Gibt es durchscheinenden Beton?
Wer an Beton denkt, dem fallen fast immer als Erstes graue, massive Flächen ein. Kein Wunder, schließlich verbindet man die Mischung aus Zement, Sand, Gesteinen und Wasser nicht mit Lichtdurchlässigkeit. Doch die Zeiten, in denen Beton grau und eintönig war, sind vorbei. Mittlerweile wird er nicht nur in verschiedenen Farben, sondern auch mit ganz unterschiedlichen Oberflächen angeboten. Und es gibt tatsächlich Beton, durch den Licht dringt. Im Fachjargon wird er "transluzenter" Beton genannt.
Möglich macht das ein Gewebe aus Glasfasern, die das Licht leiten. Dieses Gewebe wird in den Beton eingearbeitet. Auf diese Weise wird der Beton durchscheinend. Stellt man sich also bei entsprechenden Lichtverhältnissen hinter eine solche Betonwand, sind Umrisse und sogar Farben erkennbar. Dieser Effekt funktioniert selbst bei dickeren Wänden.
2001 ging der ungarische Architekt Áron Losonczi mit seiner Erfindung an die Öffentlichkeit. Nach und nach entwickelte er den neuen Beton dann weiter, sodass er immer lichtdurchlässiger wurde. Richtig durchgesetzt hat er sich allerdings noch nicht, denn bislang ist der innovative Baustoff schlichtweg noch zu teuer, um ihn großflächig einsetzen zu können. Experten sagen dem Baustoff dennoch eine große Zukunft voraus, denn mit neuen Verfahren soll es bald möglich sein, den durchscheinenden Beton günstiger zu produzieren. Dann wären auch große Bauvorhaben möglich.
Aber das ist nicht die einzige Entwicklung im Betonbereich. Beim Textilbeton zum Beispiel werden besondere Textilien in den Beton eingearbeitet. Sie wirken - wie der Stahl im Stahlbeton - als sogenannte Bewehrung, das heißt, sie machen den Beton stabil und formbar. Im Gegensatz zu Metall haben die Textilfasern den Vorteil, dass sie nicht rosten. Bei einer anderen Betonsorte, dem Papierbeton, wird Papier beigemischt. Dadurch ist er relativ leicht und günstiger als herkömmlicher Beton.
Christiane Tovar, Stand vom 12.01.2010





