Friedrich Schiller

Persönlichkeiten

Friedrich Schiller

Vor mehr als 200 Jahren starb Friedrich Schiller in Weimar. Er wurde nur 45 Jahre alt. Für die einen ist er ein angestaubter Poet, für die anderen ein niemals alternder, deutscher Freiheitsdichter. Auch heute noch werden Schillers Stücke wie "Die Räuber" oder "Kabale und Liebe" in den Theatern der Welt aufgeführt. Die Schillerjahre 2005 und 2009 feierten die Renaissance des Poeten, der aus dem kulturellen Erbe Deutschlands nicht wegzudenken ist. Planet Wissen stellt Friedrich Schillers Leben und Wirken vor.

Jugend unter militärischem Drill

Schiller wird am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren, als Sohn eines Offiziers und Militärarztes im herzoglich-württembergischen Regiment. Auf Befehl des württembergischen Herzogs Carl Eugen kommt Schiller im Alter von 14 Jahren am 16. Januar 1773 in die Karlsschule, gelegen im Schloss Solitude bei Stuttgart. Der Herzog erfüllt sich mit der Schule den Traum einer eigens gedrillten Elite, aus dem der württembergische Staat seine Beamten rekrutieren soll.

Carl Eugen ermöglicht Schiller das Studium der Medizin. Doch die Schul- und Ausbildungszeit gleicht einer Kerkerhaft, Schiller lebt unter strengstem militärischen Drill, es gibt so gut wie keinen Urlaub und keine Freistunden. Die Eltern müssen alle "Erziehungsrechte" an den Herzog abtreten, jeder Besuch erfolgt unter militärischer Bewachung.

Literatur als Flucht

Um der Engstirnigkeit des Alltags zu entfliehen, beginnt Schiller zu lesen und macht sich allen Verboten zum Trotz mit den Werken Rousseaus, Shakespeares und Klopstocks vertraut. Und bald schon beginnt Schiller selbst zu schreiben. Noch als Zögling der Stuttgarter Militärakademie begibt er sich im Jahr 1777 an sein wohl berühmtestes Werk: "Die Räuber".

Titelseite der Erstausgabe des Schiller¿schen Dramas 'Die Räuber'.

Mit "Die Räuber" gewinnt Schiller 1781 die Gunst des Publikums

Vier Jahre später - Schiller hat mittlerweile die Akademie beendet und eine Stelle als Regimentsarzt angetreten - ist das Bühnenstück fertig und gelangt auf Umwegen in die Hände des Intendanten des Mannheimer Hof- und Nationaltheaters, Wolfgang Heribert von Dalberg, der "Die Räuber" uraufführt. Mit einem Schlag wird Schiller über die Landesgrenzen hinaus berühmt.

Schiller rebelliert

Schiller stiehlt sich aus der Stuttgarter Kaserne nach Mannheim und wohnt dort der Uraufführung der "Räuber" bei. Ein weiterer illegaler "Urlaub" in Mannheim fliegt auf, Schiller wird streng verwarnt und wandert für zwei Wochen in die Arrestzelle. Herzog Karl Eugen untersagt ihm mit aller Strenge jedes weitere "Komödienschreiben". Doch Schiller fühlt sich zu Höherem berufen, er rebelliert gegen den täglichen stumpfsinnigen Drill in der Garnison und die Laufbahn als Regimentsarzt. Heimlich flieht er endgültig aus Württemberg. Sein Freund, der Musiker Andreas Streicher, begleitet ihn.

Friedrich von Schiller, gemalt von Ludovike Simanowiz (1759-1827).

Schillerporträt von 1805

Es ist Streichers Geld, von dem die Freunde zunächst ihren kargen Unterhalt bestreiten. Schiller hofft, von Dalberg am Mannheimer Hoftheater eine Stelle als Hausautor angeboten zu bekommen, die ihm seine finanzielle Existenz als Schriftsteller sichern würde. Doch Dalberg lehnt ab. Er scheint angesichts des illegalen Flüchtlings Schiller, der den Anweisungen des württembergischen Herzogs zuwider gehandelt und sich der Fahnenflucht schuldig gemacht hat, kalte Füße zu bekommen. Sein nächstes Drama, den Fiesko, kann Schiller bei Dalberg zunächst nicht unterbringen.

