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Joseph von Fraunhofer

Der Name ist ein Begriff. Vom Fraunhofer-Institut hat man gehört. Aber was genau dieser bedeutende Optiker und Physiker Joseph von Fraunhofer erforscht oder entdeckt hat, ist vielleicht in Vergessenheit geraten.

Porträtgemälde von Joseph von Fraunhofer. (Rechte: AKG)

Joseph von Fraunhofer

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Schlieren- und blasenfreies Glas

Die Herstellung von Linsen für Objektive oder Brillen war bis ins 19. Jahrhundert Glückssache. Aus Zufallsprodukten, die beim Schmelzen entstanden, wurden Linsen solange geschliffen, bis sie durch Ausprobieren zusammenpassten. Dem Optiker Joseph von Fraunhofer (1787 bis 1826) gelang es, ein besseres Rührverfahren für die Glasschmelze zu entwickeln. Dadurch erreichte das Glas eine bis dahin nie gekannte Homogenität. Es hatte also weniger Schlieren und Blasen als die Gläser zuvor.

Das Problem mit der Unschärfe bei den Linsen

Außerdem befasste sich Fraunhofer beim Herstellen von Linsen mit dem Problem der sogenannten Dispersion. Das bedeutet, dass die einzelnen Farben eines Gegenstandes, durch eine Linse betrachtet, unterschiedlich scharf abgebildet werden. Dieses Problem der Dispersion ist aber nicht bei jedem Glas gleich. Probiert man eine Kombination verschiedener Linsen aus verschiedenen Glassorten, lässt sich die Unschärfe einigermaßen gut ausgleichen. Joseph Fraunhofer erkannte, dass man ohne genaue Kenntnisse über diese physikalischen Eigenschaften der Linsen keine guten Mikroskope und Fernrohre bauen kann.

Schwarzweiß-Stich: Fraunhofer schaut in der Mitte durch ein Instrument und wird von mehreren sitzenden und stehenden Männern dabei beobachtet. (Rechte: AKG)

Fraunhofer präsentiert seine schwarzen Linien

Vergrößern

Die Fraunhofer'schen Linien

Fraunhofer entdeckte, dass das Sonnenlicht durch ein Glasprisma nicht nur in seine Spektralfarben aufgespalten wird, sondern dass auch eine Anzahl dunkler Linien zwischen den einzelnen Regenbogenfarben zu erkennen sind. Er fand heraus, dass man mit Hilfe dieser Linien die Lichtbrechung der Glassorte jeweils an den entsprechenden Stellen messen kann. Diese schwarzen Linien wurden nach ihm benannt: die Fraunhofer'schen Linien. Durch diese Entdeckung baute seine Werkstatt fortan Fernrohre, Mikroskope und Lupen von bis dahin unbekannter Präzision.

Fraunhofer hatte schließlich auch erkannt, dass die Güte des optischen Glases nicht nur dadurch erreicht wird, dass die bekannten Glassorten möglichst rezeptgenau hergestellt werden. Ihm war klar, dass man die Rezepturen ändern müsse. Das Problem konnte er jedoch nicht mehr angehen. Er starb 39-jährig an Lungentuberkulose - vermutlich ausgelöst durch die Bleiemissionen in der Glashütte. Das "Glas nach Maß" schuf dann der Chemiker Otto Schott.

Bärbel Heidenreich, Stand vom 29.12.2010

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Bildcollage zum Thema Werkstoffe. (Rechte: WDR)

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