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Kunststoff im Sport

Nach dem Zweiten Weltkrieg purzelte in vielen Sportdisziplinen ein Rekord nach dem anderen - aufgrund neuer Kunststoffprodukte. Vor der Olympiade 1952 in Helsinki benutzten Stabhochspringer noch ein Material aus dem Dschungel: Bambus. Das Naturmaterial begrenzte die Sprungmarke auf rund vier Meter.

Verzerrtes Bild einer Stabhochsprunganlage von unten aufgenommen. Ein Stabhochspringer hängt an seinem gebogenen Stab in der Luft vor einem in leichtem Abendrot leuchtenden Himmel und ist dabei sie Latte zu überqueren. (Rechte: dpa)

Kunststoffe ermöglichen große Sprünge

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In den 60er Jahren hielten die Athleten erstmals glasfaserverstärkte Stäbe - in ihren Händen. In den 80er Jahren sprangen sie bereits Traummarken von über sechs Metern. Die neuen Stäbe waren nur 1500 Gramm schwer. Beim Abspringen speichern sie die Laufenergie des Athleten, indem sie sich verbiegen. Beim Strecken gibt der Stab die Energie wieder ab, der Hochspringer wird regelrecht über die Latte katapultiert.

Die grüne Sohle eines Sportschuhs aus hochelastischem Polyurethan ist von der Ferse bis zur Mitte durchlöchert. (Rechte: Bayer Pressefoto)

Mit neuen Kunststoffen zu Höchstleistungen

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Eroberung im Sturm

Kunststoffe haben auch die Welt der Sportschuhe revolutioniert. Früher saugten sich Lederschuhe bei Regen voll, wurden schwer und unbequem. Nylon dagegen macht die Schuhe wasserabweisend, leichter, haltbar und elastisch. Sohlen aus Polyurethan können heute direkt an den Schaft angespritzt werden - das macht die Schuhe widerstandsfähiger. Und leichter: Wogen Leder-Fußballschuhe vor dem Zweiten Weltkrieg bis zu 500 Gramm, so sind es heute noch gerade 200 Gramm. Und bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio wog ein Leichtathletik-Rennschuh sensationelle 96 Gramm. Egal, ob beim Tennismatch mit Schlägern aus Kohlefasern oder beim Sprint im Nylon-Spezialschuh auf der hochelastischen Polyurethanbahn - wenn neue Rekorde aufgestellt werden, haben die Riesenmoleküle aus der Chemieküche ihren Anteil.

Ein Stadiondach aus dem durchsichtigen Kunststoff 'Makrolon' schützt die Tribüne eines Fußballstadions. (Rechte: Bayer AG Pressefoto)

Ein Stadiondach aus Hightech-Kunststoff

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Rasenwachstum

Das Müngersdorfer Stadion in Köln erhielt vor einiger Zeit ein neues Gewand. Als "RheinEnergieStadion" sollte es für die Fußballweltmeisterschaft 2006 optimal gerüstet zu sein. Zwischen den Lichtmasten wurde ein neues Dach über die Zuschauerreihen gespannt. Der Teil des Kunststoffdachs, der den Rasen überdeckt, ist aus dem Hightech-Kunststoff "Makrolon" gefertigt. Das Material ist nicht nur sehr leicht, sondern auch extrem stabil: Ein Quadratmeter dieses Kunststoffs kann problemlos mit einer Hand angehoben werden - und trägt doch bis zu 100 Kilogramm Schnee- und Windlast. Dank seiner Transparenz gewährleistet das Dach nicht nur bei ungünstigem Sonnenstand beste Sichtverhältnisse, sondern - auch ganz wichtig: bestmögliches Rasenwachstum.

Thomas Kamp, Stand vom 23.11.2011
Sendung: Leben mit Kunststoff - Von Nylonstrümpfen, Plastikstühlen und Müllbergen , 24.11.2011

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Bildcollage zum Thema Werkstoffe. (Rechte: WDR)

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