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Die fünf Säulen der TCM

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) umfasst verschiedene Behandlungsverfahren. Es sind im Wesentlichen fünf, die auch als die fünf Säulen der TCM bezeichnet werden. Sie können, je nach Erkrankung und Beschwerden, einzeln oder in Kombination eingesetzt werden. Außerdem sind sie eine gute Ergänzung zur westlichen Schulmedizin.

Im Hintergrund hält eine Hand einen Zettel mit chinesischen Schriftzeichen. Im Vordergrund sind fünf rote Kreise, die für die fünf Säulen der TCM stehen und mit Pfeilen verbunden sind. (Rechte: ddp)

Die fünf Säulen der TCM im Zusammenspiel

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Säule 1: Akupunktur und Moxibustion

Die Akupunktur ist die wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Behandlungsmethode der TCM. Dabei werden bestimmte Punkte des menschlichen Körpers mit Akupunkturnadeln stimuliert, um die Lebensenergie - das Qi - zu beeinflussen, das nach chinesischer Vorstellung bei einer Krankheit oder bei Beschwerden gestört ist. Durch die Nadeln wird die Störung aufgehoben, sodass das Qi wieder harmonisch fließen kann. Die Wirkung der Akupunktur beruht nach Angaben von Experten auf der Ausschüttung von Endorphinen, Kortison und entzündungshemmenden Substanzen im Körper. Zudem sollen sich die Nadeln positiv auf das Immunsystem auswirken. Zur Akupunktur sollte der Patient sitzen oder liegen, sodass er sich entspannen kann. Daher darf es für ihn weder unbequem noch zu kalt sein. Zudem sollte er sich nicht bewegen, es sei denn, er wird vom behandelnden Arzt oder Therapeuten dazu aufgefordert.

Verwendet werden dünne, sterile Nadeln aus Stahl, in einigen Fällen auch aus Silber und Gold. Wenn die Nadeln an den Akupunkturpunkten eingestochen werden, kann ein kurzzeitiger Schmerz oder ein Brennen auftreten. Zur besseren Stimulierung können sie auch gedreht oder in eine andere Richtung bewegt werden. Während die Nadeln liegen, spüren die Patienten ein Druck-, Temperatur- oder Taubheitsgefühl.

Eine Akupunkturnadel wird bei einer Patientin im Bereich des rechten Auges eingestochen. (Rechte: dpa)

Damit das Qi wieder fließen kann

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Über die Nadeln können zusätzlich elektrische Impulse in den Körper geleitet werden, was auch als "Elektroakupunktur" bezeichnet wird. Durch den elektrischen Strom kommt es nicht nur an der Einstichstelle, sondern auch einige Zentimeter um sie herum zu einer schmerzlindernden Wirkung, was das Bewegen der Nadeln im Körper überflüssig macht. Die Elektroakupunktur lässt sich vor allem zur Behandlung von Lähmungen und Nervenerkrankungen einsetzen.

Häufig bleiben die Nadeln nur kurz im Körper und werden nach wenigen Minuten wieder entfernt. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sie bis zu zehn Tagen zu belassen. Dazu werden dann spezielle Dauernadeln verwendet, die meist mit einem Pflaster befestigt werden. Sie kommen vor allem bei der Ohrakupunktur zum Einsatz.

Bei der Moxibustion werden Akupunkturpunkte durch Erwärmen stimuliert. Dabei wird getrocknetes Beifußkraut direkt auf der Haut angezündet. Nach dem Verglimmen bleibt eine kleine Brandblase zurück. Heute werden dazu vor allem Moxazigarren und Moxakugeln aus getrocknetem Beifußkraut verwendet. Die Kugeln können außerdem auf Akupunkturnadeln aufgesteckt werden. Die Nadeln leiten dann die Wärmeenergie in den Körper.

Eine Chinesin wiegt mit einer Handwaage Kräuter für die chinesische Arzneimitteltherapie ab. (Rechte: dpa)

Mit einer Handwaage werden Kräuter für die Therapie abgewogen

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Säule 2: Die Chinesische Arzneimitteltherapie (CAT)

Die Arzneimitteltherapie stützt sich vor allem auf Heilpflanzen, in seltenen Fällen auch auf Mineralien und tierische Bestandteile. Sie werden meist in Form von komplexen Rezepturen verabreicht, die individuell auf den Patienten abgestimmt sind. Dabei handelt es sich in der Regel um einen Tee oder einen Arzneimittelsud aus Pflanzenbestandteilen wie Wurzeln, Rinden, Blättern, Stängeln und Blüten. Für die Zubereitung und Einnahme erhalten die Patienten genaue Anweisungen. Die Einnahme erstreckt sich, je nach Schwere der Erkrankung und Ausmaß der Beschwerden, meist über eine Woche. Sie kann aber auch bis zu mehreren Monaten dauern. Chinesische Arzneimittel können außerdem in Form von Extrakten, Pulvern und Pillen verschrieben werden.

Die CAT ist der Pharmakologie des Westens sehr ähnlich. Entsprechend sind auch die chinesischen Arzneimittel hochwirksame Medikamente. Daher ist zuvor eine genaue Untersuchung des Patienten und eine ebenso exakte Diagnose erforderlich.

