Tomaten

Jemand beißt in eine Tomate.

Lebensmittel

Tomaten

Ob Spaghetti Napoli oder Tomate-Mozzarella – Tomaten sind aus unserem Speiseplan nicht mehr wegzudenken. Jeder Deutsche verzehrt im Schnitt 26 Kilogramm Tomaten pro Jahr – mehr als jedes andere Gemüse. Aber es ist nicht nur der Geschmack der Paradiesäpfel, der begeistert, sie gelten auch als besonders gesund. Doch das war nicht immer so.

Darum geht's:

  • Die Tomate stammt aus den Anden.
  • Mit Christoph Kolumbus kam sie nach Europa.
  • Die Tomate ist ein Nachtschattengewachs – sie enthält giftige Stoffe.
  • Tomaten gibt es in Rot, Grün, Schwarz und Gelb.
  • Eigenanbau von Tomaten ist relativ einfach.




Aller Anfang ist schwer: Schwellfrucht und Liebeswahn

Die Tomatenpflanze kommt ursprünglich aus einem Gebiet der südamerikanischen Anden, das heute Teile von Peru, Bolivien und Ecuador umfasst. Die Azteken und Maya nannten sie "xictomatl", was so viel wie "Schwellfrucht" bedeutet. Rein äußerlich hatten die ersten Tomaten, die mit Christoph Kolumbus 1498 nach Europa kamen, mit unserer heutigen Supermarkt-Tomate wenig zu tun: Sie waren sehr viel kleiner und gelbschalig, was sich auch heute noch im italienischen "pomodoro" (wörtlich: Goldapfel) wiederspiegelt.

Kulinarisch setzte sich die Tomate in Europa allerdings erst Anfang des 19. Jahrhunderts durch. Zuvor hatte sie es schwer: Wahrscheinlich wegen ihrer sinnlichen Form und Farbe wurde sie für den Paradiesapfel gehalten, der Adam und Eva verführt hatte. Sie stand unter dem Verdacht Liebeswahn hervorzurufen und durfte von jungen Mädchen nicht gegessen werden.

Keine liebe Verwandtschaft: Die Familie der Nachtschattengewächse

Botanisch gehört die Tomate zu den Nachtschattengewächsen und ist somit mit der Kartoffel, aber auch mit Giftpflanzen wie Tollkirsche und Stechapfel verwandt. Der Name Nachtschatten bedeutet nicht, dass die Mitglieder der Pflanzenfamilie im nächtlichen Schatten wachsen. Vermutlich rührt die Bezeichnung von dem Schaden her, den die zum Teil giftigen Pflanzeninhaltsstoffe anrichten können.

Auch in den grünen Teilen von Tomatenpflanzen (in Stängel, Blättern und unreifen Früchten) ist eine Substanz enthalten, die in hohen Dosen giftig ist: das Solanin.

Tomaten auf einem Haufen.

Die Tomate ist mit Tollkirsche und Stechapfel verwandt

Allerdings müsste ein erwachsener Mensch etwa drei Kilogramm (je nach Sorte) rohe, unreife Tomaten essen, um die als tödlich angenommene Dosis von 400 Milligramm Solanin aufzunehmen. Im 18. Jahrhundert schreckte diese scheinbare Gefahr jedoch noch die Menschen - Tomaten wurden lange nur an Schweine verfüttert.

Tomaten gibt's in Rot, Grün, Schwarz und Gelb

Wer heutzutage in den Auslagen der Supermärkte nach Tomaten sucht, sieht meist nur rot. Leider nur rot, muss man sagen, wenn man die unglaubliche Sortenvielfalt bedenkt, die uns die Tomatenwelt eigentlich zu bieten hat. Liebhaber beteuern: Wer einmal die honigartige "Purpurkalebasse" oder die fruchtige "Tigerella" probiert hat, der will von der schnöden Strauchtomate aus dem Treibhaus nichts mehr wissen.

Die zahlreichen alten Sorten, die bei Hobbygärtnern immer beliebter werden, fallen nicht nur durch ausgefallene Namen auf. Auch Form und Farbe können sich sehen lassen. So machen "Schwarzer Prinz" und "Green Zebra" ihren Namen alle Ehre. Sie schmecken besser und sehen interessanter aus.

Eine halbe, grüne Tomate.

Grüne Tomaten sehen interessanter aus

Die Frage liegt nahe, warum wir uns mit den Klassikern wie Roma- und Fleischtomate abspeisen lassen müssen. Die Antwort ist so einfach wie tragisch: Die alten Sorten sind leider weder so ertragreich noch so transportfähig wie die hochgezüchteten Treibhaussorten.

Einfacher, als die meisten denken: Tomatenanbau zu Hause

Wer trotzdem nicht auf bunte Vielfalt auf dem Teller verzichten möchte, baut die alten Sorten einfach selbst an. Denn oft sind diese durchaus widerstandsfähig und pflegeleicht und somit auch für den Gartenanfänger geeignet. Im Internet findet man inzwischen zahlreiche Anbieter von Tomatensamen.

Tomaten an einem Strauch.

Tomaten sind widerstandsfähig und pflegeleicht

Es gibt zudem viele private oder von Vereinen organisierte Samentauschbörsen. Das Ziel vieler Tomatenliebhaber ist nicht nur der eigene Genuss, sondern auch der Erhalt der Artenvielfalt. Es werden nicht nur Samen weitergegeben, sondern auch das Wissen um den Anbau und die Pflege bis hin zur Samengewinnung aus der Lieblingstomate. Auch wer keinen grünen Daumen hat, kann Hoffnung auf Erfolg haben: Die Tomatenpflanze ist pflegeleichter, als die meisten denken. Viel Licht und Luft soll die Pflanzen meistens schon zufriedenstellen.

Sonnengereifte Tomaten: lecker und gesund

Ob aus dem eigenen Garten oder aus dem Supermarkt. Es gilt: je reifer, desto besser. Je mehr Sonnenlicht die Tomaten vor der Ernte abbekommen haben, desto besser schmecken sie und desto mehr Inhaltsstoffe enthalten sie. Wer im Winter nicht auf echten Tomatengeschmack verzichten möchte, kann ruhig auf Dosentomaten ausweichen.

Sie sind sogar besser als Tomaten, die erst beim Transport reifen. Denn die Konserven werden stets mit vollreifen Früchten befüllt, direkt nach der Ernte, und das garantiert reichhaltige Inhaltsstoffe. Sonnengereifte Früchte enthalten mehr Lycopin, das den roten Tomaten ihre Farbe verleiht.

Tomaten auf dem Wochenmarkt zum Preis von 9,99 Euro das Kilogramm.

Tomaten auf dem Wochenmarkt

Ähnlich wie anderen Carotinoiden wird dem Lycopin eine Vielzahl an positiven Auswirkungen auf unsere Gesundheit zugesprochen: Es soll bestimmten Krebsarten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Die kalorienarmen Paradiesäpfel enthalten außerdem viele Vitamine und Mineralstoffe und beweisen damit: Gesund und lecker passt doch zusammen.

Autorin: Amanda Mock

Stand: 23.06.2017, 11:20

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