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Sand als Energieträger

Seit bekannt ist, dass die Ressourcen der fossilen Brennstoffe nicht ewig die Menschheit mit Energie versorgen werden, suchen Wissenschaftler nach alternativen Energiequellen. In den letzten Jahren ist ein Stoff immer mehr in das Blickfeld der Grundlagenforschung geraten, der in der Regel nicht mit Energie in Verbindung gebracht wird: Sand.

Auf dem Bild ist ein Öltanker zu sehen, der von zwei Schleppern begleitet wird. (Rechte: dpa)

Gibt es in der Zukunft Sand- statt Öltanker?

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Kann Sand in der Zukunft den Rohstoff Öl ersetzen?

Das im Sand enthaltene Silizium soll dabei der Stoff sein, der es ermöglicht, Energie zu speichern. Und so soll es funktionieren: Chemisch gesehen ist Sand Siliziumdioxid, eine Verbindung aus Sauerstoff und Silizium. Um die beiden Elemente zu trennen, benötigt man viel Energie. Irgendwo in einer Wüste stehen deshalb Sonnenkraftwerke, die Strom erzeugen. Mit Solarstrom betriebene Elektrolyseanlangen trennen dort das Silizium und den Sauerstoff: reines Silizium entsteht. Die Energie geht aber nicht verloren, sondern bleibt zu hohen Prozentsätzen im Silizium gespeichert. Das reine Silizium lässt sich gefahrlos transportieren. In einer weiteren Anlage, beispielsweise in Europa, stellt man aus dem Silizium sogenannte Silane her. Silane bestehen aus Silizum und Wasserstoff (zum Beispiel: Monosilan = SiH4) und enthalten fast genau so viel Energie wie Benzin. Diesen neuen Silan-Treibstoff kann man wie die Kohlenwasserstoffe Erdöl, Erdgas und Kohle verwenden.

Sandrippel in der Wüste, also wellenförmige Muster, die durch Windbewegungen im Wüstensand entstanden sind. (Rechte: dpa)

So einfach lässt sich hieraus kein Benzin herstellen

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Doch so einfach wie es klingt, ist es leider nicht. Denn um "Silan-Benzin" verwenden zu können, wären auch neue Motoren notwendig. Zusätzlich sind Silane mit wenigen Siliziumatomen, sogenannte niedere Silane, nicht ganz ungefährlich. Sie entzünden sich beim Kontakt mit Luft, Alkohol oder Wasser unter heftigen Explosionen. Nur höhere Silane kämen also in Frage. Doch für deren Herstellung wird wiederum Energie benötigt. Außerdem gibt es noch keine Erkenntnisse darüber, ob es sich überhaupt finanziell lohnt, die Silizium-Trennung in der Wüste durchzuführen. Auch die Kosten für den Transport des Siliziums sind noch nicht berechnet worden. Dies sind nur ein paar von zahlreichen Problemen, die noch gelöst werden müssen. Wie immer liegen also zwischen Grundlagenforschung und technischer Umsetzung zahlreiche Jahre, in diesem Fall eher Jahrzehnte weiterer Forschungsarbeit.

Frank Endres, Stand vom 29.07.2009

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Bildcollage zum Thema Werkstoffe. (Rechte: WDR)

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