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Verpackungen

Beinahe alles, was wir konsumieren, ist verpackt. Meist, weil es von weit her kommt und erst einmal für den Transport geschützt werden muss. Aber auch beim Verkauf zählt die Verpackung, allen voran ihre Optik. Dann muss sie vor Diebstahl und Manipulationen schützen, dennoch verbraucherfreundlich zu öffnen sein und natürlich die Ware frischhalten und präsentieren. Erst dann hat sie ihre Aufgabe erfüllt und wandert in den Müll.

Getränkedosen von oben. (Rechte: Mauritius)

Verpackungsklassiker für Getränke

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Was sind Verpackungen?

Eine Verpackung besteht immer aus unterschiedlichen Komponenten, und zwar aus dem Packmittel und dem Packhilfsmittel. Das Packmittel ist der Hauptbestandteil. Mit ihm wird das Packgut teilweise oder vollständig umschlossen oder zusammengefasst. Das Packhilfsmittel dient vor allem dazu, die Verpackung zu verschließen (also zum Beispiel Klebeband) oder auszupolstern (zum Beispiel mit Schaumstoff). Noch ein Beispiel: Die Verpackung einer Flasche besteht aus dem Flaschenkörper als Packmittel und der Kappe und dem Etikett als Packhilfsmittel. Der Inhalt, also Wein, Wasser oder was auch immer, ist das Packgut.

Leere Kunststoffverpackungen auf dem Weg zum Recycling. (Rechte: Netzhaut)

Seit 1990 gibt es das "Duale System"

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Verpackungen sind wertvolle Güter

Verpackungen werden total unterschätzt, meist werfen wir sie nur stiefmütterlich in den Müll oder ärgern uns über sie. Uns interessiert in erster Linie nur der Inhalt. Aber: Verpackungen sind wertvolle Güter. Durch Verpackungen hat der Konsument letztendlich mehr für sein Geld - das ist vielen nicht bewusst. Verpackungen sparen etwa 14 Prozent der Kosten, weil sie das verpackte Gut länger frischhalten und die Warenverteilung, also den Transport et cetera, erleichtern.

Das Verpacken zählt ohne Übertreibung zu einer der ältesten Techniken, der sich die Menschen bedienen. Zweck und Materialien haben sich im Laufe der Jahrhunderte natürlich erheblich geändert. Klar aber ist: Die Verpackungsindustrie ist einer unserer wichtigsten Wirtschaftszweige. Etwa 20 Milliarden Tonnen Verpackungen werden in Deutschland produziert und erwirtschaften einen Jahresumsatz von 35 Milliarden Euro. In Deutschland arbeiten rund 200.000 Beschäftigte in mehr als 10.000 Unternehmen der verpackungsherstellenden Industrie. Zählt man den erweiterten Kreis um die Verpackungsmaschinenbauer und die abpackende Industrie mit dazu, so handelt es sich insgesamt um 400.000 Arbeitsplätze in rund 20.000 Unternehmen. Noch einmal eine beeindruckende Zahl: 2200 Verpackungen pro Jahr oder sechs Verpackungen pro Tag verbraucht jeder einzelne Bundesbürger.

Zwei reife Bananen. (Rechte: stockfood)

Clevere Verpackungen aus der Natur

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Verpackungen in der Natur

Ohne den Erfindungsreichtum unserer Vorfahren, vor allem aber ohne die unnachahmliche Genialität der Natur, gäbe es so manche unserer heutigen Hightech-Verpackungen mit Sicherheit nicht. Ei, Nuss, Kokosnuss, Kastanie, Muschel, Banane, Baumrinde - all das sind Verpackungsbeispiele aus der Natur, die genialer eigentlich ja gar nicht sein könnten. Zum Beispiel die Banane: Sie schützt nicht nur die Frucht vor eindringenden Insekten oder ähnlichem, sie zeigt auch mit der Farbe ihrer Schale (also Verpackung) an, wann sie zum Verzehr geeignet ist - ist sie grün oder braun, dann sollte man sie noch nicht oder eben nicht mehr essen. Dazu ist die Schale durch ihre Form und Beschaffenheit äußerst stabil. Beim Öffnen wird klar, wie genial diese Frucht ist: Haben Sie schon einmal bemerkt, dass die Schale immer entlang sogenannter "Sollbruchstellen" aufreißt und sich prima - ohne sich die Finger schmutzig zu machen - essen lässt?

