Literatur & Co.
Bücher
Ich besiegte meinen Waschzwang - Innenansicht einer Therapie
"Ich fühlte mich gefangen, gefangen in der eigenen Wohnung", schreibt Susanne Fricke zu Beginn ihres Buches. Alles dreht sich bei ihr nur noch um den Waschzwang, der sie schließlich bis zu acht Stunden am Tag unter der Dusche gefangen hält. Die Autorin hat darunter jahrelang gelitten, ehe sie sich mit 22 Jahren auf eine stationäre Therapie einlässt. In ihrem Buch beschreibt sie höchst eindrucksvoll ihr Martyrium. Schonungslos gewährt Susanne Fricke dem Leser einen Einblick in die zum Teil absurden Rituale ihrer Zwangshandlungen und in ihre tiefe Verzweiflung. Das Buch macht jedoch auch Mut und zeigt, dass eine Heilung möglich ist.
Zwangsstörungen – Wenn die Sucht nach Sicherheit zur Krankheit wird
Die Psychotherapeuten David Althaus und Nico Niedermeier und die Wissenschaftsjournalistin Svenja Niescken beschäftigen sich in ihrem Buch mit den Symptomen, der Diagnose, den häufigsten Begleiterkrankungen sowie den Ursachen für die Entstehung von Zwangserkrankungen. Ausführlich stellen die Autoren darüber hinaus die Grundlagen und Ziele der Therapie vor und wollen damit all jene ermutigen, die sich auf eine ambulante oder stationäre Therapie einlassen wollen. Ihr Buch ist mehr als nur ein Ratgeber für Betroffene und deren Angehörige. Die komplexe Materie wird hier sehr eingängig anhand zahlreicher Fallbeispiele aufgearbeitet.
Ratgeber Zwangsstörungen
Der Ratgeber bietet eine fachlich fundierte und mit zahlreichen Fallbeispielen veranschaulichte Beschreibung der verschiedenen Formen von Zwängen. Er erklärt, wie sie entstehen und welchen Platz sie im Leben von Zwangserkrankten einnehmen. Der Autor beschreibt die Behandlung von Zwangsstörungen - insbesondere die Strategien der kognitiven Verhaltenstherapie - und erklärt die damit verbundenen Probleme und Chancen für die Betroffenen.
Zwänge bei Kindern und Jugendlichen
Das Buch erläutert die Besonderheiten von Zwangsgedanken und Zwangshandlungen sowie die Bedingungen, unter denen sie entstehen. Der erste Teil richtet sich an erwachsene Leser, der zweite an betroffene Kinder und Jugendliche, die in leicht verständlicher Sprache die wichtigsten Informationen zum Thema bekommen. Die Autorin beschreibt das Vorgehen in der Einzeltherapie mit Zwangsgestörten und bietet Anknüpfungspunkte für das Gespräch zwischen Eltern und Therapeuten. Anhand zahlreicher Fallbeispiele wird gezeigt, wie die Behandlung von Zwangserkrankten geplant und durchgeführt werden kann.
Ich bezwinge meinen Zwang
Günther Gielen beschreibt in diesem Buch am Beispiel seiner eigenen Erkrankung, was Zwangserkrankungen sind und wie der Betroffene sich von ihnen befreien kann. Das Buch richtet sich sowohl an Zwangserkrankte als auch an deren Angehörige.
Hilfreiche Briefe an Zwangserkrankte
Die ehemals zwangskranke Ulrike S. hat eine Reihe von Briefen an Betroffene und deren Angehörige verfasst. Die Autorin richtet ihren Blick nicht auf die Problematik, sondern auf konkrete Handlungen, die den Erkrankten helfen sollen, mit ihren Zwängen umzugehen. Sie zeigt, wie gemeinsame Bemühungen von Betroffenen, Angehörigen und Therapeuten auch bei schweren Zwangserkrankungen eine Besserung ermöglichen.
Zwangsstörungen verstehen und bewältigen - Hilfe zur Selbsthilfe
Professor Iver Hand, einer der Autoren dieses Ratgebers, gehört zu jenen Psychotherapeuten, die seit Jahrzehnten maßgeblich dazu beigetragen haben, dass die Behandlung von Zwangsstörungen stärker in den Fokus der Psychotherapie gerückt wurde. Zusammen mit seiner Kollegin Susanne Fricke wendet er sich an den Kreis der Betroffenen und ihrer Angehörigen, die unter den Folgen von Zwangsstörungen zu leiden haben. Die Autoren erläutern in einer leicht verständlichen Sprache die typischen Merkmale der psychischen Störung und bieten dem Leser die Möglichkeit, anhand von Arbeitsblättern vorhandene Zwangsmuster an sich selbst ausfindig zu machen und mit gezielten Übungen zu versuchen, die Zwangshandlungen zu vermeiden.
DVDs
Besser geht's nicht
Der einsame New Yorker Schriftsteller Melvin Udall (Jack Nicholson) ist zwangsgestört. Darunter leidet er selbst, aber vor allem seine Umwelt. Besonders sein Nachbar Simon hat unter Melvins verbalen Attacken zu leiden. Kellnerin Carol (Helen Hunt) ist die einzige, die ihm Paroli bietet und gleichzeitig auf ihn eingeht. Durch eine Verkettung von Umständen überschneiden sich die Schicksale der drei New Yorker, und bei einer gemeinsamen Autofahrt kommen sie sich näher.
Aviator
Leonardo DiCaprio spielt in Martin Scorseses elegant inszeniertem Film den exzentrischen Multi-Millionär Howard Hughes. Hughes sorgte in den 30er, 40er und 50er Jahren als risikofreudiger Filmproduzent, Flieger und Playboy für Schlagzeilen. Doch er hatte noch eine andere Seite: Immer stärker gewannen seine verschiedenen Zwangsstörungen Kontrolle über sein Leben. Im üppig vorhandenen Bonusmaterial dieser Doppel-DVD-Ausgabe findet sich unter anderem eine Dokumentation, die sich mit Hughes' Krankheit beschäftigt.
CD-ROMs
Brainy, das Anti-Zwangs-Training
Der virtuelle Co-Therapeut "Brainy" leitet den Patienten auf dieser CD dazu an, in seiner häuslichen Umgebung regelmäßige Konfrontationsübungen gegen Zwangshandlungen durchzuführen. Eine weitere Software ermöglicht es dem Betroffenen, sich durch audio-visuelle Übungen von Zwangsgedanken zu befreien. Durch das wiederholte Anhören von selbst aufgezeichneten Merksätzen soll es gelingen, wieder "gesunde" Denkweisen zu etablieren. Das Buch zur CD erklärt begleitend, wie Zwangsstörungen entstehen, was sie aufrechterhält und auf welche Weise eine Verhaltenstherapie dabei helfen kann, sie zu überwinden.
Ulrich Neumann/Johanna Rüschoff, Stand vom 30.06.2011
Sendung: Zwangsstörungen - Wenn Waschen zur Krankheit wird, 05.07.2011




