High-Tech-Keramik
Vor allem, weil Keramik viel Hitze aushält und ihr Säure nichts anhaben kann, interessierte sich die Industrie schon im 19. Jahrhunderts für diesen Werkstoff. Man denke nur an die charakteristischen Isolatoren an Hochspannungsleitungen. Oder die älteren flaschenförmigen Keramiksicherungen im Haushalt, an Zündkerzen im Auto und an kleine Keramikbausteine, die versteckt im Fernseher und Computer sitzen und dort die empfindliche Elektronik schützen.
Heute zählt Keramik zu den wichtigen Werkstoffen der High-Tech-Industrie. In der technischen Keramikindustrie werden allerdings nicht tonige Rohstoffe, sondern synthetisch hergestellte, hochreine Mineralien, wie zum Beispiel Titan- , Zirkon- oder Aluminiumoxid, verwendet. Die Herstellung von High-Tech-Keramik ist erst möglich geworden, seitdem man in den Brennöfen sehr hohe Temperaturen erzeugen kann. Je nach Brenntemperatur entfalten alle Keramikarten ihre ganz unterschiedlichen Eigenschaften. Die Eigenschaften reichen von hoher Hitze- und Formbeständigkeit, großer Verschleißfestigkeit, hoher Wärme- und Isolierfähigkeit bis hin zur Korrosionsbeständigkeit sowie Körper- und Lebensmittelverträglichkeit. Die Bandbreite der Eigenschaften nutzen Wissenschaft, Technik und Medizin. So kann man je nach Bedarf aus Keramik Hüftknochenimplantate, Russfilter für den Auspuff, Zahn-Inlays oder Hitzeschilde für "Space-Shutttles" herstellen.
Susanne Decker, Stand vom 01.06.2009






