Das Brandenburger Tor

Das Brandenburger Tor nach Restaurierung 2002

Geteilte Stadt Berlin

Das Brandenburger Tor

Wer als Tourist nach Berlin reist, für den ist das Brandenburger Tor ein Muss. Keine Stadtrundfahrt ist denkbar, bei der nicht ein Blick auf die Schnittstelle zwischen dem ehemaligen Osten und dem ehemaligen Westen der Stadt geworfen wird.

Ein repräsentatives Stadttor

Als das Tor im August 1791 eröffnet wurde, sollte es nichts weiter darstellen als ein repräsentatives Stadttor für das aufstrebende Berlin. Doch das änderte sich schon bald nach der Fertigstellung des Tors.

Napoleon Bonaparte nahm die Quadriga, also die Streitwagenskulptur auf dem Brandenburger Tor, nach seinem Sieg über Preußen als Kriegsbeute mit nach Paris. Dass sie 1814, nach den "Befreiungskriegen", in einem wahrhaften Triumphzug nach Berlin zurückgebracht wurde, machte aus dem Brandenburger Tor ein nationales Symbol.

Bis 1861 vergrößerte sich das Stadtterritorium um 60 Prozent, und so stand das Tor bald "mitten drin" und diente im Kaiserreich als Repräsentationskulisse. Seitdem wurde immer wieder die Versetzung oder Freistellung diskutiert, sei es, weil das Tor als Verkehrshindernis galt oder weil es den Nationalsozialisten für die geplante Welthauptstadt "Germania" im Wege stand. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Tor zerstört, der Wiederaufbau dauerte 13 Jahre.

Die Quadriga auf dem Brandenburger Tor

Die Quadriga auf dem Brandenburger Tor

Symbol der Freiheit

Schon lange vor dem Mauerbau im Jahre 1961 wurde das Tor zum Ort symbolischer Politik: 1945 wehte die Fahne der siegreichen Sowjetunion vom Tor. Die DDR deklarierte es als "Friedenstor".

Als am 17. Juni 1953 erboste Demonstranten die rote Fahne herunter holten und das Symbol der UdSSR zerrissen, boten die Ereignisse in Ostdeutschland den Politikern im Westen die Gelegenheit zur Sinnstiftung: Jede Partei interpretierte die Geschehnisse innerhalb des eigenen Koordinatensystems; der 17. Juni wurde zum "Tag der deutschen Einheit".

Das Brandenburger Tor wurde zum Erinnerungsort der deutschen Teilung, zu einem Symbol der Freiheit: In Westdeutschland wurden vielerorts Nachbildungen aufgestellt, das "Kuratorium Unteilbares Deutschland" bot Anstecknadeln mit dem Tor feil, ein Drittel der Bundesbürger besaß tatsächlich eine solche Nadel mit der Aufschrift "Macht das Tor auf".

Symbolische Politik dann schließlich auch im Dezember 1989, als Helmut Kohl und Hans Modrow, damals Vorsitzender des Ministerrates der DDR, am Brandenburger Tor einen Grenzübergang eröffneten. Und auch als die erneuten Restaurierungsarbeiten nach dem Mauerfall abgeschlossen waren und das Tor 2002 wiedereröffnet wurde, ließ es sich die politische Prominenz nicht nehmen, bei den Feiern dabei zu sein.

Autorin: Gabriele Trost

Stand: 20.03.2017, 14:31

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