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Die Anna Amalia Bibliothek

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Blütezeit im grünen Schloss

Die "Anna Amalia Bibliothek", eine der ersten Fürstenbibliotheken in Deutschland, gehört fest zum Ensemble der Weimarer Klassik, weshalb die Unesco sie ins Weltkulturerbe aufnahm.

Gegründet wurde die Bibliothek im Jahr 1691. Sie hatte ihr erstes Domizil im Weimarer Stadtschloss mit einem Anfangsbestand von 500 Büchern. Eine richtige Dynamik erlebte die Bibliothek durch den Umzug in das Grüne Schloss mit dem berühmten Rokokosaal. Unter der Herzogin Anna Amalia, Regentin des Kleinstaates und bedeutende Buchliebhaberin, begann die Blütezeit der Bibliothek. In der neuen Umgebung des Grünen Schlosses war die Bibliothek für die Öffentlichkeit besser zugänglich. Gleichzeitig wuchs die Büchersammlung rasch an.

Rokokosaal der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek. (Rechte: AKG)

Der berühmte Rokokosaal

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In etwa 70 Jahren zwischen 1766 und 1832 kamen 100.000 Bände zu den bereits vorhandenen 30.000 hinzu. Der Schwerpunkt der Sammelgebiete lag im schöngeistigen und musischen Bereich. Gesammelt wurden Kunst- und Geschichtsbücher; europäische Belletristik und zahlreiche Musikhandschriften krönten den Bestand. Unter Johann Wolfgang von Goethe, der von Herzog Carl August zum leitenden Bibliothekar berufen wurde, erlebte die Bibliothek eine zweite Glanzzeit. Kostbare Bücher wurden in seiner Amtszeit erworben, die Verwaltung reformiert und dringende Baumaßnahmen getätigt. Fortschrittlich war die Ausleihregel. An zwei Vormittagen in der Woche konnten Bücher für drei Monate ausgeliehen werden.

Der brennende Dachstuhl der Bibliothek. (Rechte: dpa)

Ein verheerendes Feuer im Dachstuhl

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Raub der Flammen

Im 19. und 20. Jahrhundert kamen nur noch wenig bedeutende Bestände hinzu. Die finanziellen Mittel wurden eingeschränkt. Die Sammlung konzentrierte sich auf den thüringischen Raum, quasi auf die Geschichte vor der eigenen Haustür. In der DDR wurde die Weimarer Bibliothek mit einer Institutsbibliothek, deren Schwerpunkt auf klassischer deutscher Literatur lag, vereinigt. Zu ihrem 300-jährigen Gründungsjubiläum im Jahr 1991 erhielt die Bibliothek den Namen der engagierten Herzogin Anna Amalia.

In die Schlagzeilen geriet die Bibliothek im September 2004, als ein verheerendes Feuer im Dachstuhl ausbrach. Es war der größte Bibliotheksbrand nach dem Zweiten Weltkrieg. Das dritte Geschoss und die Mansarde wurden Opfer der Flammen. Den größten Verlust erlitt die Musikaliensammlung: Unikate und Handschriften verbrannten im Feuer. Tragisch ist, dass der einzigartige Charakter dieser Sammlung verloren gegangen ist.

Dennoch konnten große Teile der Literatursammlung gerettet werden, wie etwa mittelalterliche Handschriften, die weltweit größte Faust-Sammlung und Nietzsches Privatbibliothek. Fortan lief die Restaurierung der aus den Flammen geretteten Bücher auf vollen Touren und ist immer noch nicht abgeschlossen. Das durch den Brand in starke Mitleidenschaft geratene Gebäude der Bibliothek mit dem berühmten Rokokosaal soll bis zum Herbst 2007 restauriert und wieder für Besucher geöffnet werden.

Sabine Kaufmann, Stand vom 01.06.2009

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