Heinrich Schliemann
Mit den Jahren wurde aus dem erfolgreichen Kaufmann ein reicher Bildungsbürger und eine moderner Kosmopolit, der auch die amerikanische Staatsbürgerschaft erwarb. Sein Vermögen ermöglichte es ihm seine Träume zu verwirklichen. 1864 entschloss sich Schliemann - mit inzwischen 42 Jahren - Petersburg zu verlassen und eine mehrjährige Weltreise zu unternehmen. Seit frühester Kindheit war er fasziniert von der Ilias Homers. Vom eigenen Vater angeregt, packte ihn die Leidenschaft für die homerische Erzählung um die Stadt Troja und den Krieg um die schöne Helena. Als Junge träumte er von diesen epischen Orten, als Erwachsener wollte er sie finden. Schliemann war fest überzeugt von der historischen Wirklichkeit der Dichtungen Homers. In seiner Autobiographie schrieb Schliemann, dass er bereits im Alter von acht Jahren den Entschluss gefasst hatte, Troja zu finden und auszugraben.
Neue Methoden der Archäologie
1868 reiste er nach Griechenland, in das Land seiner Kindheitsträume. Ein Jahr später promivierte er zum Doktor der Philosophie und begann ein Archäologie-Studium in Paris. Ab 1870 fing er mit seinen Grabungen an und entdeckte an der türkischen Westküste das verschüttete Troja. Drei Jahre später (1873) fand er den berühmten Schatz des Priamos.
Ab 1874 begann Schliemann mit Grabungen im griechischen Mykene - auch hier mit Erfolg. Grabbeilagen, bestehend aus enormen Mengen an Gold wurden freigelegt. Schliemann sah in den Erzählungen der Ilias von Homer wahre geschichtliche Ereignisse der mykenischen Epoche (2. Jahrtausend vor Christus) Durch seine erfolgreichen Grabungen am Hissarlik in der heutigen Türkei konnte er die tatsächliche Existenz dieser alten Kultur nachweisen.
In seiner 20-jährigen Grabungsarbeit führte er in die Archäologie grundsätzliche Methoden ein, die auch heute noch angewandt werden. Schliemann hatte die Schichten der Erde zur Altersbestimmung miteinbezogen und auch der Einsatz der Fotografie war auf diesem Gebiet vorher nicht üblich. Die Archäologie wurde durch ihn ein weites Stück moderner und populärer. Schliemann starb am 26. Dezember 1890 in Neapel an Folgen einer Ohrenoperation. Beigesetzt wurde er in einem prächtigen Grabmal in Athen.
Sabine Kastner, Stand vom 01.06.2009






