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Krankenhaus

Mit der Gesundheitsreform kommen viele Veränderungen auf Patienten, Ärzte, aber auch Krankenhäuser zu. Der Kostendruck nimmt zu, Patienten müssen schneller, effizienter und kostengünstiger behandelt werden. Die Rationalisierungsvorgaben sorgen dafür, dass die Abläufe im Krankenhaus immer stärker auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gesehen und strukturiert werden müssen.

Klinik der Zukunft (6'16'')

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Viele Krankenhäuser haben in den letzten Jahren einen starken Wandel vollzogen. Wer dem steigenden Kostendruck im Gesundheitswesen standhalten will, muss neue Wege gehen: Hightech-Medizin, digitales Datenmanagement, ausgefeilte Logistik, personelle Umstrukturierungen, straffes Personalmanagement.

Der Neubau des Universitätsklinikums der Friedrich-Schiller-Universität in Jena-Lobeda. (Rechte: ddp)

Eines der modernsten Krankenhäuser Europas: das Uniklinikum in Jena

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Im thüringischen Jena hat die Krankenhauszukunft bereits begonnen. Dort steht eines der modernsten Krankenhäuser Europas. Das Uni-Klinikum versorgt rund eine Million Menschen. Etwa 700 Patiententransporte fallen pro Tag an, über 200.000 im Jahr. Im Minutentakt laufen Aufträge aus allen Stationen und Instituten in der zentralen Transportzentrale auf. Die Patienten sollen ohne lange Wartezeiten durch den Klinikbetrieb geschleust werden. Denn Warten kostet den Patienten Nerven und die Klinik Geld. Und Krankenkassen bezahlen inzwischen nicht mehr nach Tagen, sondern pauschal nach Diagnose und Behandlung.

Kurze Wege

Früher waren die verschiedenen Abteilungen über die gesamte Stadt verteilt, jetzt sind schon die meisten in einem Komplex untergebracht. Bis 2012 sollen alle Kliniken und Institute unter einem Dach vereint sein. Ziel: kurze Wege, schnelle Versorgung der Patienten, straffes Behandlungskonzept. Das Konzept dieses "Krankenhauses der Zukunft" spiegelt sich auch in der Architektur wider. Die Verbindungen zwischen den Abteilungen sind kurz und logistisch beispielhaft. So führt ein Lift vom Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach der Klinik nicht nur direkt in den Operationssaal, sondern auch in die Intensivstation, in die Röntgenabteilung und in die Notaufnahme.

Blick auf ein Monitorsystem zur Überwachung der Körperfunktionen, das an einem Patientenbett auf der Intensivstation der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. (Rechte: picture-alliance/ZB)

Überwachungs- und Monitorsysteme werden immer ausgefeilter

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Computer & Hightech am Krankenbett

Ärzte und Pflegepersonal der Intensivstation müssen nicht lange auf Informationen warten. An jedem Bett eines Intensivpatienten steht ein Personal Computer (PC), der direkten Zugriff auf alle bisher gespeicherten Untersuchungen und Röntgenbilder ermöglicht. Damit die vertraulichen Daten nicht Unbefugten zugänglich werden, gelten sehr strenge Datenschutzbestimmungen. Nur befugtes Personal kann den Krankheitsverlauf, Diagnosen, Laborberichte sowie Behandlungs- oder Pflegepläne einsehen. Alle Daten werden zusätzlich auf einem zentralen Server gesichert. So können auch bei Ausfall eines Rechners keine lebenswichtigen Informationen verloren gehen. Die elektronische Dokumentation erspart Schreibarbeit und das Wälzen von Krankenakten - und damit wertvolle Zeit. Die betriebswirtschaftlichen Vorteile der Digitalisierung liegen auf der Hand: Man braucht weniger Personal für die einzelnen Stationen und die Mediziner arbeiten effizienter. Denn sonst verbringen sie mindestens 30 Prozent ihrer Zeit mit Schreibarbeit und der Suche nach Unterlagen. Auf der Intensivstation ist der PC am Krankenbett aber nicht nur für Informationen, sondern auch für die Patientenversorgung zuständig. Nach der Operation (OP) werden die Patienten von zwei Technikarmen versorgt und überwacht: Der eine ist zum Beispiel mit Infusionen und Medikamentenpumpen bestückt, der andere mit Überwachungsmonitoren. Das Computersystem kontrolliert und dokumentiert Abgabe und Dosierung der Medikamente.

Roboter besorgen Medikamente

Auch die Medikamentenbestellung erfolgt elektronisch. Der Arzt schickt Rezepte per Mail direkt an die hauseigene Krankenhausapotheke. Der Vorteil: Die Verordnungen sind gut lesbar, falsche Abgaben aufgrund handschriftlicher Missverständnisse gibt es nicht mehr. Ein Computersystem sucht die gewünschte Arznei, aktiviert den Lagerroboter, der sie auf ein Laufband schiebt. Dann kommt für einen kurzen Moment doch noch ein Mensch ins Spiel: Der Apotheker vergleicht Medikament und Verordnung, packt die Medizin in eine Box und übergibt sie einem Transportroboter, der das Präparat sofort zur entsprechenden Station bringt. Diese Logistik macht auf den Stationen Lagerräume für Medikamente überflüssig. Die kleinen Transportroboter erledigen auch Botengänge zur Wäscherei und Küche. 280 Kilometer legen sie pro Tag zurück - so viel wie die Strecke von Hamburg nach Berlin. Damit das Transportsystem reibungslos funktioniert, gibt es ein spezielles Tunnelsystem für die Roboter, Aufzüge und einen eigenen Bahnhof.

Wie kommt das Essen zum Patienten? (3'33'')

Leibliches Wohl

Die Krankenhausküche im Universitätsklinikum Jena bereitet täglich 2500 Mittagessen zu. Damit das reibungslos funktioniert und die Mahlzeiten nicht stundenlang warmgehalten werden müssen, kochen die Mitarbeiter sie bereits am Vortag. Dann werden sie gekühlt. Speziell beschichtete Teller machen es möglich, dass die Portionen am nächsten Tag frisch und zeitgenau aufgewärmt zum Patienten kommen. In den Tellerböden entsteht Wärme, weil die Tabletthalter in den Rollcontainern mit Induktionsspulen ausgerüstet sind, die das beschichtete Geschirr erhitzen. Serviert wird das Essen aber immer noch von den Schwestern - kurzer Plausch inklusive. Denn trotz aller technischen Finessen soll der Patient doch immer noch im Mittelpunkt stehen und die Menschlichkeit nicht auf der Strecke bleiben. Und damit die Patienten auch was von der schönen neuen Computerwelt in der Medizin haben, gibt's kabellose Internetzugänge. Die Ärzte sind davon überzeugt, dass das zur schnellen Genesung beiträgt. Ob das tatsächlich so ist, muss sich allerdings erst noch erweisen.

Harald Brenner, Stand vom 26.11.2007
Sendung: Krankenhaus-Geschichten - Von Keimen, Menschen und Maschinen, 25.08.2008

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