Salier

Mittelalter

Salier

Ein Jahrhundert lang, von 1024 bis 1125, lenkten die Salier die Geschicke des Reiches. Von Konrad II. bis Heinrich V. versuchten sie ihre Macht gegen die immer wieder aufflammenden Widerstände der deutschen Fürsten zu festigen.

Eine fränkische Adelsfamilie

Das Geschlecht der Salier hatte sich im Laufe des 10. Jahrhunderts am Rhein zwischen Worms und ungefähr dem heutigen Karlsruhe und links- und rechtsrheinisch zwischen Rheingau und Kraichgau eine sehr dichte und gut funktionierende Adelsherrschaft aufgebaut, die ihre Dynastie nach dem Aussterben der sächsischen Herrscher für die Königskrone empfahl.

Konrad der Rote war im 10. Jahrhundert der Begründer des Geschlechts, sein Urenkel Konrad II. wurde schließlich zum ostfränkisch-deutschen König und Kaiser gewählt.

Konrad II.

Konrad II. war vierundzwanzig Jahre alt, als er am 8. September 1024 in Mainz zum König gewählt wurde. Nach seiner Krönung in Mainz begann er mit einer Reise durch das Reich.

Wie für einen Herrscher des Mittelalters üblich, regierte er vom Pferd aus. Der gesamte Hofstaat, Mönche, Kämpfer und seine Frau Gisela begleiteten ihn. Sein erstes Ziel war Aachen. Der erste Salier sah sich selbst in der Tradition Karls des Großen.

Als Zeichen seiner unangefochtenen Herrschaft im Reich bestieg Konrad II. während seines Besuchs in der Pfalzkapelle den Thron seines legendären Vorgängers.

Konrad II. mit Gefolge

Konrad II. initiierte den Bau des Speyerer Doms

Von Aachen aus zog der neue König durch das ganze Reich, von West nach Ost, von Nord nach Süd. Er besuchte Sachsen, Bayern, das Bistum Konstanz. Die Granden des Reiches huldigten dem neuen Herrscher.

Zehn Monate war er unterwegs, dann erreichte er wieder seinen Stammsitz am Rhein. In Speyer beauftragte er einen Baumeister, einen Dom zu errichten. Die Kathedrale sollte damals die größte Kirche der Christenheit werden.

Konrad II. bestimmte sie zur Grablege für sich und seine Nachfolger. Die Krypta ist der einzige Teil des Doms, den er zu seinen Lebzeiten noch gesehen hat.

Wenige Monate später machte Konrad II. sich wieder auf den Weg. Er zog mit seiner Gefolgschaft nach Italien, das zum Reich dazugehörte. In Oberitalien bei Ravenna wurde er in einen Aufstand verwickelt, den er blutig niederschlagen musste. Erst seine Demonstration der Härte machte das Land gefügig.

Konrads eigentliches Ziel war Rom. Hier erhielt er die höchsten Weihen, die ein Herrscher aus dem deutschen Reich erlangen konnte. Im März 1027 fand die Kaiserkrönung in Rom statt.

Nur wenig später bot sich Konrad II. eine weitere Gelegenheit, das Territorium des Reiches zu erweitern. Der burgundische König starb ohne Nachkommen. Konrad II. ritt nach Burgund und griff nach der burgundischen Krone.

Ziel seiner Herrschaftsführung war es, das Reich in sich zu festigen und territorial abzurunden. Er war von der Vorstellung beseelt, dass der König die Herrschaft Christi weitertrage.

Konrad II. empfand sich selbst als Stellvertreter Christi auf Erden. Vor seinem Tod kam der erste Salier nur noch ein einziges Mal nach Speyer. 1039 starb er überraschend in Utrecht an der Gicht. Sein Leichnam wurde nach Speyer überführt. Dort liegt er in der Krypta des Domes begraben.

Heinrich III.

Während Konrad II. daran festhielt, dass die Dynastie über dem einzelnen König stehe, steigerte sein Nachfolger Heinrich III. den Königsgedanken bis zur Blasphemie.

