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Was hat Dennis aus einem Papierbogen gebastelt?

Aus einem einfachen Bastelbogen hat Dennis einen "Fußball" gebastelt. Mathematisch betrachtet ist dieser Fußball ein "abgestumpftes Ikosaeder". Er besteht aus 12 Fünfecken und 20 Sechsecken. Solche Körper, die aus regelmäßigen Vielecken bestehen und so gleichmäßig wie möglich zusammengesetzt sind, nennt man auch "Archimedische Körper" (wenn mindestens zwei Sorten von regelmäßigen Vielecken vorkommen). Rund, wie er sein sollte, wird der Fußball natürlich erst, wenn man Luft hineinpumpt.

Ein Stück Papier auf dem ein Muster, ähnlich dem von Bienenwaben aufgebracht ist. (Rechte: SWR)

So sah es zu Beginn aus ...

Ein Fußball sah bis Mitte der 1960er Jahre allerdings noch anders aus als unser Studiomodell. Man kickte noch mit Ball-Konstruktionen, die aus parallel angeordneten Lederstreifen zusammengenäht waren. Warum also kamen die Fußballtüftler dann ausgerechnet auf das abgestumpfte Ikosaeder? Wenn es schon ein Archimedischer Körper sein musste, hätte man auch gut mit einem "Rhombenikosidodekaeder" kickern können. Der besteht aus 20 regelmäßigen Dreiecken, 30 Quadraten und 12 regelmäßigen Fünfecken und wäre sogar noch kugeliger. Das abgestumpfte Ikosaeder allerdings hat dem gegenüber einen entscheidenden Vorteil: Zusätzlich zu seiner günstigen, fast-kugeligen Form zeichnet es sich noch durch möglichst wenig Flächen aus. Das ist wichtig für positive Kick-Eigenschaften und ökonomischer in der Produktion.

Dennis Wilms mit seinem selbstgebastelten Fussball (rechts) und einem komplett fertig gestellten Modell (links). (Rechte: SWR)

... und so am Ende der Sendung!

Vergrößern

1970 tauchte das abgestumpfte Ikosaeder zum ersten Mal bei der Fußball-WM in Mexiko auf. Das als erstes, offiziell für eine WM entwickelte Fußballmodell "Telstar" von Adidas war, wie der Name schon sagt, auch noch besonders telegen: Die Sechsecke weiß, die Fünfecke schwarz gefärbt. So kontrastreich gescheckt war der Ball auch für die Zuschauer zu Hause vor dem Fernseher noch sehr gut zu erkennen (die WM von 1970 in Mexiko war die erste Fußball-Weltmeisterschaft, die im Fernsehen live übertragen wurde).

Foto sämtlicher Weltmeisterschafts-Fußbälle von adidas. (Rechte: adidas)

36 Jahre Weltmeisterschaftsgeschichte

Vergrößern

Zur WM 2006 mussten wir unserem vertrauten Fußball allerdings Lebewohl sagen. Moderne Fußbälle werden nicht mehr genäht, sondern aus Spezial-Kunststoff mit einer modernen Thermo-Klebetechnik zusammengefügt. Sie bestehen aus mehreren Kunststoffschichten. Damit sind auch neue Konstruktionen mit weniger Ecken und größeren Flächen möglich. Das zehnte Fußballmodell "Teamgeist" von Adidas ist der erste WM-Fußball, der seit 1970 kein abgestumpftes Ikosaeder mehr ist. Bis dahin leistete uns dieser wohl populärste archimedische Körper, der "rundeste Ball" seiner Zeit, in 35 Jahren WM-Fußballgeschichte treue Dienste. Wir werden ihn nie vergessen!

Susanne Decker, Stand vom 01.06.2009

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