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Interview mit dem Bio-Kontrolleur

Peter Grosch ist Bio-Kontrolleur. Nach dem Studium der Landwirtschaft an der Universität Hohenheim verbrachte er zunächst einige Jahre in der Forschung. Schließlich wurde er Geschäftsführer von Bioland, dann von einem Teilbereich bei Demeter bis er 1990 BCS (Bio Control System) gründete. Seine Ökokontrollstelle ist eine von 20 weiteren in Deutschland, BCS kontrolliert "Bio" jedoch weltweit.

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Planet Wissen (PW):Wo und wen kontrollieren sie?

Peter Grosch (P.G.): In 70 Ländern der Welt vom Acker bis zu Theke, Erzeuger, Verarbeiter, Händler, Importeure, Exporteure. Diese Kunden sind verpflichtet sich dem Kontrollsystem zu unterstellen.

PW: Wer legt die Maßstäbe fest?

P.G.: Die Leitlinien werden von der EU und den Bundesländern bzw. den amerikanischen oder japanischen Ministerien festgelegt, je nachdem um welche Länder es sich dreht. BCS konkretisiert diese Leitlinien dann für das jeweilige Unternehmen, schickt sie ihnen vorweg zu und überprüft am Ende deren schriftliche Antworten, ob sie der Realität entsprechen.

PW: Wie oft werden die landwirtschaftlichen Betriebe kontrolliert im Jahr?

P.G.: In der Regel wird einmal im Jahr angemeldet kontrolliert. Und dann kommt man noch unangekündigt, das orientiert sich am Risiko.

Mann um die 50 steht im Planet Wissen Studio mit Obst- und Gemüsekörben um sich herum (Rechte: SWR)

Peter Grosch gründete eine Ökokontrollstelle

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PW: Was wird da alles kontrolliert?

P.G.: Den Kontrolleuren liegt ein genauer Plan des Betriebes sowie eine Beschreibung der Tätigkeit und eine Liste der hergestellten Produkte vor. Beim Betriebsrundgang wird geschaut, ob alle Rohstoffe und verkaufsfertigen Waren als Bio gekennzeichnet sind. Es dürfen keine konventionellen Rohstoffe im Betrieb sein bzw. bei Betrieben die Bio und konventionelle Produkte herstellen, müssen die Bestände genau gekennzeichnet sein. Bei landwirtschaftlichen Betrieben kommt es zum Einblick ins Medikamentenbuch- und Stallbuch. Auch die Lieferscheine und Zertifikate werden kontrolliert. Von allen Lieferanten müssen gültige Bio-Zertifikate vorliegen. Auch die Buchhaltung wird eingesehen und es werden die vom Wirtschaftsprüfer geprüften Zahlen über den Einkauf und den Verkauf kontrolliert und auf Plausibilität geprüft. Die Rezepturen werden ebenfalls kontrolliert. Beispiel Roggenbrot: wie viel Roggenbrot wurde verkauft? Wie viel Roggen ist in der Rezeptur vom Roggenbrot? Wie viel Roggen wurde verbraucht? Liegen für die gesamte verbrauchte Menge Roggen Einkaufsrechnungen über Bio-Roggen vor? Bei landwirtschaftlichen Betrieben werden die Verkaufsmengen auf Plausibilität zur Anbaufläche geprüft. Zum Schluss muss der Betriebsinhaber natürlich versichern, dass er alle Angaben wahrheitsgemäß gemacht hat.

PW: Wer kontrolliert eigentlich die Kontrolleure?

P.G.: Er wird auf mehreren Ebenen ebenso selbst kontrolliert. Die Behörden, die Bundesländer, die EU kontrollieren die Ökokontrollstellen. Ihre Akkreditierung erfolgt alle fünf Jahre, es ist eine Überwachung durch den Staat. Im Ausland geschieht das nach den dortigen Gesetzen.

PW: Haben Bio-Lebensmittel aus z.B. Afrika oder Asien den gleichen Bio-Standard wie die europäischen Bio-Lebensmittel?

P.G.: Für Import-Bio hat die EU eine akzeptierte Liste. Wenn aus dem Ausland Bioware kommt, muss sie durch ein Kontoll-Nadelöhr und nachweisen, dass sie nach den gleichen Regeln hergestellt wurde wie in Europa. Die Kontrollstelle gibt erst dann den Import frei.

Almut Röhrl, Stand vom 02.11.2009

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Bildcollage zum Thema Anbaumethoden. (Rechte: SWR)

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