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Symbolik, Farben und Motive bei Orientteppichen

Je nach Region hat ein Orientteppich verschiedene Farben und Muster. In vorislamischer Zeit gab es überwiegend Symbole mit heidnischer Naturverehrung, die das Böse abwehren und den Wohlstand befördern sollten. Mit der Einführung des Islams kamen religiöse Motive hinzu.

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Gebetsteppiche

Der Islam verschaffte dem Teppich neben seinem handwerklichen, künstlerischen und materiellen Wert auch einen religiösen Sinn. Spezielle Gebetsteppiche wurden angefertigt, die leicht zu transportieren waren und den Betenden, laut Koran, vom unreinen Boden trennen sollten.

Typischer Gebetsteppich mit der von Säulen getragenen Nische in der Mitte. (Rechte: Interfoto)

Mit dem Islam entstanden spezielle Gebetsteppiche

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Der sogenannte Mehrab hat meist eine Nische oder ein Feld in der Mitte, das von Säulen getragen wird. Egal, wo der Gläubige sich befindet, kann er seinen Gebetsteppich nach Mekka ausrichten. Da im Islam die bildhafte Darstellung des Göttlichen verboten ist, sind der Formenreichtum und die Farben umso imposanter und vielfältiger. Neben kalligrafischen Zeichen dominieren Tier-, Blumen- und Baummotive. Besonders Vögel, die als Mittler zwischen Gott und den Menschen galten, wurden gerne abgebildet.

Mit unterschiedlichen Naturfarben gefärbte Wolle hängt an einer Holzleiste zum Trocknen. (Rechte: picture-alliance / KPA/Aquila)

Naturfarben sind lichtbeständig und angenehm

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Farben

Das Geheimnis eines schönen Teppichs besteht darin, dass seine Fasern mit Naturfarben eingefärbt wurden. In einem heißen Färbebad werden die natürlichen Farbstoffe gelöst und die Fasern aus Schafwolle so lange darin eingetaucht, bis sie den gewünschten Farbton angenommen haben. Naturfarben sind lichtbeständig und waschecht, sie laufen nicht aus und sind angenehm anzuschauen.

Die wertvollsten Teppiche werden auch heute noch mit Naturfarben gefärbt. Eine der am häufigsten verwendeten Farben ist das Türkischrot, das aus der Pflanze des Färberkrapp gewonnen wird. Purpurrot stammt aus dem Panzer der Schildlaus. Für Blau greift man auf die Wurzel des Indigos zurück und Gelb gewinnt man je nach Intensität aus der Gelbwurz, Curcuma, oder aus Granatapfelschalen. Einen gelborangefarbenen Ton liefert Safran. Im Gegensatz zu Naturfarben verblassen synthetisch eingefärbte Fasern sehr viel schneller.

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Die verschiedenen Typen

Die Orientteppiche haben je nach Herkunftsregion verschiedene Muster, Motive und Farben. Persische Teppiche können sowohl absolut geometrische wie auch phantasievolle florale Muster haben. In Turkmenistan spielen im gesellschaftlichen Leben nach wie vor Familienstämme wie die Buchara eine wichtige Rolle. Entsprechend sind auf turkmenischen Teppichen viele runde oder eckige Muster zu finden, die einzelne Familienwappen oder Stammeszeichen abbilden. Gute Kaukasen sind meist aus Wolle geknüpft. Typisch für einen Teppich aus dem Kaukasus sind viele bunte und verschiedene Farben mit archaischen Mustern. Da sich die Lebensweise der Menschen über Jahrhunderte kaum verändert hat, sind auch die Muster fast gleich geblieben. Anatolische Teppiche lassen sich wie die anderen Typen in viele Unterregionen einteilen. Typisch für ostanatolische Bauernteppiche sind verschiedene rötliche Schattierungen, von erdbeerrot bis rostrot.

Ein besonderes Augenmerk verdienen chinesische Teppiche, die gerne in den Farben Blau auf weißem Grund gehalten sind. Da China das historische Zentrum der Seidenproduktion ist, werden viele chinesische Teppiche noch heute aus Seide gefertigt.

Sabine Kaufmann, Stand vom 01.06.2009

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Bildcollage zum Thema Werkstoffe. (Rechte: WDR)

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