Steckbrief Dinosaurier: Waffen, Größe, Schnelligkeit

Dinosaurier

Steckbrief Dinosaurier: Waffen, Größe, Schnelligkeit

Die Faszination an den Dinosauriern kommt nicht von ungefähr. Spektakuläre Funde zeigen, was für beeindruckende Erscheinungen manche urzeitliche Echsen gewesen sein müssen. Einige Raubsaurier verfügten über ein Furcht einflößendes Arsenal an Angriffswerkzeugen. Und die Sauropoden, riesige Pflanzenfresser, stellen die größten Lebewesen, die jemals über das Festland wanderten.

Waffen

Zeichnung eines Utahraptors.

Schnell und mit tödlichen Klauen: der Utahraptor

Der wohl populärste Dinosaurier, der Tyrannosaurus Rex, besaß 15 Zentimeter lange, dolchartige Zähne. In sein aufgerissenes Maul passten Fleischbrocken von bis zu einem Meter Höhe. Trotzdem war der Tyrannosaurus vielleicht nicht das gefürchtetste Tier im Erdmittelalter. Denn beim Angriff auf die Beute spielten die Krallen wahrscheinlich eine noch wichtigere Rolle als die Zähne.

Der gefährlichste Raubsaurier war vielleicht der Utahraptor, ein mit sieben Metern Länge und zwei Metern Höhe eigentlich schon kleinerer Dinosaurier. Aber dieser vogelartige Räuber hatte eine tödliche Waffe. Vom mittleren Zeh des Utahraptors ging eine bis zu 40 Zentimeter lange Sichelklaue ab, mit der er seine Beute erlegte. Zudem er sehr schnell war.

Die Pflanzenfresser waren den gefährlichen Räubern keineswegs hilflos ausgeliefert. Der Triceratops konnte sich mit drei Hörnern, davon ein kurzes über der Nase und zwei über einen Meter lange über den Augen, zur Wehr setzen. Der mehrere Meter lange, wie in Schild ausgebreitete Schädelknochen hielt ihm zusätzlich den Nacken frei.

Die am besten gepanzerten Dinosaurier waren wahrscheinlich die bis zu neun Meter langen Ankylosaurier. Ihr Ganzkörper-Panzer bedeckte bei einigen Arten sogar die Augenlider. Der Ankylosaurier-Panzer war nach dem gleichen Prinzip wie eine schusssichere Weste aufgebaut. Er bestand aus Knochenplatten, in die eine extrem stabile Matte aus versetzten Gewebeschichten eingearbeitet war. Auch aktiv konnten sich die Ankylosaurier gut verteidigen. Ihr Schwanz endete in einer knöchernen Keule, mit der sie vermutlich heftige Schläge austeilen konnten.

Riesenwuchs

Lebensgroßes Modell eines Brontosauriers in einem Wald.

Die Sauropoden konnten in großen Höhen fressen

Nicht alle Dinosaurier verfügten über extravagante Angriffs- und Verteidigungswerkzeuge. Den gigantischen, pflanzenfressenden Sauropoden bot allein ihre Größe ausreichend Schutz. Eines der größten Exemplare war der Brachiosaurus - 22 Meter lang und an die 40 Tonnen schwer. Der Grund für das "hemmungslose" Wachstum ist bis heute noch nicht vollständig geklärt. Entscheidend war wohl nicht nur der Schutz vor Räubern, sondern vor allen Dingen die Ernährung.

Der Riesenwuchs ist keine spezielle Leistung der Dinosaurier. Auch andere Tierarten haben eine beachtliche Größe erreicht. Der Rumpf eines Elefanten oder des ausgestorbenen Riesennashorns ist beispielsweise fast mit dem eines Sauropoden vergleichbar. Die Sauropoden hatten aber außergewöhnlich lange Hälse und Schwänze. Sie waren sogenannte Hochweider und erreichten mit ihren an die zehn Meter langen Hälsen auch Blätter in bis zu 14 Metern Höhe.

Der Gigantismus einiger Saurier brachte noch einen weiteren Vorteil mit sich: Die Riesen konnten ihre Körperwärme besser speichern. In der Sonne überhitzten sie nicht so schnell wie kleinere Tiere und bei Temperaturabfällen kühlten sie nur ganz langsam aus. Viele Saurierforscher vermuten, dass viele größere Dinosaurier, speziell die riesigen Sauropoden, Warmblüter waren. Sie konnten also ihre Körpertemperatur selbst regeln. Dadurch konnten sie rund um die Uhr aktiv sein und dabei fressen und wachsen - anders als die heute lebenden Reptilien, die sich meist in der Sonne auf eine bestimmte Temperatur erwärmen müssen.

Ein Nachteil der Größe war das enorme Gewicht, das sich wiederum auf die benötigte Nahrungsmenge und den Knochenbau auswirkte. Um genügend Energie für den gigantischen Organismus bereitzustellen, mussten die Dinosaurier Unmengen an Blättern fressen. Außerdem verlangte der gigantische Körper ein extrem stabiles Skelett.

Schnelligkeit

Das versteinerte Skelett eines 130 Millionen alten Dromaeosaurier.

Hatte bereits Federn: der Dromaeosaurier

Viele Dinosaurier waren weder groß noch besonders eindrucksvoll ausgerüstet und verfolgten andere Überlebensstrategien. Einige lebten von ihrer Schnelligkeit und Wendigkeit und lieferten sich mit ihren Fressfeinden beziehungsweise ihrer Beute wohl eher ein Wettrennen als ein Wettrüsten.

Die Schnellsten waren wahrscheinlich leicht gebaute, vogelähnliche Dinosaurier. Die im Rudel jagenden Velociraptoren konnten vermutlich an die 60 Kilometer pro Stunde erreichen, während die straußartigen Gallimimus ("Huhn-Nachahmer") und Ornithomimus ("Vogel-Nachahmer") vielleicht sogar auf Höchstgeschwindigkeiten von 70 bis 80 Kilometer pro Stunde kamen.

Autor/in: Tobias Schlößer

Stand: 20.11.2014, 12:00

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