Das eigene Olivenbäumchen

Junge Olivenbäume in Blumentöpfen aus Terrakotta

Olivenöl

Das eigene Olivenbäumchen

Wer mal seine eigenen Oliven ernten möchte, hat zwei Möglichkeiten. Entweder er pachtet im sonnigen Süden ein paar Bäume auf einer Olivenplantage, oder er zieht zu Hause sein eigenes Bäumchen groß – mit Hilfe der Stecklingsvermehrung oder der Anzucht aus Samen.

Stecklingsvermehrung

Wenn man ein paar Regeln beachtet, ist die Anzucht eines kleinen Olivenbaums eigentlich ganz einfach. Was man dazu braucht, ist ein Blumentopf mit einem Anzuchtsubstrat. Das erhält man in jeder Gärtnerei oder jedem Gartencenter. Wichtig ist dabei, dass Topf und Erde keimfrei sind. Dann braucht man noch einen Olivenzweig. Den erhält man normalerweise auch im Pflanzenfachhandel. Der Zweig darf nicht groß und nicht älter als zwei Jahre sein.

Aus einem Trieb von zirka 20 Zentimetern Länge schneidet man drei Stecklinge. Jeder Steckling sollte mindestens drei Augen in den Blattachseln haben und etwa fünf bis sieben Zentimeter lang sein. Wer möchte, kann sich noch Bewurzelungsmittel besorgen. Dies bekommt man in der Apotheke und im Gartencenter.

Bevor man den Steckling in die Erde steckt, muss man die überzähligen Blätter abschneiden. Da das Pflänzchen sehr empfindlich ist, muss die Schere steril sein. Man schneidet auch nicht das Blatt mit dem Stiel ab, sondern lässt den Stiel stehen. Jetzt kann man den Steckling in die Erde stecken. Aber nicht zu tief.

Der Blumentopf kann nun auf einem Fensterbrett über einem Heizkörper stehen, denn die Stecklinge gedeihen nur bei Temperaturen von 25 bis 30 Grad Celsius. Damit die Stecklinge nicht austrocknen, kann man einen Plastikbehälter mit vielen Löchern darüberstülpen. Es geht aber auch ohne. Das Substrat muss feucht sein, aber nicht nass. Am besten benutzt man zum Bewässern ein Sprühgerät. Mit etwas Wasser und Geduld erhält man so schon nach wenigen Wochen die ersten Triebe.

Anzucht aus Samen

Olivenbäumchen im Blumentopf

So könnte das Bäumchen später aussehen

Diese Art der Fortpflanzung hat zwei Nachteile. Frische Olivenkerne bekommt man in unseren Breitengraden nur schwer. Man muss sie sich also im Urlaub besorgen. Besser ist es, die Kerne über einen Samenhändler zu bestellen. Informationen über die Lieferanten erhält man meist in Gärtnereien oder im Botanischen Garten. Diese Kerne sind dann sicher keimfähig. Bei den im Urlaub gesammelten ist das nicht garantiert. Meist erhält man aus ihnen nur Wildlinge, die sehr langsam wachsen.

Nicht alle Kerne sind gleich keimfreudig. Deshalb sollte man gleich mehrere in einen Topf stecken. Olivenkerne aus eingelegten Oliven funktionieren leider nicht. Durch die verschieden Methoden der Haltbarmachung, wie das Einlegen in Salzlake, ist der Kern nicht keimfähig.

Zur Anzucht braucht man lockeres, nährstoffarmes Substrat, damit sich die Wurzeln gut entwickeln können. Der pH-Wert darf nicht über sieben liegen. Die Kerne kommen in Saatschalen oder kleine Anzuchttöpfe. Sie dürfen nicht zu tief in die Erde gedrückt werden; nur etwa einen halben bis einen Zentimeter tief. Danach mit lauwarmem Wasser wässern. Jetzt kommen die Kerne an einen warmen Platz.

Sobald die ersten Keime zu sehen sind, brauchen sie viel Licht. Nach zwei Monaten kann man ein Mal pro Woche etwas Flüssigdünger hinzugeben. Wenn das Pflanzgefäß gut durchwurzelt ist, kann in ein größeres Gefäß mit guter Gartenerde umgetopft werden.

Richtige Pflege

Das Bäumchen sollte regelmäßig gegossen werden, jedoch nie zu viel Wasser haben. Im Frühjahr und im Sommer kann es mit normalem Pflanzendünger für Zier- und Balkonpflanzen gedüngt werden.

Als typisches Südgewächs liebt der Olivenbaum viel Licht und Sonne, aber wenig Wind. Am besten steht er am hellsten Platz auf dem Balkon oder im Garten. Olivenbäume sind nicht als Zimmerpflanze geeignet. Im Winter braucht er einen kühlen und hellen Platz.

Autorin: Ines Carrasco

Stand: 03.05.2016, 09:42

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