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Vergessene Krankheiten

Malaria, Tuberkulose, AIDS - das sind heute die drei verheerendsten Krankheiten, die Jahr für Jahr sechs Millionen Menschen töten. Es sind nicht die einzigen. In den Tropen gibt es viele tödliche Krankheiten, an denen Menschen leiden. Hierzulande kennt man kaum ihre Namen. "Neglected diseases" nennt man sie auch, die vernachlässigten Krankheiten.

Man sieht den unter einem Mikroskop vergrößerten Kopf einer Tsetse-Fliege. (Rechte: Mauritius)

Die Tsetse-Fliege überträgt die Schlafkrankheit

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Die Schlafkrankheit

Für die meisten ist die Schlafkrankheit (Afrikanische Trypanosomiasis) eine eigenartige, kaum ernst zu nehmende Erscheinung, bei der die Menschen einfach müde werden. Tatsächlich aber ist ihr Verlauf sehr ernst zu nehmen. Unbehandelt führt sie zu schweren Nebenwirkungen, die meist mit dem Tode enden. Der Erreger ist ein Parasit namens "Trypanosoma brucei", sein Überträger ist die Tsetsefliege. Man findet sie in fast ganz Afrika, an Flüssen und Seen nördlich von Südafrika bis südlich der Sahara. Die Infektion erfolgt durch Stiche. Zunächst leiden die erkrankten Personen unter Fieberschüben. Zu diesem Zeitpunkt ist die Krankheit noch gut heilbar. Doch Fieber ist eine häufige Erkrankung in den Tropen und die richtige Diagnose kostet viel Geld. Wird die Krankheit nicht erkannt oder nicht behandelt, dringen die Erreger in die Lymphknoten ein.

Eine Mutter sitzt mit ihrem Kind auf dem Schoß in einem Krankenhaus in Sierra Leone. (Rechte: dpa)

Krankenstation in Sierra Leone

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Zehn bis 16 Monate nach der Infektion bricht die Krankheit richtig aus. Es kommt zu nervösen Erscheinungen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl. Manchmal treten Lähmungen und Sprachstörungen auf und häufig ändert sich der Charakter des Patienten: Er neigt zur Gewalttätigkeit. In vielen Fällen ziehen sich diese Symptome über Jahre hinweg. Erst dann befällt den Kranken eine regelrechte Schlafsucht. Er ist so müde, dass man ihn sogar zum Essen zwingen muss. Der Erkrankte stirbt schließlich an Entkräftung, oft auch an Meningitis (Hirnhautentzündung) oder Herzschwäche. Die Medikamente, die helfen können, sind fast alle veraltet und haben starke Nebenwirkungen. Heute sind 300.000 Menschen von der Krankheit betroffen, 60 Millionen sind davon gefährdet.

Aedes-Mücke sitzt auf einem Daumen. (Rechte: dpa)

Vorsicht vor der Aedes-Mücke

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Das Dengue-Fieber

Das Dengue-Fieber ist eine Virus-Erkrankung, die durch Mücken übertragen wird. Meist genügt ein Stich nicht, um zu erkranken, so dass vor allem Menschen gefährdet sind, die sich für längere Zeit in einer Region aufhalten, wo die gefährlichen Aedes-Mücken vorkommen. Es gibt vier verschiedene Virus-Typen, die unterschiedliche Auswirkungen auf den Verlauf der Krankheit haben. Kommt es zu zwei Infektionen, besteht die Gefahr, dass der Patient ein so genanntes hämorrhagisches Fieber bekommt, das mit Blutungen einhergeht. Es gibt kein Medikament gegen das Dengue-Fieber, so dass der einzige Schutz im Schutz vor Mücken besteht.

Schwarzweiß-Bild: Fünf Patienten sitzen auf drei Betten, die in einer Krankenstation für Kala-Azar in Uganda stehen. (Rechte: dpa)

Krankenstation für Kala Azar in Uganda, 2005

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Leishmaniasis

Kala Azar, schwarzes Fieber, nennen die Hindi die gefährlichste, die innere Form der Leishmaniasis, bei der die Organe angegriffen werden. Eine Sandfliege ist die Überträgerin der Krankheit, an der jährlich etwa 400.000 Menschen erkranken. Die Fliege überträgt den Erreger, einen winzigen Parasiten, vom Tier auf den Menschen und von Mensch zu Mensch. Die Kranken leiden unter hohem Fieber, Gelenkschmerzen und einem starken Gewichtsverlust. Werden sie nicht behandelt, so müssen sie in den meisten Fällen sterben. Bei der leichteren Form der Leishmaniasis bilden sich Geschwüre an der Haut, die große Narben oder Verstümmelungen hervorrufen können. Verbreitet ist die Krankheit vor allem in Indien und Ostafrika, aber auch in Südeuropa gibt es infizierte Sandmücken, die die Krankheit übertragen können.

Sine Maier-Bode, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Tropenkrankheiten - Erreger aus der Fremde, 04.09.2006

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Collage aus Bildmotiven zum Thema Krankheiten (Rechte: WDR)

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