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Kann ein Piercing eine Akupunkturbehandlung beeinflussen?

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Das Wort "Piercing" stammt vom englischen Verb "to pierce" und bedeutet im Deutschen: durchbohren, durchstechen. Als Piercings werden Schmuckstücke - in der Regel aus Metall - bezeichnet, die meist in Form von Ringen oder Stäbchen an verschiedenen Stellen des menschlichen Körpers durch die Haut in das darunterliegende Fett- oder Knorpelgewebe eingeführt werden. Bevorzugte Körperstellen sind dabei die Ohren, Augenbrauen, Zunge, Bauchnabel und der Intimbereich. In den westlichen Ländern führten Piercings bis in die späten 1990er Jahre hinein ein Schattendasein und fanden sich nur bei bestimmten gesellschaftlichen Gruppen wie Punks. Seitdem aber immer mehr prominente Künstler, Musiker und Sportler auf Fotos oder im Fernsehen mit Piercings zu sehen sind und sich öffentlich zum Tragen der Schmuckstücke bekennen, sind sie ein Teil der Jugendkultur geworden und gelten heute in der westlichen Gesellschaft als weitgehend etabliert.

Ein Bauch mit einem Piercing im Bauchnabel, umgeben von jeweils drei Fingern rechts und links. (Rechte: Mauritius)

Ein Bauchnabel-Piercing schwächt die Mitte des Menschen

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Das Piercing als Dauerakupunktur

Nach Ansicht von TCM-Experten kann ein Piercing wie eine Dauerakupunktur mit einer sehr dicken Nadel wirken. Dabei ist die Wirkung umso intensiver, je gezielter das Piercing in einem Akupunkturpunkt sitzt. Daneben spielt auch das Material des Piercings eine wichtige Rolle, da bei der Akupunktur ebenfalls Nadeln aus verschiedenen Materialien wie Stahl, Silber und Gold zum Einsatz kommen. Da ein Piercing wie eine Dauerakupunktur wirkt, kann es nach Angaben von TCM-Fachleuten zu "Störfeldern" und damit zu unspezifischen Beschwerden oder unerwünschten Wirkungen kommen. Denn ein Piercing hat einen viel größeren Durchmesser als eine Akupunkturnadel. Dadurch können nah beieinander liegende Akupunkturpunkte, wie zum Beispiel am Ohr, gleichzeitig stimuliert werden.

Die unerwünschten Wirkungen oder Beschwerden können besonders stark sein, wenn es sich um ein Piercing im Bereich des Bauchnabels handelt. Dieses Schmuckstück ist in unmittelbarer Nähe zum Verdauungssystem, sodass es nicht nur die Mitte des Menschen schwächt, sondern auch die gesamte Energieversorgung. Ebenfalls sehr problematisch sind Brustwarzen-Piercings, weil an der Brustwarze ein wichtiger Akupunkturpunkt für den Herzbeutel liegt. Darüber hinaus gibt es häufig bei Ohr-Piercings Probleme: Sie können Beschwerden wie Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Müdigkeit und Leistungsabfall verursachen. Die unerwünschten Wirkungen hören oft erst auf, wenn sich der Patient von seinem Schmuckstück trennt.

Piercings mindern den Behandlungserfolg

Durch die Wirkung als Dauerakupunktur und die Entstehung von "Störfeldern" können Piercings nach Angaben von Experten nicht nur die Wirkung der Akupunktur, sondern auch der übrigen Methoden einer TCM-Behandlung beeinträchtigen und so den Erfolg der ganzheitlichen Therapie mindern. Daher empfehlen sie, Piercings zumindest während der Therapie zu entfernen. Problematisch ist dabei allerdings, dass die Löcher für die Schmuckstücke nach dem Entfernen in der Regel schnell zuwachsen und der Schmuck erst nach erneutem Durchbohren oder -stechen wieder getragen werden kann. Um einen langfristigen Therapieerfolg zu erreichen, raten TCM-Experten häufig zur dauerhaften Trennung von Piercings.

Thomas Schwarz, Stand vom 27.12.2011

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