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Migräne und Kopfschmerz

Es hämmert, pocht, drückt, sticht – und oft ist es einfach nicht auszuhalten! Kopfschmerzen sind eine Volkskrankheit. Nach Angaben der Deutschen Migränegesellschaft leiden in Deutschland mehr als zehn Millionen Menschen an Migräne, mindestens drei Millionen unter täglichen Kopfschmerzen. Viele von ihnen schlucken fast täglich Schmerzmittel. Trotzdem werden die Betroffenen von ihrem Umfeld häufig mit ihrer Krankheit nicht ernst genommen.

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Migräne – Die Hölle im Kopf (3'13'')
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Mythos Kopfschmerzen

Kopfschmerzen sind eine regelrechte "Allerweltskrankheit" - und gegeben hat es sie schon immer. Auch bekannte Persönlichkeiten wie George Washington, Sigmund Freud und Gustav Mahler waren Kopfschmerzkandidaten, ebenso wie Prinzessin Margaret und Eugen Delacroix. Das Phänomen Kopfschmerz dürfte so alt sein wie die Menschheit selbst. Nur die Erklärungsversuche, was dieses Leiden verursacht, wandelten sich im Laufe der Zeit.

Schlafmohn (Rechte: dpa)

Mohn-Dröhnung gegen den Schmerz

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Therapien im Wandel der Zeit

Die Menschen in der Steinzeit glaubten, dass im Kopf eingeschlossene Dämonen und böse Geister chronische Kopfschmerzen verursachten. Um sie zu vertreiben, schabte man ein Loch in die Schädeldecke. Ob der Patient von damals nach einem solchen Eingriff seine Kopfschmerzen wirklich los war, ist nicht überliefert.

Die alten Ägypter gingen etwas dezenter vor, glaubten sie doch vor über 3000 Jahren, die Götter und die Toten seien schuld am heftigen Pochen und Stechen im Kopf. Im Kampf gegen die Schmerzen rieben sie ihre Schläfen mit Fischköpfen ein oder betäubten sich mit Schlafmohn. Die Araber wiederum schworen vor etwa 1000 Jahren auf Knoblauch. Ein Scheibchen unter die Kopfhaut gesteckt, sollte dem Schmerz ein Ende bereiten. In besonders schweren Fällen bearbeiteten sie den Kopf mit scharfen Brenneisen, denn sie glaubten, dass Feuchtigkeit und Kälte im Gehirn schuld an den Qualen seien.

Im Mittelalter versprachen sich die Menschen Linderung durch einen reinigenden Aderlass. Nach der damaligen Vorstellung stiegen die Dämpfe der schwarzen Galle aus dem Körper in das Gehirn und vergifteten das Blut. Im 17. und 18. Jahrhundert dagegen sollten im Kopf herumkrabbelnde Insekten die Schmerzauslöser sein. In späteren Jahren konzentrierten sich die Menschen auf äußere Ursachen. So musste beispielsweise der Mond herhalten oder das Wetter. Letzteres gilt tatsächlich auch heute noch als möglicher Auslöser für Kopfschmerzen.

Junge Frau mit Kopfschmerzen (Rechte: dpa)

Die Frequenz nimmt zu

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Kopfschmerzen – ein Volksleiden

Es ist aus heutiger Sicht schwer zu sagen, wie stark und wie häufig die Menschen früher unter Kopfschmerzen gelitten haben. Sicher weiß man dagegen, dass die Kopfschmerzfrequenz in den letzten Jahrzehnten deutlich angestiegen ist. Das heißt, immer mehr Menschen haben immer häufiger Kopfschmerzen.

Das liegt zum einen daran, dass es heute viel differenziertere Diagnoseverfahren gibt und die Krankheit deshalb besser erkannt wird. Aber es sind auch bestimmte Faktoren dazugekommen, die zu einer Zunahme der Kopfschmerzen, vor allem der Migräne und des Spannungskopfschmerzes führen. Dazu gehören ein unregelmäßiger Lebensrhythmus und eine unsichere Lebenssituation. Die Herausforderungen des Alltags sind extrem anstrengend geworden. Die ständige Überforderung bewirkt, dass die Schmerzschwelle weiter absinkt. Auch Kinder bleiben von dieser Entwicklung nicht verschont. Wachsender Schuldruck und hohe Erwartungen der Eltern führen beispielsweise dazu, dass auch immer mehr Kinder unter Kopfschmerzen leiden.

Illustration: Kopf mit Blitzen (Rechte: Mauritius)

Der Alltag gerät aus den Fugen

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Selten lebensbedrohlich

Obwohl man heute mehr über das Phänomen weiß als je zuvor, stoßen die Betroffenen nicht selten auf Unverständnis. "Jetzt hat sie wieder ihre Migräne...!" - ein vielfach strapazierter Spruch. Diesen oder ähnliche müssen sich viele Kopfschmerzgeplagte anhören.

Auch wenn die Attacken schmerzhaft und unangenehm sind – rein medizinisch sind sie für den Patienten nicht bedrohlich. Nur in den seltensten Fällen stecken hinter den Beschwerden gefährliche Erkrankungen. Bei 90 Prozent aller Kopfschmerzen handelt es sich entweder um Migräne oder um Spannungskopfschmerz - oder einer Mischung aus beiden. Die Schmerzen können die Patienten komplett aus der Bahn werfen. Eine starke Migräne beispielsweise kann den gesamten Alltag aus den Fugen bringen. Nicht selten sind Menschen mit Migräne oder regelmäßigen starken Kopfschmerzattacken nicht mehr in der Lage regelmäßig zu arbeiten und sozial isoliert.

Andrea Wengel, Stand vom 20.10.2010
Sendung: Raus aus der Schmerzfalle, 20.10.2010

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Illustration: Blitze zucken durch ein menschliches Gehirn. (Rechte: Mauritius)

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