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Stahl im Alltag

Noch immer findet man sie in fast jedem Haushalt: kleine kompakte Knäuel aus Stahlwolle. Sie bestehen aus feinstem Stahldraht und eignen sich besonders gut zum Reinigen von Töpfen, die meistens ebenfalls aus Stahl bestehen. Töpfe, Messer, Besteck, aber auch der Herd, der Kühlschrank und vieles mehr, das sich in unseren Küchen befindet, ist aus Stahl. Die Vielfalt, wofür Stahl verwendet werden kann, ist schier grenzenlos.

Ein Knäuel Topfreiniger aus Edelstahl. (Rechte: WDR/Eberhorn)

Topfreiniger aus Stahl

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Treffsichere Kugeln

Boule hießt übersetzt die Kugel. Wenn wir in Deutschland von dem Spiel Boule sprechen, meinen wir eigentlich Pétanque. Kugelspiele gibt es schon seit Urzeiten. Pétanque wurde erst 1910 in Frankreich erfunden. Damals machte sich Ernest Pitiot Gedanken um seinen Freund, der wegen eines Rheumaleidens an den Kugelspielen nicht teilhaben konnte. Bei den damaligen Spielen ging es darum die Kugel möglichst weit zu werfen, so dass die Spieler Anlauf nehmen mussten. Pitiot erfand eine Variante des Spiels, bei der man die Kugel stehend abwerfen musste: mit geschlossenen Füßen.

Fünf Boule-Kugeln aus Stahl liegen um die kleine orange Holzkugel, das sogenannte 'Schweinchen'. (Rechte: WDR)

Ran ans "Schweinchen"

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Auf Französisch sagt man dazu "Pieds tanques" – das Pétanque war erfunden. Noch spielte man mit Kugeln aus Bronze oder mit Holzkugeln, in die man Nägel eingeschlagen hatte. Erst 1928 entwarf wiederum ein Franzose die Kugel aus Stahl. Der arbeitslos gewordene Metallarbeiter aus dem Städtchen St. Bonnet-Le Chateau schrieb Geschichte. Noch heute werden mehr als 80 Prozent der weltweit produzierten Kugeln hier hergestellt. Der Stahl, der dabei verwendet wird, kann von unterschiedlicher Beschaffenheit sein. Wie er genau hergestellt wird, das bleibt allerdings ein Geheimnis des Herstellers, denn der Stahl bestimmt das Aufprallverhalten der Kugeln, und das ist von Spiel entscheidender Bedeutung. Die Kugeln sind innen hohl und wiegen zwischen 680 und 800 Gramm.

Helle Funken einer Wunderkerze leuchten in der Dunkelheit. (Rechte: WDR)

Stahl steckt auch in zarten Wunderkerzen

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Funkensprühende Wunderkerzen

Wenn wir zum Neuen Jahr oder zum Geburtstag eine Wunderkerze anzünden, sprühen die Funken. Doch wieso funkt die Wunderkerze überhaupt? Die Wunderkerze besteht aus mehreren Schichten. Im Inneren der Kerze befindet sich ein verkupferter Stahldraht. Um diesen Draht herum liegt ein Mantel aus einem Gemisch verschiedener Zutaten, unter anderem gehören dazu Aluminiumpulver, Klebstoff, Bariumnitrat und schließlich feine Eisenspäne. In dieses Gemisch, das noch wie ein Brei aussieht, wird der Stahldraht zweimal eingetaucht. Sobald er trocken ist, lässt sich die Wunderkerze anzünden – und was funkt, das sind die feinen Eisenspäne im Mantel der Kerze, vergleichbar den Funken, die sprühen, wenn man einen Eisennagel an eine Schleifscheibe hält.

Die deutschen Bobfahrerinnen Susi Erdmann und Jana Petersik beim Start im Eiskanal der Deutschen Meisterschaften in Winterberg. (Rechte: dpa)

Rasante Fahrt auf geschliffenem Stahl

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Schnelle Kufen

Wer heute einen Sieg im Eiskanal einfahren will, der muss nicht nur ein guter Sportler sein, er braucht auch einen guten Schlitten oder einen guten Bob. An der Herstellung und Verbesserung der Sportgeräte wird das ganze Jahr über geforscht und gefeilt. Die Kufen spielen dabei eine nicht unbedeutende Rolle, und die Hersteller von erfolgreichen Kufen hüten ihr "Rezept" wie ein Staatsgeheimnis. Was es dabei alles zu bedenken gibt, zeigt die Forschungsarbeit an der Technischen Universität München. Hier arbeiten Forscher der unterschiedlichsten Fachbereiche zusammen, um Kufen zu entwickeln, die bei allen Eisverhältnissen ideal gleiten. Sie versuchen herauszufinden, welcher Stahl ihren Ansprüchen am ehesten genügt, welche Krümmung sie haben müssen, wie dick sie sein müssen und wie sie geschliffen werden sollten. Dabei geht es um eine Genauigkeit von wenigen Tausendstel von Millimetern. Ob und wie erfolgreich sie mit ihren Forschungen sein werden, hängt im Ernstfall allerdings doch von den Sportlern ab.

Sine Maier-Bode, Stand vom 14.10.2009

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Bildcollage zum Thema Werkstoffe. (Rechte: WDR)

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