Beispiel mit Streptokokken) eine wichtige Rolle spielen. Außerdem scheint das Geschlecht des Kindes einen entscheidenden Einfluss zu haben. Denn bei Jungs ist die Wahrscheinlichkeit, an Tics zu erkranken, bis zu zehn Mal höher als bei Mädchen.

Bis heute kann kein Arzt der Welt Eltern mit Sicherheit sagen, ob ihr Kind das Tourette-Syndrom haben wird oder nicht. Wissenschaftliche Studien belegen jedoch, dass nur etwa zehn Prozent der erblich vorbelasteten Kinder später mit einer schweren Form des Tourette-Syndroms leben müssen. Der Kinder- und Jugendpsychiater Aribert Rothenberger empfiehlt Tourette-Patienten daher, bei ihrer Familienplanung zuversichtlich zu sein. Denn schließlich werden auch die Behandlungsmethoden immer besser.

Clara Walther, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Zwänge und Tics - Wenn Gewohnheit zur Qual wird, 22.08.2008

Mehr zum Thema

Collage aus Bildmotiven zum Thema Krankheiten (Rechte: WDR)

Krankheiten


  • Krebs
  • Malaria
  • Inkontinenz
  • Multiple Sklerose
  • Schlaganfall

nach oben

  • Seite empfehlen
  • Seite drucken
  • Impressum

URL dieser Seite: http://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/krankheiten/tourette_syndrom/rat_verdacht_tourette.jsp

© WDR / SWR / BR-alpha 2012

WDR, SWR und BR-alpha sind nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.