Heinrich III. war davon überzeugt, selber Christus zu sein und wollte auch wie Christus regieren. Probleme und Zwistigkeiten im Reich glaubte er damit zu lösen, dass er den Frieden von oben herab anordnete. Seine Herrschaft nahm theokratische Züge an.

Entsprechend rief sein autoritärer Herrschaftsstil die Gegenwehr der deutschen Fürsten auf den Plan.

Der historische Stich zeigt Heinrich III. - er fordert  in Ivois König Heinrich I. von Frankreich zum Zweikampf auf, um die Zugehörigkeit Lothringens zum Reich zu bestätigen.

Der deutsche Kaiser Heinrich der III.

Mitte des 11. Jahrhunderts, 1053 in Schweinfurt, schlossen sich aufständische süddeutsche Fürsten, die vom Regensburger Bischof Welf III. angeführt wurden, gegen den König zusammen. Die Verschwörer schmiedeten ein Mordkomplott. Doch der Plan scheiterte, weil Welf III. überraschend starb.

Ein Bestandteil von Heinrichs Idee vom Königtum war auch, dass er sich zum Oberhaupt der gesamten Christenheit stilisierte. In diesem dynastischen System wies er dem Papst eine Nebenrolle zu.

Erste Konflikte zwischen König und Kirche bahnten sich auf der Synode von Sutri an. Heinrich III. drang darauf, dass der Bamberger Bischof Suidger als Papst inthronisiert wurde. Schließlich wurde der amtierende Papst Benedikt IX. förmlich abgesetzt und der Wunschkandidat Heinrichs III. zum neuen Papst Clemens II. gewählt.

Unmittelbar im Anschluss daran setzte der neue Papst Heinrich III. und seiner Gemahlin Agnes die Kaiserkrone aufs Haupt.

Während Heinrichs Regierung kam es immer wieder zu heftigen, kriegerischen Auseinandersetzungen an den Grenzen seines Reiches – wie etwa in Lothringen –, die Heinrich III. blutig niederschlagen ließ. Im Alter von neununddreißig Jahren starb er in der Königspfalz Bodfeld im Harz.

Heinrich IV.

Der Name des dritten Saliers, Heinrich IV., ist unwiderruflich mit dem Gang nach Canossa verbunden. Die Frage, die bereits seinen Vorgänger beschäftigte, wer das eigentliche Oberhaupt der Christenheit sei, führte zwischen Heinrich IV. und Papst Gregor VII. zu einem heftigen und dauerhaften Konflikt.

Auslöser des Streits war die Besetzung des Erzbischofstuhls in Mailand. Als Heinrich IV. sich weigerte, den päpstlichen Kandidaten anzuerkennen, wurde er vom Papst gebannt.

Im Winter 1076/77 musste er unter den härtesten Bedingungen über die Alpen ziehen. Im Büßerhemd bat er um Absolution. Heinrichs Widersacher im Reich und in Rom verstummten aber auch danach nicht.

Heinrich IV. auf dem Gang nach Canossa

Heinrich IV. herrschte 50 jahre

Die päpstlichen Nachfolger Gregors VII. belegten Heinrich IV. wieder mit dem Bann. Um das Jahr 1100 schauten die Menschen auf einen jahrzehntelangen Bürgerkrieg zurück. Die meisten Bewohner kannten überhaupt nur Kriegszeiten.

Im alten Kaiser erkannte die junge Fürstengeneration den Hauptgrund, dass sich der Konflikt nicht beilegen lasse. Sie überzeugten seinen Sohn, den späteren Heinrich V., durch eine List seinen Vater abzusetzen. Der alte König wurde gezwungen, die Reichsinsignien herauszugeben.

Ein halbes Jahr nach dieser Demütigung, im August 1106, starb Heinrich IV. in Lüttich und wurde erst fünf Jahre später nach Aufhebung seines Bannes post mortem in Speyer beigesetzt.

Autorin: Sabine Kaufmann

Stand: 09.02.2017, 14:00

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