Bierregionen in Deutschland
Viele Sorten, zwei Brauverfahren
Die große Auswahl an deutschen Bier-Spezialitäten lässt sich grob in verschiedene Sorten einteilen. Dabei unterscheidet man in der Hauptsache Pils, Altbier, Kölsch, Export, Weizen, Helles und Dunkles. Eine Sonderstellung nehmen die stärker alkoholhaltigen Bockbiere ein. Gebraut werden diese vielen Geschmacksvarianten aber nur in zwei verschiedenen Verfahren, nämlich ober- oder untergärig. Das hat etwas mit der Brautemperatur und dem Gärverhalten der zugesetzten Hefe zu tun. Obergäriges Bier wie Alt, Kölsch oder Weizen wird bei bis zu 20 Grad Celsius gebraut. Die Hefe steigt dabei an die Oberfläche. Untergäriges Bier wie Helles, Export oder Pils darf höchstens bei bis zehn Grad Celsius gebraut werden. Die Hefe sinkt hier auf den Boden des Braubottichs.
Der klare Spitzenreiter: Pils
Die größte Verbreitung in Deutschland hat das Pils, das überregional getrunken und hergestellt wird. Pils kommt auf einen Marktanteil von rund 60 Prozent. Auf einem Siegeszug befindet sich auch das Weizenbier. Es besteht nicht nur aus Weizen-, sondern hat auch einen Gerstenmalzanteil, der allerdings geringer ist. Das Weizenbier hat seinen Ursprung im Süddeutschen, vor allem in Bayern, wird aber zunehmend auch in allen anderen Regionen getrunken. Die Bayern nennen es Weißbier, in Abgrenzung zu den dunklen Biermarken, die es dort ebenfalls gibt. Nahezu vom Markt verdrängt ist das Weizenbier aus Berlin. Die Weiße mit einem Schuss Waldmeister oder Himbeersirup konnte gegen das Weizenbier aus Bayern nicht bestehen.
Biersorten (2'50'')
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Regionale Spezialitäten
In der Gegend um Bamberg und Kulmbach, im Norden Bayerns, werden Spezialbiere wie Bock und Rauchbier hergestellt. Das Bockbier ist ein Starkbier mit einem höheren Alkoholgehalt, Rauchbier ist dunkel und hat die typisch rauchige Note. Dunkel ist auch das Schwarzbier aus dem Thüringischen - eine echte und immer beliebter werdende Brauspezialität aus Ostdeutschland.
In Köln und der näheren Umgebung spricht man nicht nur Kölsch, sondern man trinkt es auch. Das leichte helle Obergärige wird aus schmalen Bierstangen getrunken und genießt Regionalschutz. Nur wenn es wirklich aus Köln kommt, darf es sich Kölsch nennen. Kurz vor Düsseldorf beginnt das Altbierland. Alt ist ebenfalls obergärig, aber im Gegensatz zum Kölsch von dunkler Farbe. Es schmeckt malziger. Typisch für das Ruhrgebiet war das Exportbier, das vor allem in den vielen Brauereien der ehemaligen Braumetropole Dortmund hergestellt wurde. Einhergehend mit dem Niedergang des Bergbaus hat dieses Kohlenpott-Bier aber inzwischen vergleichsweise geringe Marktanteile, und Dortmund verfügt nur noch über eine Braustätte.
Ein ganz wichtige Bierregion ist das norddeutsche Einbeck. Dort, bei Hannover, liegt die Wiege des Bockbieres. Schon im Mittelalter hatte es einen guten Ruf und man trank gerne ein "einpöckisch Bier", woraus sich dann der Begriff Bockbier ableitete.
Neben dem Brauwasser und dem Malz ist der Hopfen ein ganz wichtiger Bestandteil des Bieres. Hopfen gibt dem Bier die nötige Bittere, sorgt aber auch für eine höhere Haltbarkeit. Nördlich von München liegt das größte Hopfenanbaugebiet der Welt, die Hallertau, oder auch Holledau genannt.
Alfried Schmitz, Stand vom 19.11.2010






