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Tee

Ein altes Sprichwort in China besagt: "Man trinkt Tee, damit man den Lärm der Welt vergisst." Anders als Kaffee gilt Tee als Getränk der Ruhe und Muße. Die Deutschen sind zwar nicht gerade als Teetrinker-Nation bekannt, wissen aber eine gute Tasse Tee durchaus zu schätzen. Laut Deutschem Teeverband trank jeder Deutsche 2007 im Durchschnitt 25 Liter Tee. Besonders beliebt ist der Tee bei den Ostfriesen, die einen Pro-Kopf-Verbrauch von fast 290 Litern pro Jahr haben.

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China - die Wiege des Tees

Ursprünglich stammt Tee aus China und wurde dort vor circa 4700 Jahren zum ersten Mal erwähnt. Es ranken sich einige Legenden um seine Herkunft, zum Beispiel die Legende des chinesischen Kaisers Shen Nung: Der "Sohn des Himmels" machte in seinem Palastgarten Rast unter einem Baum. In einen Kessel mit kochendem Wasser fielen einige Blätter von einem darüber hängenden Ast - das sprudelnde Wasser färbte sich hellgrün und ein angenehmer Duft stieg aus dem Kessel. Der Kaiser kostete das wohlriechende Getränk und fühlte sich belebt und erfrischt von dieser fremdartigen Mischung.

Etwa 1000 Jahre später kam der Tee durch buddhistische Mönche nach Japan. Auch hier fand er bei den oberen Schichten der Gesellschaft schnell Gefallen. In Japan wurde der grüne Tee sehr bald mit den religiösen Mythen des Zen-Buddhismus verknüpft. Daraus entstand die japanische Tee-Zeremonie.

Gerne wird die Geschichte von Bodhi-Dharma erzählt. Der buddhistische Mönch meditierte mehrere Jahre lang ununterbrochen und kämpfte gegen den Schlaf - bis er schließlich vor Müdigkeit doch noch einschlief. Nach seinem Erwachen war er so zornig, dass er seine Augenlider abriss und sie fortwarf. Die Lider schlugen Wurzeln, und es wuchs daraus der erste Teestrauch. Fortan konnte der Mönch der Müdigkeit widerstehen. Noch heute verwenden Japaner und Chinesen das Schriftzeichen "Cha" sowohl für Tee als auch für das Augenlid.

Gemälde eines adeligen Paares mit Tochter am Tisch bei einer Teezeremonie. (Rechte: NDR)

Im 17. Jahrhundert lernte der englische Adel Tee schätzen

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Der lange Weg nach Europa

Anfang des 17. Jahrhunderts kamen die Europäer erstmals in den Genuss von Tee. Lange Zeit wurde er als eine Art Heilkraut angesehen, doch schließlich setzte er sich als wohltuendes Heißgetränk durch. Zuerst führten ihn holländische Kaufleute ein, im Jahr 1669 begannen die Engländer mit dem Import ihres heutigen Nationalgetränks. Sie fanden durch Pflanzenversuche in ihren Kolonien heraus, dass ein Teeanbau auch in Indien möglich ist. Den Engländern war die Unabhängigkeit von den chinesischen Händlern wichtig und mit der sogenannten "East India Company" (Ostindische Gesellschaft) gelang es ihnen in imperialer Manier, auch das Handelsmonopol zu erringen. In diesem Zusammenhang sagt man den Engländern auch nach, sie hätten die erste Industriespionage betrieben: Der britische Botaniker Robert Fortune soll sich als chinesischer Kaufmann verkleidet und die Anbau- und Fabrikationsmethoden des Tees den Engländern übermittelt haben. Seitdem gab es Tee nicht mehr nur aus China, sondern auch aus Assam und Ceylon.

So erfreute sich das aufgebrühte Getränk in Europa immer größerer Beliebtheit, obwohl anfangs wohl nicht jeder wusste, was damit zu tun war. Als Anekdote wird gern erzählt, dass so mancher Adlige Tee als Spinatgericht zubereitete.

Auf einem grünen Stofftuch liegt ein Häufchen der dünnen länglichen rotbraunen Rindenstückchen des 'Lapacho-Tees'. (Rechte: SWR)

Lapacho heißt bei uns "Tee", wird aber aus Baumrinde hergestellt

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Ist Tee gleich Tee?

Bei der Definition von Tee ist die deutsche Sprache etwas ungenau, da wir unter Tee alles verstehen, was sich mit heißem Wasser aufbrühen lässt, sei es Schwarztee, Grüntee, Kräutertee, Matetee oder Rotbuschtee. Fragt man einen Teehändler, so ist Tee für ihn im engen Sinn all das, was von den Teestrauchgewächsen abstammt, botanisch "Theaceae" genannt. Es gibt drei verschiedene Teepflanzen, sie kommen aus Chinas Bohea-Bergen, aus Japan und aus Assam in Nordindien: Camellia sinsensis (China), Camellia Japonica (Japan) und Camellia Assamica (Assam-Tee). Teebüsche haben weiße Blüten und grüne Früchte. Zu Tee werden lediglich die Blätter und Knospen verarbeitet.

Drei Arbeiter hocken in einer großen offenen Wanne, die mit frischen grünen Teeblättern gefüllt ist. (Rechte: SWR)

Nach dem Pflücken wird der Tee zum Welken ausgebreitet

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Wie aus grünen Blättern schwarzer Tee wird

Die Verarbeitung von Tee war einst ein streng gehütetes Geheimnis der Chinesen und Japaner, doch die Engländer lüfteten es im 17. Jahrhundert und die Verfahrensweise hat sich bis heute im Wesentlichen kaum geändert. Die Arbeitsschritte zur Schwarzteeherstellung basieren auf Welken, Rollen, Fermentieren, Trocknen und Sortieren, das heißt den gepflückten Blätter wird Wärme zugeführt, um ihnen einen Teil ihrer Feuchtigkeit zu entziehen. Nach dem Welken kommt als nächster Arbeitsschritt das maschinelle Rollen, um die Zellwände aufzubrechen, eine Voraussetzung der Fermentation - ein mehrstündiger Prozess, bei dem sich das Blatt durch Oxidationsvorgänge rotbraun bis schwarz färbt. Zu guter Letzt erfolgt das Trocknen bei Temperaturen um die 100 Grad Celsius; dabei geht ein großer Teil der Duftstoffe verloren.

Matthias Gerlach, Stand vom 25.07.2008

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Collage aus Bildmotiven zum Thema Essen und Trinken (Rechte: dpa)

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