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Wodka ist schon seit einigen hundert Jahren das Nationalgetränk in Polen und Russland. Eine ganz besondere Rolle in der Geschichte des Lieblingswässerchens seiner Untertanen spielte Zar Peter der Große. Welche wohl?

Vodka, "Wässerchen", nennen Polen und Russen zärtlich ihren Lieblingsschnaps, der ihnen so wichtig ist wie das tägliche Brot. Gebrannt wird das hochprozentige Nationalgetränk schon seit dem 13. Jahrhundert, und zwar aus Gerste, Weizen, Mais, Roggen oder Kartoffeln, je nachdem, was Landstrich und Acker zu bieten haben. Die erste urkundliche Erwähnung von Wodka wurde in einer polnischen Schrift aus dem Jahr 1405 gefunden. Wodka ist nicht immer nur ein klarer Tropfen. Durch lange Lagerung und Reifung in Holzfässern kann er auch eine edle braune Tönung annehmen. Die Fasslagerung geht auf einen Brauch aus dem 16. Jahrhundert zurück. Damals füllten russische und polnische Adlige bei der Geburt eines Kindes ein Holzfass mit Wodka, das dann erst bei der Hochzeitsfeier des Nachwuchses getrunken werden sollte. Überhaupt war das Destillieren von Schnaps in jener Zeit dem Adel und den reichen Schichten vorbehalten. Sie hielten das Brennmonopol in ihren Dörfern und Ländereien und verdienten viel Geld durch den Verkauf.

Ölgemälde: Der russische Zar Peter der Große in prachtvoller Parade-Rüstung. (Rechte: AKG)

Der russische Zar Peter der Große (1672-1715)

Vergrößern

Wodka wird Volksgetränk

Die Produktion von Wodka im größeren Stil begann Ende des 16. Jahrhunderts, als in den Großstädten Brennereibetriebe entstanden. Danzig, Lemberg und Krakau waren damals die wichtigsten polnischen Wodka-Metropolen, Moskau die bedeutendste im russischen Zarenreich. Der scharfe Schnaps entwickelte sich zum Volksgetränk. Auch Peter der Große, seit 1696 an der Macht, war begeisterter Wodkatrinker. Allerdings war der Geist des Herrschers alles andere als benebelt. Er war aufgeschlossen, gebildet und immer auf der Suche nach neuen Erkenntnissen zum Wohl seines Landes. So unternahm er als junger Mann unter falschem Namen eine Reise in die Niederlande. Als Zimmermann wollte er dort die Kunst des Schiffsbaus erlernen und für seine eigene Flotte nutzen.

Diese historische Episode wurde übrigens 1837 vom deutschen Komponisten Albert Lortzing als komische Oper "Zar und Zimmermann" auf die Bühne gebracht. Aber nicht nur im Schiffsbau waren die Holländer damals führend. Auch in der Herstellung von Alkoholdestillaten waren sie anderen Ländern weit voraus. So ließ sich der Zar während seiner Studienreise auch in diese Geheimnisse einweihen und brachte die russische Destillationstechnik auf den neuesten Stand. Dank Peter dem Großen konnte die Qualität des Wodkas im Zarenreich ernorm gesteigert werden. Vor allem die Reinheit der Produkte konnte durch seine Anregungen erheblich verbessert werden.

Alfried Schmitz, Stand vom 01.06.2009

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