König Friedrich II.

Geschichte Preußens

König Friedrich II.

Die schillerndste und berühmteste Persönlichkeit in der Ahnenreihe der Preußenkönige ist sicherlich FriedrichII. Seine Untertanen nannten den Herrscher fast liebevoll den "Alten Fritz", während ihm die Geschichtsschreibung den Titel "der Große" verlieh. Es ist sicher die Ambivalenz seines Charakters und Lebensstils, die diesen König so faszinierend macht.

Eine harte Kindheit

Als Sohn und Kronprinz des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. war seine Kindheit und Jugend von einer militärischen Erziehung mit Drill und körperlichen wie seelischen Züchtigungen geprägt. Der Kronprinz litt um so mehr darunter, da er selbst schöngeistige Beschäftigungen wie Flötespielen, Literatur und Sprachen vorzog.

Die Auseinandersetzungen zwischen dem tyrannischen, aufs Militärische fixierten Vater und dem Kronprinzen spitzten sich zu, sodass der Kronprinz 1730 mit seinem Freund Hans Hermann von Katte einen Fluchtversuch unternahm. Doch die beiden wurden verraten. Vor den Augen des Kronprinzen ließ Friedrich Wilhelm I. den Freund und Helfer seines Sohnes hinrichten - eine Grausamkeit, die das Vater-Sohn-Verhältnis für immer belasten sollte.

Friedrich, der selbst eine Zeit lang unter Arrest gestellt wurde, beugte sich nun dem Befehl seines Vaters und heiratete Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern. Eine Ehe, die sehr unglücklich verlief, da Friedrich kein Interesse an seiner Gattin hatte, sondern eher dem eigenen Geschlecht zugetan war.

Doch nach der Heirat schenkte Friedrich Wilhelm I. seinem Sohn Schloss Rheinsberg. Dort verlebte Friedrich, wie er selbst sagte, die schönste Zeit seines Lebens. Er korrespondierte viel mit dem französischen Philosophen Voltaire, der sogar 14 Tage lang Gast auf Friedrichs Schloss war. In der Zeit auf Schloss Rheinsberg entstanden auch Werke wie der "Antimachiavell", ein tugendhaftes Idealbild des aufgeklärten Monarchen.

Flächenbrand in Europa

Farbiger Stich: Friedrich II. in Uniform auf einem Pferd. Dahinter berittene Soldaten.

Friedrich II. ist ständig in Kriege verwickelt

1740 war es so weit: Friedrich II. wurde König. Zunächst zeigte er sich als aufgeklärter Herrscher, da er die Folter abschaffte, die Zensur aufhob und die Getreidepreise senkte. Doch die außenpolitischen Verhältnisse sollten die nächsten 25 Jahre des Königs entscheidend prägen. Friedrich war fast unentwegt in Kriege verwickelt, die zwar verlustreich geführt wurden, aus denen er aber meist als glücklicher Sieger hervorging.

Zunächst kämpfte Friedrich II. in zwei Kriegen gegen Österreich um Schlesien, das seit dem 16. Jahrhundert zum Haus Habsburg gehörte. Nach einer sehr glücklich gewonnenen Schlacht wurde 1745 im Friedensvertag von Dresden Schlesien offiziell Preußen zuerkannt. Doch die Schlesischen Kriege waren erst der Anfang.

1756 brach der Siebenjährige Krieg aus, in den fast alle Großmächte Europas verwickelt waren. Gegen Preußen hatten sich die Mächte Frankreich, Russland und Österreich formiert. Friedrich II. hatte sich dagegen mit Großbritannien verbündet. Nach dem Krieg, aus dem Friedrich II. und Großbritannien als Sieger hervorgigen, ordnete sich die politische Landschaft in Europa neu. Das vergleichsweise kleine Preußen hatte sich dank geschickter strategischer Manöver von Friedrich II. als fünfte Großmacht in Europa etabliert.

Doch Friedrichs Machthunger war noch nicht gestillt. 1772 teilten die Großmächte Russland, Österreich und Preußen das Königreich Polen-Litauen unter sich auf. Friedrich II. erweiterte sein Territorium im Osten um ein Vielfaches. Und auch im Bayerischen Erbfolgekrieg von 1778/79 spielte Friedrich eine bedeutende Rolle. Dabei verhinderte er, dass Bayern dem österreichischen Kaiserreich einverleibt wurde. Erst die letzten Jahre des Preußenkönigs verliefen in ruhigeren Bahnen.

Hinterlassenschaften

Friedrich II. war Zeit seines Lebens den schönen Künsten und der Philosophie zugetan. Er spielte ausgezeichnet Querflöte und gab sogar Konzerte auf seinen Schlössern. Als Schriftsteller hinterließ er seiner Nachwelt bedeutende Werke wie den "Antimachiavell", in denen er seine humanistischen Ideen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machte.

Und auch als Bauherr machte sich der Preußenkönig einen Namen. Eines der schönsten Bauwerke, das in der Regierungszeit Friedrichs II. entstand, war 1747 das Schloss Sanssouci, dessen Bau der Architekt Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff leitete. Friedrich II. legte bei den Planungen dazu selbst Hand an, indem er sich durch eigene Skizzen an den Entwürfen beteiligte.

Auf Schloss Sanssouci hielt sich unter anderem drei Jahre lang der franzöische Philosoph Voltaire auf, der mit dem König intensive Gespräche führte. Auf seinem Lieblingsschloss verbrachte Friedrich II. auch seine letzten Lebensjahre, bis er am 17. August 1786 starb.

Autoren: Sabine Kaufmann/Tobias Aufmkolk

Stand: 01.06.2016, 15:58

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