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Egoismus

Was macht Egoismus aus? Der österreichische Musiker Falco sang dazu einmal: "Der Mensch, der mir am nächsten ist, bin ich. Ich bin ein Egoist!" Damit bringt er das Wesen des Egoismus auf den Punkt. Den eigenen Vorteil auf Kosten anderer ausschöpfen. Sind wir tatsächlich alle so? Wohl kaum. Ohne Rücksicht auf den anderen würde unsere Gemeinschaft zusammenbrechen. Trotzdem heißt es immer wieder, dass der Egoismus in unserer Gesellschaft so groß sein soll. Aber wir wissen auch von Menschen, die unter Einsatz ihres Lebens andere vor Unheil bewahren. Wie passt das zusammen?

Illustration: Mann umschließt viel Geld mit seinen Armen. (Rechte: picture-alliance / dieKLEINERT.d)

Sind wir alle Egoisten?

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Der Mensch: ein egoistischer Einzelgänger?

Schon große Denker wie Arthur Schopenhauer oder Friedrich Nietzsche hatten behauptet, der Mensch sei ein egoistischer Einzelgänger. Nur aufgrund kultureller Zwänge lebe er in einer Gemeinschaft. Das hat die Forschung mittlerweile widerlegt. Heute wissen wir, dass es ein menschliches Bedürfnis ist, Gemeinschaft zu erleben. Mehr noch: Es ist sogar schädlich für das Seelenheil des Einzelnen, wenn er sich zu lange absondert.

Geschwisterpaar spielt im Matsch.

Gegenseitige Unterstützung praktizieren schon die Kleinsten

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Gemeinsam stärker

Noch in den 1990erJahren wurde der "Individualismus" gepriesen: Ein jeder solle sich ausleben und das eigene Ego stärken. Das sei ein sicherer Weg, in unserer Gesellschaft zu überleben. Fast schon wie eine Religion wurde der Egoismus gepredigt. Aber schon von Anbeginn der Menschheitsgeschichte ist es so, dass die Gruppe überlebenswichtig ist. Schon damals hätte ein Einzelner nur schwer auf die Jagd gehen können. Die Aussicht auf reiche Beute war in der Gruppe bedeutend größer. Die Fähigkeit zur Kooperation bildete sich aus. Auch Rücksichtnahme oder Gefälligkeit zahlte sich aus. Zum Beispiel in der Pflege um den Nachwuchs. Ein funktionierendes Beziehungsgeflecht entstand.

Beziehungen wollen gepflegt werden. Vor allen Dingen ist ein pfleglicher Umgang miteinander der Garant für eine verschworene Gemeinschaft. Dazu mussten Regeln her. Was ist erlaubt und was nicht? Wer bestimmt, was richtig und falsch ist? Darüber ringen Philosophen schon seit langem miteinander. Eine endgültige Antwort gibt es darauf nicht.

Bruder Klaus betreut einen Patienten im Hospiz der Barmherzigen Brüder in München.

Die gute Tat fördert auch die eigene Gesundheit

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Selbstloses Helfen - zum Wohl der Gemeinschaft

Es gibt ein Phänomen, das berechtigte Zweifel aufkommen lässt an der Annahme, wir seien alle Egoisten. Es nennt sich Altruismus. Das eigene Wohl wird dem Wohl der Gemeinschaft untergeordnet - und das sogar freiwillig. In der Evolutionsforschung zu Zeiten Charles Darwins bereitete das selbstlose Helfen noch größtes Kopfzerbrechen. Mittlerweile ist erwiesen, dass Altruismus keinesfalls Schaden anrichtet. Die gute Tat fördert auch die eigene Gesundheit. Und wer anderen oft hilft, kann sich einen guten Ruf erarbeiten. In der Gesellschaft wird er geschätzt. Allerdings besteht natürlich die Gefahr, auf Dauer zu kurz zu kommen und ausgenutzt zu werden. Auch Tiere setzen ihr Leben selbstlos für Familienmitglieder ein. Sie tun das nicht, um ihr Ansehen zu steigern, sondern um den Fortbestand der Sippe zu gewährleisten.

Über den Fortbestand der eigenen Spezies muss auch die Menschheit auf lange Sicht nachdenken. Macht sich der Mensch von heute weiterhin rücksichtslos an den Schätzen der Natur zu schaffen, gehen seine Nachkommen leer aus. In Sachen Umweltschutz wäre Altruismus auch eine gute Alternative.

Lothar Nickels, Stand vom 19.02.2013
Sendung: Exzentriker - Irgendwie anders sein, 19.02.2013

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