Helmut Kohl

Helmut Kohl

Zitate von und über den Bundeskanzler a. D.

Helmut und Hannelore Kohl mit weiteren Politikern 1990 vor dem Reichstag

"Durch eine gemeinsame Anstrengung wird es uns gelingen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Thüringen schon bald wieder in blühende Landschaften zu verwandeln, in denen es sich zu leben und zu arbeiten lohnt." Kohls Zukunftsperspektive der neuen Länder als "blühende Landschaften" machte als geflügeltes Wort Geschichte – und wurde ihm später oft vorgehalten.

"Durch eine gemeinsame Anstrengung wird es uns gelingen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Thüringen schon bald wieder in blühende Landschaften zu verwandeln, in denen es sich zu leben und zu arbeiten lohnt." Kohls Zukunftsperspektive der neuen Länder als "blühende Landschaften" machte als geflügeltes Wort Geschichte – und wurde ihm später oft vorgehalten.

"Er ist ein moderner kommunistischer Führer, der sich auf Öffentlichkeitsarbeit versteht. Goebbels, einer derjenigen, der für die Verbrechen der Hitler-Zeit verantwortlich war, war ebenfalls ein Experte in Öffentlichkeitsarbeit." Diese Aussage über den sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow sorgte 1986 für Irritationen und Unverständnis – sowohl im Osten als auch im Westen. Später soll Kohl seinen Vergleich als "dumm" bezeichnet haben.

Als Kohl 1991 die 36-jährige Angela Merkel überraschend zur Familienministerin macht, gilt diese als sein "Mädchen". Ein Spitzname, der nicht zuletzt auf den bisweilen zurechtweisenden und herablassenden Ton des Kanzlers gegenüber seiner jungen Ministerin zurückzuführen sein soll. Merkel emanzipiert sich jedoch. Während der Spendenaffäre spielt sie eine wichtige Rolle, als es darum geht, die CDU von ihrer früheren Leitfigur Helmut Kohl zu lösen.

"Ich rede vor Ihnen als einer, der in der Nazi-Zeit nicht in Schuld geraten konnte, weil er die Gnade der späten Geburt und das Glück eines besonderen Elternhauses gehabt hat." Kohls Rede, die er 1984 in Israel hielt, sorgte für viel Kritik. Die Erleichterung, die darin zum Ausdruck kommt, empfanden manche als unpassend. Zudem könne seine Rede als Absage an die historische Verantwortung nachfolgender Generationen interpretiert werden.

"Entscheidend ist, was hinten rauskommt." Kohls Sprüche sorgten bisweilen auch für Heiterkeit – so wie dieses Bonmot, das er 1984 auf einer Pressekonferenz zum Besten gab.

Kohl sah den Regierungswechsel von 1982 als "geistig-moralische Wende". Er benutzte diese (und ähnliche) Formulierungen mehrmals als Leitspruch für seine Politik.

"Ich wünsche Ihnen allen ein friedvolles und glückliches Jahr 1985." Eigentlich ein nicht weiter erwähnenswertes Zitat, wenn es nicht ein Jahr zu spät gesendet worden wäre. Aufgrund vertauschter Bänder sendete die ARD 1986 erneut Kohls Neujahrsansprache aus dem Vorjahr. Den meisten Zuschauern fiel das aber erst beim Schluss der Rede auf. Kohl schäumte vor Wut – die ARD musste sich entschuldigen.

"Wer ihn hat, der hat ihn lange." Mit diesem Zitat brachte Kohls Frau Hannelore die Standhaftigkeit und das Beharrungsvermögen ihres Mannes auf den Punkt. Und das schon in den Achtzigerjahren: Wer konnte da schon ahnen, dass Kohl 16 Jahre Bundeskanzler sein würde? Kein Kanzler war so lange im Amt wie er.

Helmut Kohl lieferte den Karikaturisten und Kabarettisten einiges an Futter. Kaum ein Politiker wurde so ausdauernd belacht und veralbert wie er. Ganz vorne dabei: das Satire-Magazin Titanic, das den Kanzler als "Birne" titulierte.

"Ich kämpfe um meine Ehre. Dazu gehört, dass ich mein gegebenes Wort halte." Mit diesen Worten stellte Kohl während der CDU-Spendenaffäre im Jahr 2000 sein persönliches Gerechtigkeitsempfinden über die geltenden Gesetze. Das sorgte bei vielen für Unverständnis – und führte schließlich dazu, dass Kohl vom Amt des CDU-Ehrenvorsitzenden zurücktrat.

Stand: 03.08.2017, 15:00 Uhr

Darstellung: