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Wein zum Essen

Eine häufig wiederkehrendes Problem: Man sitzt im Restaurant, trinkt gerne guten Wein, hat aber bisher nie genug Zeit und Muße gehabt, sich über Weine und ihre Harmonie mit dem jeweiligen Essen zu informieren. Sommeliers gibt es nur in wenigen Lokalen, und mit der Weinkenntnis vieler Kellner ist es nicht weit her. Man sitzt also vor der Weinkarte und ist erschlagen von der Vielfalt der Weine.

Verschiedene Flaschenhälse (Rechte: imago)

Welcher Wein passt wirklich?

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Verzweifeln Sie nicht! Das geht vielen Menschen so und nachfolgende Hilfestellungen sollen Ihnen zur Seite stehen, aber sie können weder einen Anspruch auf Vollständigkeit (dazu gibt es einfach zu viele Weine) noch auf absolute Richtigkeit abgeben. Letztlich zählt nämlich nur eines: Ihr persönlicher Geschmack. Also am besten probieren Sie die nachfolgenden Tipps aus und wenn Ihnen etwas nicht zusagt, dann seien Sie nicht ängstlich: Schneiden Sie alte Zöpfe einfach ab und genießen Sie Ihre Mahlzeit ganz nach Ihren Vorlieben. Schließlich kann man heute sogar Fisch mit Rotwein zu sich nehmen, ohne dass man sich dafür schämen muss. Obwohl der alte Spruch "Weißwein zu Fisch und Rotwein zu Fleisch" noch immer seine Berechtigung hat.

Der Aperitif

Am einfachsten, aber nicht ganz billig: Champagner. Er eignet sich immer als anregendes, den Magen vorbereitendes Getränk und stimmt auf das nachfolgende Essen ein. Wenn es nicht unbedingt Champagner sein soll, tut es natürlich fast ebenso gut ein deutscher Jahrgangssekt, ein französischer Crémant oder ein italienischer Prosecco. Leider schwankt vor allem beim Prosecco oft die Qualität. Heute nicht mehr so häufig, aber immer noch empfehlenswert, sind Sherrys oder ein leichter Rosé aus Südfrankreich oder Spanien.

Mediterraner Vorspeisenteller (Rechte: Josephine Clasen)

Klassisch wäre Weißwein

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Zu den Vorspeisen

Fast immer die richtige Wahl ist Weißwein. Zum Beispiel ein schöner, trockener Riesling oder ein leichter Pinot Grigio. Sie passen zu Fisch und Muscheln, zu Salaten, Antipasti oder Eierspeisen. Pasteten harmonieren dagegen eher mit leichten Rotweinen, ebenso Salami oder Räucherwaren. Zu italienischer Pasta sollte man sich entsprechend der Sauce für Rot- oder Weißwein entscheiden. Ist Fleisch im Spiel, passt meistens ein Rotwein dazu, der auch schon kräftiger sein darf. Und wenn es einmal etwas ganz Besonderes wie Kaviar sein soll, dann passt natürlich auch dazu am besten Champagner.

In Molke gedünstete Kräuterforelle wird mit Kohlrabi- Möhren-Gemüse und Weißwein. (Rechte: ddp)

Muss es immer Weißwein sein?

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Zu Meeresfrüchten und Fisch

Zu empfehlen ist, wie oben schon erwähnt, zumeist ein trockener Weißer. Riesling ist immer eine gute Wahl. Aber auch ein etwas kräftigerer Chablis eignet sich für Fisch, vor allem, wenn die Sauce feiner ist. Schalentiere und Krebse verlangen ebenfalls weißen Wein. Das immer öfter zu findende Sushi passt mit Weißwein zusammen, empfehlenswert ist aber auch japanisches Bier oder Sake (japanischer Reiswein). Etwas kräftigeren Fisch, zum Beispiel vom Grill, kann man auch mit einem leichten Rotwein genießen.

Roastbeef mit Ofenkartoffeln, daneben Rotwein (Rechte: dpa Picture-Alliance )

Zu den meisten Fleischspeisen passt Rotwein

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Zu Fleischgerichten

Was für Rotwein und Fisch gilt, gilt umgekehrt natürlich auch für Weißwein und Fleisch. Ein guter, würziger Weißwein passt zu vielen Fleischspeisen. Manche, besonders chinesische Fleischgerichte, harmonieren wegen ihrer Süße sogar besser mit Weißwein. Ein feiner Rotwein ist für die meisten Fleischspeisen aber die bessere Wahl. Der kräftige Fleischgeschmack fordert kräftige Rotweine. Je kräftiger die Sauce, desto kräftiger der Wein, ist eine brauchbare Faustregel. Ein anderer Tipp ist, dass man beim Italiener am besten einen italienischen Roten zu den Fleischgerichten nimmt, beim Franzosen einen schönen Bordeaux oder Burgunder und beim Deutschen einen Spätburgunder. Der Grund dafür: Zumeist werden die Speisen mit landestypischen Rotweinen gekocht oder die Entwicklung der Rezepte war eng verbunden mit den lokalen Weinen. Allerdings gibt es einige Speisen, die einfach nach den besten Weinen verlangen: Bei Lamm- und Hammelgerichten, bei Wild und vor allem bei Wildgeflügel sollte man zu einem wirklich guten Rotwein greifen, der dann auch mal ein wenig teurer sein darf. Diese Fleischsorten harmonieren am besten mit sehr ausgewogenen, länger gelagerten Spitzenweinen.

Zum Dessert

Klassiker zum Dessert sind edelsüße Weißweine wie der französische Sauternes oder die deutschen Beerenauslesen. Auch der italienische Schaumwein Asti Spumante passt zu einigen Nachspeisen wie Eis oder Rumdesserts. Süßer Muskatellerwein ist empfehlenswert bei Früchten oder Obstsalat. Der portugiesische Portwein, den es sowohl in süßen wie auch trockenen Varianten gibt, wird entweder zu Käse und Nüssen oder pur gereicht. Andere bekannte Likörweine, die man häufig auch pur trinkt, sind der sizilianische Marsala, der spanische Sherry oder der portugiesische Madeira.

Verschiedene Käsesorten auf einer Platte angerichtet (Rechte: Rosenfeld)

Regionaler Wein zu regionalem Käse

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Zum Käse

Es muss nicht immer Rotwein sein. Oft ist Käse viel zu stark im Geschmack, als dass er mit feinen Rotweinen harmoniert. Ein süßer oder herber Weißwein passt oft besser. Zu Frischkäse passt am besten ein leichter Weißwein, zu halbweichem Käse ein kräftigerer Weißer. Blauschimmelkäse harmonieren sehr gut mit edelsüßen Weinen. Weichkäse wie Camembert und Brie verlangen eher nach einem mittelkräftigen Rotwein. Zu Hartkäse hingegen darf auch ein kräftigerer Roter gereicht werden. Als einfache Faustregel kann aber auch hier gelten: Regionaler Wein zu regionalem Käse. Und ansonsten gilt: Ausprobieren und sich von seinem eigenen Geschmack leiten lassen.

Rolf Stephan, Tobias Aufmkolk, Stand vom 16.12.2011

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Collage aus Bildmotiven zum Thema Essen und Trinken (Rechte: dpa)

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