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Sprache

Die Sprache hat die Evolution des Menschen enorm beschleunigt, sie vielleicht überhaupt erst in der Form möglich gemacht. Sprache schafft Kontakt, regelt Konflikte, sie ermöglicht Zusammenarbeit, ist Mittel zum Ausdruck unserer Emotionen - sie kann uns mit Witzen zum Lachen bringen. Eine ihrer ältesten Aufgaben ist es aber Absichten mitzuteilen: “Morgen früh gehen wir jagen.“ “Hinter dem Hügel holen wir Wasser.“ Und genau hier liegt der Schlüssel zum Ursprung unserer Sprache.

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Vom Ursprung der Sprache

Ihr Ursprung ist ein Mysterium: Niemand weiß genau, wann die Menschen angefangen haben zu sprechen und wie sich das angehört hat. Die Theorien dazu sind zahlreich. Ob sie nun als Nachahmung von Tierlauten oder über Warnrufe entstanden ist, darüber streiten die Wissenschaftler. Sicher ist nur, dass sie unser Leben um einiges einfacher gemacht hat. Mit Hilfe der Sprache konnten die Menschen gemeinsames Handeln planen, also zum Beispiel ihre Arbeit besser organisieren. Auf diese Weise verschafften sich die Menschen der Frühzeit entscheidende Vorteile - zum Beispiel gegenüber den Tieren. Obwohl die Menschheit ihre Fähigkeit zu sprechen mit der Zeit immer weiter ausgebaut hat, fängt jedes Kind erst einmal bei Null an: Es muss seine Muttersprache erlernen.

Mutter mit ihrer einjährigen Tochter auf dem Arm (Rechte: ddp)

Jedes Kind fängt erst einmal bei Null an

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Wie Kinder sprechen lernen

Gesunde Kinder lernen Sprache unausweichlich - sie sind buchstäblich geborene Sprachtalente. Bis sie alle Regeln ihrer Muttersprache beherrschen, vergehen allerdings rund sechs Jahre. Es beginnt im Mutterleib: Schon hier hört das Ungeborene die Stimme der Mutter und prägt sich deren Melodie ein. Kaum auf der Welt kann das Neugeborene dann die Lautstärke und Tonhöhe des Schreiens kontrollieren. Später, während der Lallphase, lernt das Kind die typischen Betonungsmuster seiner Muttersprache. Schon nach einem Jahr spricht es die ersten Wörter. Bis zum zweiten Geburtstag kommen durchschnittlich neun bis zehn neue Wörter pro Tag hinzu. Erst danach - etwa bis zum sechsten Lebensjahr - widmet sich das Kind den komplizierteren grammatischen Regeln. Besonders in ländlichen Regionen lernen viele Kinder ihre Muttersprache zunächst als Dialekt. In vielerlei Hinsicht mag das sympathisch sein - im Arbeitsleben jedoch kann es zu Problemen führen, wenn der Dialekt zu sehr durchscheint.

Eine Angestellte eines Callcenter bei einem telefonischen Beratungsgespräch (Rechte: WDR)

Im Berufsleben sind Dialekte nicht gefragt

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Sprache und Auftreten

Auf dem Arbeitsmarkt sind auch noch so charmante Dialekte leider eher hinderlich. Wer Mundart spricht, wird oft nicht ernst genommen. Viele versuchen deshalb, ihren Dialekt in den Griff zu bekommen und besuchen spezielle Seminare, um Hochdeutsch zu lernen. Allerdings trainieren sie sich hier nicht ihren Dialekt ab, sondern den Akzent in ihrer Hochsprache. Denn die deutsche Hochsprache ist wichtig. Sie ermöglicht, dass sich der Ostfriese mit dem Südbayern zum Beispiel über Politik unterhalten kann und dass wir alle ohne Schwierigkeiten die deutsche Literatur lesen können. Mit Hochdeutsch sollten also alle unsere Verständigungsprobleme beseitigt sein. Doch es erscheint eine neue Gefahr am Horizont: "Denglisch", eine Mischung aus Deutsch und Englisch.

Denglisch

Die deutsche Sprache wird zunehmend von englischen Begriffen und Versatzstücken überschwemmt. Vor allem in der Werbung und in der Geschäftswelt begegnen sie uns, die Back-Factories, Hotlines und Callcenter. Studien belegen, dass dieser als "Denglisch" bezeichnete Trend am Sprachverständnis vieler Menschen vorbeigeht. So mancher Deutsche versteht nicht mehr immer alles in seinem Alltag. Der "Verein Deutsche Sprache" hat unnötigen Anglizismen und künstlich geschaffenen Denglisch-Wörtern den Kampf angesagt. Er fordert das "Grundrecht ein, kein Englisch können zu müssen". Und wenn schon alle alles verstehen müssen: Warum nicht gleich eine einheitliche Sprache für alle?

Blick in den Plenarsaal des Europaparlaments in Straßburg (Rechte: dpa)

Esperanto: Eine Lösung für das Europaparlament?

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Esperanto

Im Europäischen Parlament müssen sich 27 Nationen untereinander verständigen. Dass dabei jeder bequem in seiner Muttersprache reden kann, garantiert ein kleines Heer von Dolmetschern und Übersetzern. Doch dieser Service ist nicht kostenlos: Die Gesamtkosten aller Sprachendienste der Organe der Europäischen Union (EU), Übersetzung und Dolmetschen zusammengenommen, machen rund ein Prozent des Gesamtvolumens des EU-Haushalts aus. Viele Hundert Millionen Euro. Ein enormer finanzieller Aufwand, den man mit einer europaweit verbindlichen Einheitssprache vielleicht vermeiden könnte: Esperanto. Das wäre eine auch politisch neutrale Lösung, denn Esperanto ist keinem Nationalstaat zugeordnet.

Marion Werner, Stand vom 01.06.2009

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