Jede chinesische Arznei hat bestimmte Charakteristika. Diese setzen sich aus den Geschmacksrichtungen salzig, sauer, süß, scharf, bitter, neutral, aromatisch und adstringierend, der Leitbahn, auf die sie wirkt, und der Temperatur zusammen. Dabei sind die Geschmacksrichtungen nicht nur über Mund und Nase wahrnehmbar, sie wirken auch auf das vegetative System des Körpers. Salziges zum Beispiel trocknet, Scharfes öffnet die Haut, was sich in verstärktem Schwitzen unter anderem nach dem Verzehr einer Chili-Schote zeigt. Chinesische Arzneimittel haben mindestens eine, meistens sogar mehrere Geschmacksrichtungen. Die Temperatur der Arznei spielt zum Beispiel bei Erkältungskrankheiten eine wichtige Rolle. So wirken warme oder heiße Arzneien lindernd, nicht aber kalte.

Da die Mittel nicht nur Wirkungen, sondern auch Nebenwirkungen haben, sollten Organe wie Leber, Nieren und Blut, die für Abbau und Ausscheidung der Arzneien verantwortlich sind, regelmäßig kontrolliert werden. Außerdem sollten die chinesischen Arzneimittel nur aus der Apotheke bezogen werden, weil Kräuter und Heilpflanzen aus zweifelhaften Quellen gefährliche Verunreinigungen enthalten können.

Eine Gruppe von Menschen in Sportbekleidung entspannt sich in einem Raum nach der chinesischen Bewegungstherapie Taiji. (Rechte:  WDR/Photom)

Entspannungstraining mit Taiji

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Säule 3: Qigong und Taiji

Bei Qigong und Taiji handelt es sich um spezielle Bewegungsabläufe, Atem- und Koordinationsübungen, die eine bewusste Verbindung von Bewegung, Atmung und geistiger Vorstellungskraft erzeugen. Sie sollen den Körper reinigen und stärken, das Qi lenken und kultivieren, Ruhe vermitteln, Spannungen und Stauungen lösen und die gesamte Behandlung unterstützen. Bei den Übungen werden Leitbahnen und ihre Reflexpunkte in einer genau festgelegten Reihenfolge gedehnt. Gleichzeitig wird die Atmung gelenkt und auf ganz bestimmte Atemzielpunkte konzentriert, sodass man bestimmte Körperregionen im Bewusstsein verstärkt wahrnimmt. Dadurch kann die Regulation der Organfunktionen durch das Nervensystem, insbesondere im Gehirn und im Rückenmark, verbessert werden.

Eine Patientin liegt auf dem Bauch auf einer Liege. Eine Therapeutin massiert ihr den Rücken im Bereich der Lendenwirbelsäule. (Rechte: Johanniter-Krankenhaus Radevormwald)

Eine Patientin bei der Tunia-Therapie

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Säule 4: Tunia

Die Tunia ist eine der ältesten manuellen Therapien. Sie setzt - ähnlich wie die Akupunktur - Reize durch unterschiedliche Massage- und Grifftechniken. Sie wirkt meist intensiver und anhaltender als eine herkömmliche Massage. Bei der Tunia werden häufig verschiedene Techniken wie Kneten, Greifen, Streichen und Klopfen miteinander kombiniert, um Energieblockaden zu lösen sowie die Lebensenergie Qi und die Blutzirkulation anzuregen.

Darüber hinaus werden auch Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke in die Tunia eingeschlossen. Die Behandlung eignet sich für Patienten jeden Alters und dauert je nach Größe des Körperteils 15 bis 30 Minuten. Wird der gesamte Körper behandelt, kann sie auch eine Stunde dauern.

Teller mit chinesischem Gericht. (Rechte: Mauritius)

Auch Nahrung hat Heilwirkung

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Säule 5: Diätetik/Ernährungslehre

Die Ernährungslehre spielt in der TCM eine wichtige Rolle, weil sie ein einfaches Mittel ist, mit dem der Patient selbst zur Genesung beitragen kann. In der TCM geht man nämlich davon aus, dass Nahrungsmittel eine energetische Heilwirkung haben. Das heißt, Speisen und Getränken werden neben den Nährwerten wie Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißgehalt auch bestimmte vegetative Wirkungen zugeschrieben. So kann zum Beispiel eine Chilischote schweißtreibend und ein Joghurt kühlend wirken. Zudem können Nahrungsmittel die Lebensenergie Qi heben oder senken und in der Tiefe oder an der Oberfläche wirken. Verantwortlich für die Wirkung sind die Geschmacksrichtungen, der Geruch, die Farbe, Temperatur und Konsistenz der Lebensmittel. So wirken beispielsweise die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen auf unterschiedliche Organe: Bitteres stimuliert das Herz, Saures die Leber, Scharfes die Lunge, Salziges die Nieren, Süßes die Milz und die Bauchspeicheldrüse.

Die Heilwirkung von Nahrungsmitteln wird auch durch die Zubereitung beeinflusst. Ein gedünstetes Gemüse wirkt beispielsweise weniger wärmend auf den menschlichen Körper als ein im Backofen gebackenes. Wichtig ist auch, dass Lebensmittel verzehrt werden, die in der jeweiligen Jahreszeit geerntet werden, zum Beispiel Spargel im Frühjahr und Kohlgemüse im Herbst und Winter. Zudem sollte das Essen regelmäßig, zu festgelegten Zeiten, in Ruhe und ohne Ablenkung eingenommen werden.

Thomas Schwarz, Stand vom 27.12.2011

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Zehn-Euro-Schein, Versichertenkarte, Spritze und Tabletten (Rechte: Imago)

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