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Mythen, Legenden, Kurioses

Neugeborene Lebewesen können sich über längere Zeit ausschließlich von Muttermilch ernähren, denn sie enthält alle für das Wachstum erforderlichen Nähr- und Ergänzungsstoffe. Und weil die Milch so ein besonderer Stoff ist, ranken sich um sie viele Mythen und Legenden. Der Milch werden seit jeher geradezu magische Kräfte nachgesagt.

Säugling an Brust (Rechte: Mauritius)

Ein ganz besonderes Getränk

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Milch macht stark

Wer stark und leistungsfähig sein will, trinkt Milch. Zwar ist heute umstritten, ob ein Milchtrinker tatsächlich gesünder lebt als jemand, der keine Milch zu sich nimmt, aber das schadet dem Image der Milch nicht. Der Slogan "Milch macht müde Männer munter" steht für die geradezu magischen Kräfte, die der Milch auch heute noch nachgesagt werden. Eine ganze Branche wirbt so für ihr Produkt. Nicht nur Sportler trinken und werben für Milch. Eine "Milchschnitte" zwischendurch oder die "Extraportion Milch" in der Kinderschokolade sollen die Leistungsfähigkeit steigern. Dass Milch stark macht, findet sich schon in verschiedenen Schöpfungsmythen: In einer nordischen Sage zum Beispiel säugt die Kuh Audumla den urzeitlichen Riesen Ymir. Und in der mythischen Entstehungsgeschichte Roms ist es eine Wölfin, welche die Zwillingsbrüder Romulus und Remus von ihrer Milch trinken lässt und ihnen somit die Kraft gibt, die ewige Stadt zu gründen.

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Stutenmilch (2'17'')
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Milch macht schön

Ein Bad in Milch wirkt wahre Wunder: Es fördert die Schönheit und lässt die Haut schön geschmeidig und samtig werden, sagt uns die Werbung. Die Legende um das Schönheitsbad in der Milch lebt. Im Juli 2002 genossen zum Beispiel die beiden spanischen Tennisspieler Alberto Costa und Alex Corretja ein Molkebad in der Schweiz. Die ägyptische Königin Kleopatra ist dafür das große Vorbild. Das Baden in Stutenmilch soll mit zu ihrer Schönheit beigetragen haben. Und auch aus dem Rom der Kaiserzeit ist das Milchbad überliefert: Der Dichter Juvenal nennt Bäder in Eselsmilch als Schönheitsmittel. Reiche und vornehme Römerinnen sollen in Eselsmilch gebadet haben.

Drei Bergleute in Arbeitskleidung, Schutzhelm und mit verdreckten Gesichtern trinken Milch aus Flaschen. (Rechte: WDR Freeze)

Kumpel trinken nach getaner Arbeit Milch

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Milch macht gesund

Milch gilt als der Inbegriff für eine ausgewogene Ernährung und Gesundheit. Den Spruch "Milch hält fit und gesund" kennen die meisten Leute. Milch werden auch Heilungskräfte nachgesagt. Schon im Altertum und im Mittelalter wurde Milch - vom Tier oder Muttermilch - als vielseitiges Arzneimittel verwendet, insbesondere bei Fieber, Asthma, Husten und Entzündungen. Die Germanen verwendeten Ziegenmilch gegen Beschwerden in Dickdarm und Milz. Schwindsüchtige wurden in der Antike in speziellen Anstalten durch Trinkkuren mit Kuhmilch und Molke behandelt. Milch als Heilmittel - dieser Glauben hat sich bis heute erhalten. Milch sah man lange Zeit als Mittel gegen Vergiftungen an. Bekannt ist zum Beispiel das Bild von Bergleuten, die Milch trinken, um die Giftstoffe von der Arbeit unter Tage abzubauen. Auch die Setzer in den Zeitungsdruckereien bekamen täglich einen Liter Milch, weil sie mit Lettern aus Blei zu tun hatten.

Schwebebahn über einem Fluss (Rechte: WDR)

Tuffi stürzte aus der Bahn in die Wupper

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Ungewöhnlicher Firmenname

Am 21. Juli 1950 wurde der junge Elefant "Tuffi" auf eine Werbefahrt in der Wuppertaler Schwebebahn mitgenommen. Als besondere Attraktion sollte er auf einen in Wuppertal gastierenden Zirkus aufmerksam machen. Doch der 14 Zentner schwere Zirkus-Elefant brach während der Fahrt in der Nähe der Adlerbrücke durch die Tür der Bahn. Er fiel in die direkt unter der Schwebebahn verlaufende Wupper. Der spektakuläre Sprung ging zu schnell, als dass die Fotografen reagieren konnten, sodass es nur eine Fotomontage vom Sturz Tuffis gibt. Abgesehen von ein paar Schrammen verletzte sich der Elefant glücklicherweise nicht. Der Elefant Tuffi war plötzlich berühmt. Und die Milchwerke Köln/Wuppertal hatten einen werbewirksamen Namen gefunden - sie hatten zu der Zeit gerade einen Firmennamen gesucht.

Teure Milch

Für medizinische Forschungszwecke wird Mäusemilch gebraucht. Melken lassen sich die kleinen Tiere nur mit einer Pipette. Der Melkakt dauert 30 Minuten und ergibt lediglich 0,25 Kubikcentimeter Milch. Dies bedeutet, dass eine Maus für einen Liter Milch 4000 Mal gemolken werden müsste. Dieser Liter Mäusemilch würde dann etwa 23.000 Euro kosten. Damit geben Mäuse die teuerste Milch der Welt.

Natalie Muntermann, Stand vom 28.07.2011

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Illustration: Blitze zucken durch ein menschliches Gehirn. (Rechte: Mauritius)

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