Die Bio-Siegel
Staatliches Bio-Siegel:
Seit dem Jahr 2001 gibt es das sechseckige grüne Siegel. Über 50.000 Lebensmittel trugen im November 2008 dieses Bio-Siegel. Es signalisiert, dass das jeweilige Produkt gemäß der EG-Öko-Verordnung hergestellt wurde und einen Mindeststandard erfüllt, der jedoch weit weniger streng ist als die Richtlinien der Anbauverbände. 2009 kam es nach der Neufassung der EG-Öko-Verordnung zu einer weiteren Abschwächung seines Qualitätsstandards.
Naturland
Naturland ist einer der größten ökologischen Anbauverbände. Weltweit zählt der Verband mehr als 55.000 Bauern, allein in Deutschland gibt es über 2400 Naturland-Betriebe. Die zertifizierten Landwirte und weiterverarbeitenden Betriebe produzieren nach speziellen Naturland-Richtlinien sowohl Öko-Lebensmittel , Holz und Textilien. Diese Richtlinien sind strenger als die gesetzlichen Anforderungen der EG-Öko-Verordnung – so muss zum Beispiel der gesamte Bauernhof ökologisch betrieben werden, mindestens die Hälfte des Futters muss selbst produziert werden und es dürfen weniger Tiere gehalten werden. Es werden außerdem Bereiche abgedeckt, die nicht in der EG-Öko-Verordnung geregelt sind – wie etwa Sozialrichtlinien.
Seit 1989 fördert der Verband auch Projekte im Ausland – in mehr als zwanzig Ländern produzieren Aquafarmen nach den Naturland-Richtlinien für Ökologische Aquakultur unter anderem Öko-Lachs und Öko-Shrimps.
Demeter
Der älteste Anbauverband wirtschaftet seit 1928 nach Grundsätzen der anthroposophischen Sichtweise nach Rudolf Steiner. Ein landwirtschaftlicher Hof wird als ganzheitlicher Organismus gesehen, bei dem nicht nur die Substanzen und die physischen Abläufe der Natur eine Rolle spielen, sondern auch auf übersinnliche und kosmische Kräfte geachtet wird. Das Zusammenspiel von Menschen, Tieren und Pflanzen sowie Erde und Kosmos steht im Mittelpunkt. Die Erzeugung ökologischer Nahrungsmittel ist dabei folgerichtig und Demeter hat dabei die strengsten Richtlinien.
Bioland
Bioland ist der führende ökologische Anbauverband in Deutschland. Sie arbeiten seit 1971 als Kreislaufwirtschaft ohne synthetische Pestizide und chemisch-synthetische Stickstoffdünger. Die Tiere werden artgerecht gehalten und die Lebensmittel schonend verarbeitet. Ein Vergleich: für die Verarbeitung von Bioland Produkten sind 24 unbedenkliche Zusatzstoffe zugelassen. Das EU-Bio-Siegel erlaubt 45 Zusatzstoffe. Bei konventioneller Verarbeitung sind 316 Zusatzstoffe erlaubt.
Gäa
Gäa war 1989 der erste ökologische Anbauverband in der DDR. Der vielfältige Anbauverband hat als Arbeitsschwerpunkt Ostdeutschland und vereinigt unter seinem Label Landwirte, Verarbeiter und Handelsfirmen. Gäa setzt sich besonders beim Strukturaufbau für den Öko-Landbau ein. Seine Standards sind mit denen der anderen Anbauverbände zu vergleichen und übersteigen die der EG-Öko-Verordnung.
Biopark
Der ökologische Verband Biopark wurde 1991 von 16 Betrieben in Mecklenburg-Vorpommern gegründet. Mit dem Motto „Qualität statt Quantität“ produzieren sie inzwischen in ganz Deutschland ökologische Fleischerzeugnisse. Nach Ökokriterien leben Tiere wie Mutterkühe und Mutterschafe, Schweine und Geflügel unter natürlichen Bedingungen, mit Weidegang und betriebseigenem Futter. Leistungsförderer und Futtermittel tierischer Herkunft sind nicht erlaubt, nur ökologisches Saatgut und der Einsatz betriebseigenen Düngers.
Ecovin
Ecovin gründete sich 1985 als größter und einziger Zusammenschluss ökologisch arbeitender Weingüter in Deutschland. 198 Mitgliedsbetriebe bewirtschaften 2009 1.100 Hektar Rebfläche in 10 deutschen Anbaugebieten. Auch Maßgaben für die Kellerwirtschaft wie zum Beispiel die zulässige Menge an Schwefel, sind festgeschrieben und liegen weit unter der EG-Öko-Verordnung. Neben den strengen Richtlinien will Ecovin auch Genuss und Lebensfreude verbreiten: Urlaub auf dem Weingut oder Wein- und Kochkurse werden von vielen Winzern mit angeboten.
Bio drauf – Bio drin
Die Worte „Bio“ und „Öko“ sind gesetzlich geschützt. Beide Begriffe sind gängig und synonym zu verstehen. Zudem wird jedes Bio-Produkt mit einem Code gekennzeichnet, hinter dem eine anerkannte Kontrollstelle steht. Dieser Code belegt, dass der Hersteller alle gesetzlichen Auflagen, die für die ökologische Landwirtschaft und Verarbeitung stehen, erfüllt hat. Alle Bezeichnungen mit diesen Begriffen garantieren somit Bio-Lebensmittel. Wer konventionelle Ware damit kennzeichnet macht sich strafbar. Bei diesen irreführenden Begriffen sollten Sie allerdings Vorsicht walten lassen, denn hinter ihnen verbergen sich keine Bio-Lebensmittel: alternativ, integriert, kontrolliert umweltschonend, kontrollierter Anbau, umweltfreundlich und viele mehr.
Almut Röhrl, Stand vom 01.03.2011










