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Spinnen mit dem Spinnrad

Beim Spinnen wird ein gleichmäßiger Faden aus der Rohwolle hergestellt. Der Trick: Durch Ordnen, Verziehen und Zusammendrehen von kurzen Fasern entsteht ein stabiler Faden. Das einfachste Gerät zum Spinnen ist die Handspindel. Hierbei werden die Fasern von Hand auf einen Stab gedreht und aufgewickelt. Beim Spinnrad wird eine Spindel durch Treten in schnelle Umdrehung versetzt. Dabei werden die Fasern in der gewünschten Stärke zu einem Faden zusammengedreht, der auf einem Spindelstock aufgewickelt wird. Die Idee, die dahinter steht, wird auch heute noch bei modernen Spinnereimaschinen angewendet.

Schwarzweiß-Foto einer alten Frau hinter einem Spinnrad. (Rechte: AKG)

Ein uraltes Handwerk

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Die notwendigen "Zutaten" zum Spinnen sind Rohwolle, Kämme (oder Karden) und ein Spinnrad. Rohwolle kann man ungefärbt kaufen. Bevor sie gesponnen wird, muss sie zuerst gekämmt (oder kardätscht) werden: Mit Hilfe von Kämmen werden die Fasern getrennt und in eine einheitliche Richtung gezogen, dadurch werden sie weich und flauschig. Im Handel ist aber auch spinnfertige Wolle erhältlich. Spinnräder gibt es in den verschiedensten Formen und Größen. Das Prinzip ist jedoch immer das gleiche: Das Spinnrad besteht aus einem Rad mit Fußantrieb, Flügel und einer Spule, auf der der Faden aufgewickelt wird. Für Spinnanfänger ist es am schwierigsten, gleichzeitig das Fußpedal zu bedienen und mit den Händen zu arbeiten. Es ist daher ratsam, sich zuerst im langsamen, gleichmäßigen Treten zu üben. Als zweite Übung empfiehlt es sich, während des Tretens einen schon gesponnenen Faden auf die Spule zu wickeln.

Industrielle Spinnerei: Ein Mann kontrolliert an einer Maschine eine große Rolle weißes Garn. (Rechte: dpa)

Die Industrie nutzt das gleiche Prinzip

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Das Spinnen: Zuerst wird ein etwa 50 Zentimeter langer (normaler) Faden an die Spule geknotet und über einen der Haken am Flügel und durch ein Achsloch nach außen geführt. Dann nimmt man ein wenig Wolle, zieht einige Fasern aus und legt sie an den fertigen Faden. Jetzt beginnt man zu treten, wobei das Schwungrad normalerweise im Uhrzeigersinn angetrieben wird. Während das Rad nun gleichmäßig getreten wird, liegt die (noch unverarbeitete) Wolle hinter der linken Hand. Mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand zieht man die Fasern aus und dreht oder zwirbelt sie auf die bereits verzogenen Fasern. So entsteht der Faden, den man mit einer Bewegung beider Hände zum Spinnrad hinführt, damit er sich aufwickeln kann. Das Rad muss dabei wie am Schnürchen laufen, je nach Fadenstärke schnell bis langsam. Auf der Spule bildet sich mit der Zeit ein Fadenhäufchen. Durch Umlegen des Fadens auf die anderen Haken am Spinnflügel wird die Spule gleichmäßig gefüllt. Ist die Spule voll, wickelt man den gesponnenen Faden auf ein Knäuel.

Neben etwas Fingerspitzengefühl erfordert das Spinnen vor allem Übung. Die hier gegebene kurze Anleitung kann nur einen theoretischen Einblick in die Kunst des Spinnens geben. Aber vielleicht dient sie als Anregung, einen Kurs zu besuchen, etwa in der Volkshochschule, oder sich einer Spinngruppe anzuschließen.

Susanne Wagner, Stand vom 01.06.2009

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Bildcollage zum Thema Werkstoffe. (Rechte: WDR)

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