Mehrere Tonkrüge. (Rechte: INTERFOTO)

Jahrtausendealte "Mehrwegverpackung"

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Die ersten Verpackungen

Verpackungen sind so alt wie die Menschheit. Zu Beginn ging es dem Menschen darum, Vorräte für den Winter anzulegen. Dazu brauchte er etwas, womit er die Nahrungsmittel für die Winterzeit einlagern konnte. Primär ging es also um Schutz und Bewahrung. Zuerst nahm man als Verpackung, was die Natur hergab: Blasen von Tieren, Leder oder Pflanzenblätter. Dann machte man Verpackungen aus bestehenden Materialien. Das waren meist Gefäße aus Lehm, Holz oder Gewebe. Der nächste Schritt waren Verpackungen aus hergestelltem Material wie Papier oder Wachs. Bezeichnenderweise entdeckte man einen Grundwerkstoff meist bevor man wusste, dass er auch zum Verpacken gebraucht werden kann. Papier diente ursprünglich dem Schreiben, Metall zur Herstellung von Werkzeugen. Mit dem Aufkommen des Handels kam eine neue Funktion hinzu: Verpackung wurde zum Transport von Gütern gebraucht. Vor etwa hundert Jahren gewann schließlich noch eine Funktion an Bedeutung: die Kommunikation. Verpackungen sollten Informationsträger und Aufmerksamkeitsfänger sein sowie eine Orientierungsfunktion übernehmen.

Diverse Pappkartons aufgestapelt. (Rechte: Caro)

Pappkartons gibt es bereits seit dem 19. Jahrhundert

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Die verschiedenen Packstoffe

Verpackungen von heute bestehen aus vielen verschiedenen Materialien. Die wichtigsten sind Glas (zum Beispiel Flaschen), Weißblech (zum Beispiel Dosen) oder andere Metalle wie Aluminium (zum Beispiel Getränkedosen), Papier (zum Beispiel Kartons) oder Kunststoff (zum Beispiel Folien, Plastikbecher et cetera). Die meisten dieser Materialien werden in einem - weltweit führenden - Recyclingsystem wiederverwertet. Wir alle erinnern uns gerne an den Werbespot: "Ich war eine Dose" und trennen seither fleißig unseren Müll in der Gelben Tonne und den anderen dafür vorgesehenen Recyclingsystemen.

Mehrere kompostierbare Pflanztöpfe. (Rechte: IMAGO)

Alternative zu Kunststoff: kompostierbare Pflanztöpfe

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Auf der Suche nach Alternativen

Doch vor allem die Kunststoffe - also das, was wir umgangssprachlich als Plastik bezeichnen - geraten immer wieder in die Kritik. Sie sollen gesundheitsgefährdende Weichmacher und andere schädliche Stoffe enthalten. Außerdem gelangt auch jede Menge Plastik nach wie vor ins Meer - mit fatalen Folgen für dieses empfindliche Ökosystem. Seit einigen Jahren wird deshalb auch in der Verpackungsindustrie an Alternativen zum Plastik geforscht. Und das durchaus mit Erfolg. Doch es bleibt problematisch: Der Anteil von Biokunststoffen am Gesamtvolumen ist sehr niedrig. Zum einen, weil der entsprechend höhere Preis für diese Verpackungen vom Kunden noch nicht kompensiert wird und zum anderen, weil die meisten dieser biologisch abbaubaren Verpackungen bei genauer Betrachtung eine schlechte Gesamtbilanz aufweisen. Gemessen zum Beispiel am Energieverbrauch schneiden sie teilweise viel ungünstiger ab als herkömmlich hergestellte und recycelte Kunststoffe. Die Wundertüte aus Mais und Milchsäure, die gibt es im Moment eben noch nicht. Es bleibt also spannend in der Verpackungsindustrie.

Kerstin Zeter, Stand vom 20.07.2011
Sendung: Wundersame Welt der Verpackungen - Vom Aufreißen, Einwickeln und Frischhalten, 21.07.2011

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