Verschuldet und krank

Es beginnt die Odyssee des jungen Poeten Schiller, der sich mühsam nur, von Schulden überhäuft und Gläubigern geplagt, die nächsten Jahre durchschlagen wird. Sein Weg führt ihn von Mannheim kurz nach Frankfurt und nach Oggersheim, bis er durch eine mütterliche Freundin aus Stuttgarter Zeiten, Katharina von Wolzogen, im thüringischen Bauerbach eine vorübergehende Bleibe finden kann.

Schließlich kehrt Schiller nach Mannheim zurück, doch erneut kann er dort seine Stellung als Theaterautor nicht halten. Es gibt zahlreiche Konflikte mit dem Schauspielensemble, dem Intendanten Dalberg und dem Mannheimer Verleger Schwan. Schiller ist nicht nur hoch verschuldet, die Malaria, mit der er sich in Mannheim infiziert hat, macht ihm gesundheitlich schwer zu schaffen.

Karriereschub durch vier Anhänger

Den Umständen zum Trotz arbeitet Schiller unermüdlich an seiner Karriere, der "Don Karlos" entsteht, "Maria Stuart" und "Kabale und Liebe" nehmen Form an. Rettung aus der Mannheimer Misere erwächst ihm aus der enthusiastischen Verehrung von vier Anhängern aus Leipzig: Bei Oberkonsistorialrat Körner, seiner Verlobten Minna Stock, ihrer Schwester Dora und deren Freund und Publizist Ferdinand Huber findet Schiller schwärmerische Freundschaft und finanzielle Absicherung.

Er verbringt bei ihnen die Jahre 1785 bis 1787 als Gast in Leipzig und Dresden. Neben intellektuellen Impulsen findet Schiller hier die Sicherheit, sein großes "Don Karlos"-Projekt abzuschließen. Bei Körner entsteht auch Schillers berühmte "Ode an die Freude", die später von Beethoven im vierten Satz der 9. Symphonie vertont wird.

Schiller lernt Goethe kennen

Im Jahr 1787 bricht Schiller nach Weimar auf, das ihn magisch anzieht und wo zu diesem Zeitpunkt die größten Köpfe der Zeit weilen. Schiller lernt Wieland, Humboldt und Herder kennen und begegnet erstmals Goethe. Auf dessen Vorschlag hin erhält Schiller eine angesehene, wenngleich unbezahlte Geschichtsprofessur in Jena. Schiller tut sich mit historischen Arbeiten hervor, er verfasst die "Geschichte des Abfalls der Niederlande" und publiziert im Jahr 1790 die "Geschichte des Dreißigjährigen Krieges". Im gleichen Jahr heiratet er Charlotte von Lengefeld.

Außenansicht des Weimarer Wohnhauses Friedrich Schillers, wo er 1802 bis zu seinem Tode 1805 lebte.

Hier lebte Schiller von 1802 bis zu seinem Tod 1805

Besonders die Freundschaft zu Goethe wird Schiller die kommenden Jahre beschäftigen und ungemein inspirieren. Schließlich verlässt Schiller 1799 Jena und zieht mit seiner Frau und mittlerweile drei Kindern - ein viertes wird noch geboren werden - nach Weimar, um Goethe noch näher zu sein und den dichterischen Austausch zu vertiefen.

Dichtergenius Schiller

Schiller beendet sein Monumentalwerk über Wallenstein. Es entstehen die Werke "Maria Stuart", "Die Jungfrau von Orleans", "Die Braut von Messina" und schließlich "Wilhelm Tell". Viele der Stücke werden am vom Goethe geleiteten Weimarer Hoftheater, dem Nabel der damaligen deutschen Theaterwelt, uraufgeführt. Im Jahre 1802 wird Schiller geadelt. Er ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere, schon zu Lebzeiten einer der berühmtesten Dichter Deutschlands und weit über die nationalen Grenzen hinaus bekannt.

Die auf einem Sockel stehende Totenmaske Friedrich Schillers wurde einen Tag nach seinem Tod, am 10. Mai 1805, abgenommen.

Totenmaske Friedrich Schillers

Auch die materielle Absicherung hat sich nun eingestellt, Schiller hat sich als Autor vollständig etablieren können und lebt gut von seinen Honoraren und Tantiemen. Doch seine Gesundheit ist ruiniert. Bereits 1791 war Schiller neben der schwelenden Malaria an einer schweren Lungen- und Rippenfellentzündung erkrankt, von der er sich nie mehr wirklich erholen sollte. Mit nur 45 Jahren stirbt Schiller im Jahre 1805 an einer neuerlichen Lungenentzündung.

Autor/in: Gregor Delvaux de Fenffe

Stand: 27.08.2014, 13:00

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